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Sport

Uniklinik Freiburg zieht alle Ärzte vom Sport zurück

Die Freiburger Uniklinik hat nach den Dopinggeständnissen und Entlassungen der Ärzte Andreas Schmid und Lothar Heinrich alle mediziner aus der Sportlerbetreuung zurückgezogen. Dies gilt neben Stefan Vogt, der die Fahrer von T-Mobile bei der laufenden Rad-Rundfahrt Giro d'Italia betreute, auch für die Leichtathletik. Uni-Rektor Wolfgang Jäger verbot Chefarzt Heinz Birnesser, die Mehrkämpfer am Wochenende in Götzis (Österreich) zu begleiten. In Freiburg hatte sich in der Vergangenheit ein Großteil der deutschen Weltmeister und Olympiasieger verarzten lassen.

"Ich verstehe, dass die Uni unter Riesendruck steht", sagt Birnesser in Anbetracht dessen, dass sich die Klinik möglicherweise ganz aus der Sportmedizin zurückziehen will. Wilfried Kindermann (Saarbrücken), Chefmediziner der deutschen Olympiamannschaften, warnte davor, "dass man nun alle Freiburger Ärzte in Sippenhaft nimmt". Birnesser habe sich stets gegen Doping gewandt. Dagegen habe sich der verstorbene Olympia-Chefarzt Joseph Keul "manchmal unglücklich" geäußert. Aber auch er habe sich immer distanziert von Armin Klümper (ebenfalls Freiburg). Klümper hatte die Verabreichung von Dopingmitteln an Athleten zugegeben.

Aktuell arbeiteten neben Heinrich, Schmid und Vogt zwei weitere Mediziner der Freiburger Uniklinik im Radsport: Georg Huber, der zudem in der medizinischen Leitung des deutschen Olympiateams bei den Winterspielen 2006 in Turin tätig war, und Yorck Schumacher (Bahnrad und Mountainbike). Im Nordischen Skisport, der vom Heidelberger Doping-Experten Werner Franke als "zweitversauteste Sportart" bezeichnet wird, sind keine Freiburger Mediziner aktiv, allerdings mehrere Ex-Freiburger: im Skispringen Ernst Jakob (Hellersen-Lüdenscheid), der bei Keul promovierte, und im Biathlon Bernd Wolfarth (heute München).

 

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