Falscher Text, richtiger Sieger
Wrestling-EM: Im Finale drohte ein Eklat
HAMBURG. Mehr als zehn Jahre liegt die Zeit zurück, als Hamburg mit seinen legendären Veranstaltungen auf dem Heiligengeistfeld zur Catcher-Hochburg Deutschlands geriet. Am Sonntagabend wurde die Pause mit dem Kampfabend um die GWO-Wrestling-Europameisterschaft nun beendet. Laut, schrill und actionreich hielt die Veranstaltung, was Organisator Michael Uhlig zuvor versprochen hatte: "Eine großartige Show und guten Sport!"
Die 1000 Zuschauer in der Wandsbeker Sporthalle dankten es den acht Kämpfern mit lautstarker Anfeuerung oder nicht minder intensiver Ablehnung. Der ewig junge Kampf Gut gegen Böse ist beim Wrestling eben Programm. Und so verwunderte es auch nicht, daß sich Lokalmatodor und Publikumsliebling Karsten Kretschmer im Finale seinem türkischen Widersacher Aykut Artan, dem ausgemachten Buhmann, gegenübersah.
Daß aber auch beim Wrestling nicht immer alles nach Plan läuft, zeigte sich, als die Nationalhymnen der Finalisten aus den Boxen tönten. "Deutschland, Deutschland über alles . . . " Die erste, längst verstaubte Strophe des Deutschlandlieds! Nach knapp 20 Sekunden wurde der Fauxpas von der Technik gestoppt und ein Eklat durch sofortige Entschuldigung Kretschmers abgewendet.
Auch wenn ein fader Beigeschmack bleibt, Uhlig die Halle nur zur Hälfte füllen konnte und der Fehlbetrag rund 15 000 Euro betragen wird, könnte Wrestling in Hamburg unter ihm wieder eine Zukunft haben. Sven Hansen, einst Veranstalter auf dem Heiligengeistfeld, ist jedenfalls optimistisch. "Michael Uhlig ist auf dem richtigen Weg. Ich drücke die Daumen, daß es klappt."
Zumindest im Ring traf dies zu. "Hamburger Jung" Kretschmer sicherte sich den Titel und erhielt den Ritterschlag von Rene Lasartesse, Catcher-Ikone der Hansen-Ära: "Ich bin stolz auf Karsten." Ein Happy-End, das eine Fortsetzung verdient hätte.






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