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Sport

Alle Kinder in die Vereine

. . . und los! Erste Erfolge für die Aktion von Abendblatt und Hamburger Sportjugend.

Hamburg. Bahne ist leidenschaftlicher HSV-Fan, Stürmerstar Romeo ist sein sportliches Idol. Bahne kickt auch für sein Leben gern. Und er hatte große Lust auf Punkt- und Pokalspiele, "weil es da um etwas geht und nicht bloß gedaddelt wird". Beim 1. FC Hellbrook hatte der Elfjährige sogar eine tolle Schülermannschaft gefunden, "in der es richtig Spaß machte". Doch dann gab es immer wieder Probleme mit der Beitragszahlung. Bahne wollte schweren Herzens wieder austreten, "um dem Club nicht ständig diese Probleme zu machen".

Die sind jetzt endgültig vorbei. Die Aktion ". . . und los!", eine Initiative des Hamburger Abendblatts, des Abendblatt-Vereins "Kinder helfen Kindern" und der Hamburger Sportjugend (HSJ), übernimmt fortan den Beitrag für Bahne. Und für Bahnes neue Clubkameraden beim 1. FC Hellbrook, die Mini-Fußballer Pascal (5) und Patrik-Maurice (4), sowie beim SC Roland für die Ringer Ivan und Alichan (beide 16), die aus Kasachstan und Tschetschenien kommen und seit drei Jahren in Hamburg leben - und sich "hier wohl fühlen", wie beide in gutem Deutsch sagen.

Diese fünf sind die ersten Kinder und Jugendlichen, die vom neuen großen Hamburger Jugendsportprojekt profitieren. Kein Kind soll mehr auf Sport im Verein verzichten, weil seine Eltern oder Großeltern sich das nicht leisten können - oder das Taschengeld nicht ausreicht.

"Diese Aktion ist eine fantastische Sache", sagt Holger Schmidt (48), Geschäftsführer des 1. FC Hellbrook, "jetzt erhalten diese Kinder endlich eine Chance, dauerhaft Sport zu treiben. Gerade in einem Stadtteil wie Steilshoop ist das von hohem sozialen Nutzen."

Klaus Kolodzick (65), Vorsitzender und immer noch Trainer des SC Roland, sieht in der Initiative auch die Möglichkeit für die Vereine in belasteten Quartieren, ihr Beitragsaufkommen zu verstetigen "und damit noch mehr und umfangreichere Angebote für die Heranwachsenden zu machen".

30 bis 40 Prozent der Mitgliedsbeiträge von Kindern und Jugendlichen stehen beim SC Roland jeden Monat aus. Beglichen werden sie in den seltensten Fällen. "Aber", wendet Klaus Kolodzick ein, "die Beiträge sind das eine Problem, die Ausrüstungen das zweite." Reißfeste Ringertrikots kosten zwischen 40 und 80 Euro, Spezialschuhe, die auf der Matte im Zweikampf festen Halt geben, liegen in derselben Preiskategorie.

Ziel der zeitlich unbegrenzten Aktion ist es jedoch - zunächst einmal -, dass jedes Kind in Hamburg die Möglichkeit erhält, regelmäßig Sport zu treiben, sich auszutoben oder sich mit anderen zu messen. Und das geht am besten in einem der 788 Clubs. Bisher sind knapp die Hälfte der rund 250 000 Hamburger unter 18 Jahren Mitglied in einem Verein. Jetzt wollen wir in den nächsten Jahren die restlichen 130 000 mobilisieren.

Was tun wir dafür?

Wir zahlen Vereinsbeiträge für Kinder, deren Eltern sich eine Mitgliedschaft nicht leisten können. Die technische Abwicklung übernimmt die HSJ. Wir fördern die Aus- und Fortbildung von Jugendgruppenleitern, Betreuern und Trainern.

Wir unterstützen offene, nicht vereinsgebundene Jugendangebote und wollen an neuen Standorten weitere entstehen lassen. Wir kooperieren dafür mit Sportpädagogen und Sozialarbeitern. Wir veranstalten Events, um Kinder, Jugendliche und Eltern auf die neuen Angebote aufmerksam zu machen.

Ivan aus Volksdorf und Alichan aus Allermöhe haben es beim Ringen schon zu einigen technischen Fertigkeiten und neuen Freundschaften gebracht. Am 16. Oktober werden sie beim TSV Wandsetal in der Walddörferstraße erstmals bei einem Turnier ihre Gegner auf die Schulter werfen können. "Darauf freuen wir uns besonders. Das Training beim SC Roland ist cool, aber ein Wettkampf - das ist schon ein besonderer Reiz." Bisher mussten sie sich immer nur auf der Straße gegen Angriffe verteidigen - im Verein haben sie gleich in den ersten Wochen gelernt, sich beim Raufen an Regeln zu halten. Und daran haben sie, auch dank ". . . und los!", Gefallen gefunden.

 

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