Frage der Zeit
Kommentar
Das Schlimmste an dem Boxkampf außerhalb des Rings war - neben der Brutalität, mit der beide Seiten zu Werke gingen - die Tatsache, dass niemand überrascht auf den hässlichen Zwischenfall reagierte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis so etwas passieren würde, so die einhellige Meinung. Es führt zu nichts, nun die Schuldfrage zu stellen und endlos darüber zu diskutieren. Fakt ist: Das größte Opfer solcher Szenen ist das Boxen, das sich in den vergangenen Jahren durch fairen, hochklassigen Sport und perfekt organisierte Veranstaltungen aus der Schmuddelecke herausgekämpft hat.
Was Ahmet Öner und seine Partner in wenigen Monaten mit ihrem Arena-Stall aufgebaut haben, verdient Anerkennung. Doch bei allem Verständnis für verletzte Ehrgefühle: Öner muss endlich lernen, sein Temperament in den Griff zu kriegen. Er trägt als Promoter Verantwortung nicht nur für einen Boxstall, sondern auch für den Boxsport in Deutschland. Es ist sein gutes Recht, sich mit dem Besten im Land, und das ist Universum, messen zu wollen. Aber das muss - und das gilt für beide Seiten - sportlich passieren. Ein Miteinander zwischen Klaus-Peter Kohl und Öner ist seit Sonnabend nicht mehr denkbar. Aber ein friedliches Nebeneinander muss in einer sportbegeisterten Stadt wie Hamburg möglich sein - im Interesse des Boxens.







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