Valeria setzte im Derby auf das richtige Pferd
Hamburg. Hochstimmung in Horn: Von Championjockey Andrasch Starke temperamentvoll unterstützt, galoppiert die dreijährige Stute Top Call im Preis der LTG Bank Liechtenstein dem Ziel entgegen. An den Rails reckt Valeria Gildemeister ihren rosefarbenen Hut in die Höhe und macht der bildhübschen Top Call, rassige Tochter des früheren Derbysiegers Lando, laustark Beine. Das hilft: Mit kaum mehr als ihrem entzückenden Hals Vorsprung siegt die braune Pferdelady mit der Startnummer sieben.
Später eilt Valeria zur Totokasse und kassiert 21 Euro für zehn Euro Einsatz. "Erste Wette, erster Sieg", jubiliert die Heilpraktikerin aus der Nordheide. "Ich komme wieder." Gleich, im BMW 135. Deutschen Derby, setzt sie auf Shirocco - Volltreffer!
Auch Anne Henke (19) und Florian Streckel (20) aus Rahlstedt erleben am Derbywochenende ihre Rennbahnpremiere. "Wir wollen Spaß haben und ein bisschen Geld verprassen", sagt Anne, das bunte Treiben auf dem Marktplatz und das kribbelige Klima am Absattelplatz vor der Waage inhalierend. Hier kommen besonders all jene auf ihre Kosten, die keine Turfprofis sind. Wie Conny Iden (20) und Jenny Schlicht (20) aus Neugraben, die sich vom Rennfieber infizieren lassen möchten und "aus Neugierde" an die Rennbahnstraße gekommen sind. "Das ist ein bisschen wie ein Jahrmarkt", meint Conny.
Mancher Neuling vermisst einen Grundstock an Information. "Richterspruch?" fragt Elfrun Heydeck (31) erstaunt nach: "Wer ist verurteilt worden?" Ein Nachbar mit fettem Zigarrenstumpf, bewaffnet mit der "Sport-Welt" und enormem Hintergrundwissen, schafft Aufklärung. Das Renngericht hat gegen Salon Turtle, Sieger im dritten Rennen, Protest eingelegt. Der Hengst wird wegen einer Behinderung auf den dritten Platz zurückgesetzt. Während der Profiwetter wutentbrannt seinen Wettschein mit Salon Turtle als Erstem zerknüllt, amüsieren sich die beiden jungen Sportsfreundinnen über das turbulente Treiben. Nur Hüte haben Seltenheitswert. Der Wind, der Regen. Schade.
Auch wenn der Himmel immer wieder mal Freudentränen weint, haben Jasmin Stummer (19) und Freundin Nadine (18) einen der Sitzplätze an den Biertischen im Innenraum ergattert. Diese Position bietet enorme strategische Pluspunkte: Auf der Monitorwand sind die Rennen gut zu sehen, zudem sind Ess- und Trinkstände in Reichweite. Wichtiger noch für das Frauenduo: Es hat exquisiten Blick auf den männlichen Pferdefreund und Wetter.
Denn daraus machen die beiden kein Hehl: Die Knaben stehen im Fokus des Interesses. "Wir sind zum erstenmal auf der Rennbahn", sagt Jasmin. "Wir wollen nicht zocken, wir wollen uns amüsieren. Und wir möchten uns an hübschen Jungs erfreuen."







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