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Sport

"Das Kribbeln vergisst man nie"

Hamburg. In den vergangenen Tagen hat es zugenommen, das Kribbeln, das Christiane Krause-Todd immer verspürt, wenn Olympische Spiele nahen. "Ich merke, dass ich auch jetzt noch in einen Zustand verfalle wie damals vor Wettkämpfen", sagt die 53 Jahre alte ehemalige Leichtathletin. 1972 gewann sie bei den Spielen in München die Goldmedaille mit der 4x100-m-Staffel, und seitdem ist nichts mehr normal, wenn Olympia ist.

Heute will die ausgebildete und zehn Jahre tätige Sportlehrerin in einer Talkrunde auf dem Spielbudenplatz (siehe Text auf dieser Seite) erklären, was für sie den Reiz von Olympia ausmacht. "Ich kann mich gut in die Lage der Athleten zurückversetzen. Ich nehme Anteil an ihren Erfolgen, aber auch ihren Leiden. Olympia ist mit keinem anderen Wettbewerb zu vergleichen."

Damals, 1972, erlebte sie als Startläuferin der Staffel der Bundesrepublik, wie ein Underdog zum Triumphator werden kann. Als Heide Rosendahl auf der Zielgeraden DDR-Ass Renate Stecher auf Distanz hielt, war Krause-Todds großer Traum vom Gold perfekt. "Wenn ich heute sehe, wie Athleten bei Olympia mit Medaillen geehrt werden, prickelt es bei mir auch. Alles taucht wieder auf. Diese Erinnerungen verblassen niemals." Mit ihren damaligen Staffel-Kolleginnen, insbesondere Rosendahl, hat sie noch immer guten Kontakt, man trifft sich jedes Jahr am Rande der nationalen Leichtathletik-Meisterschaften oder bei Terminen mit der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG).

Den Stellenwert des Sports in der Gesellschaft zu vermitteln und zu stärken, das ist ein Anliegen, das Christiane Krause-Todd am Herzen liegt. Deshalb engagierte sie sich als Botschafterin für die Olympia-Bewerbung Hamburgs, der Stadt, die die in Ulm aufgewachsene Athletin seit ihrem Zuzug 1997 lieben gelernt hat. Natürlich ist sie selbst noch immer sportlich aktiv, spielt Tennis im ETSV Altona/Eidelstedt. Für die Teilnahme an der Talkrunde hat sie jedoch extra die Doppel-Meisterschaften des Clubs auf Sonnabend verschieben lassen.

Nach Athen wird sie es nicht schaffen. Der Umzug der Blankeneser Textil-Handelsfirma H.E. Jansen KG, deren Geschäfte sie führt, hält die begeisterte Inline-Skaterin von einer Reise ab. Dennoch hat sie ihren Tagesrhythmus auf die Wettkämpfe in Griechenland abgestimmt. "Ich habe das Fernsehprogramm studiert und werde ganz intensiv den ganzen Tag über schauen. Mich interessieren alle Sportarten." Das besagte Kribbeln, das ist sicher, wird bis zum 29. August anhalten.bj

 

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