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Sport

Fußball-Glück: Eine Studie von Wirtschaftsforschern

Der HSV wird Meister - aus Zufall

Erklärungsversuche für Erfolg oder Misserfolg im Fußball sind so alt wie das runde Leder. Bei jedem Länderspiel wissen 20 Millionen Bundestrainer,

Hamburg. Erklärungsversuche für Erfolg oder Misserfolg im Fußball sind so alt wie das runde Leder. Bei jedem Länderspiel wissen 20 Millionen Bundestrainer, was zu tun wäre. Berühmte Fußball-Philosophen glänzen mit ihren Weisheiten. "Flach spielen, hoch gewinnen", sagt Franz Beckenbauer. "Man muss den Ball so mit den Füßen streicheln, dass er im Netz des Gegners landet", meint Pele. Und Trainer-Guru Giovanni Trapattoni behauptet sogar: "Fußball ist immer ding, dang, dong."

Jetzt ist eine neue These hinzugekommen. Alles nur Zufall, behaupten Jörn Quitzau und Henning Vöpel in einer Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI). Diese Organisation befasst sich üblicherweise mit harten ökonomischen Fakten, kurz mit allem, was derzeit unter der Rubrik "Krise" läuft. Im Fußball ist die Krise noch nicht angekommen.

Quitzau und Vöpel haben die Bundesliga-Saison 2007/2008 untersucht. Ihr Schluss: Zu 52,7 Prozent hätten unvorhersehbare Ereignisse wie Fehlentscheidungen, abgefälschte Torschüsse oder Verletzungen die Ergebnisse beeinflusst. Mittelstürmer Zufall schlägt zu!

Frei interpretiert, bedeutet das: Mit ein bisschen Glück kann der HSV Meister werden und der FC St. Pauli steigt auf. Der Zufall wird es richten. Eigentlich bestätigt diese Studie ja nur die alte Fußball-Weisheit: Entscheidend ist "auffem" Platz. Denn sonst, das freut alle Lederhosen-Verächter, müsste Bayern München jede Saison den Titel holen.

Der Zufall, wissen wir seit Erich Kästner, ist die größte Großmacht der Welt. Dennoch ist eine These der HWWI-Studie gewagt. "Wer um die Meisterschaft und wer gegen den Abstieg spielt", sagen die Autoren, "ist daher auch eine Frage von Glück und Pech." Na ja. Ob wirklich vor einem Jahr Arminia Bielefeld statt 15. Meister geworden wäre, wenn Wichniarek & Co. weniger oft danebengeschossen hätten?

Eigentlich ist alles viel simpler. Der kleine Bochumer Nationalspieler Dariusz Wosz sagte einmal: "Alles hat gestimmt: Das Wetter war gut, die Stimmung war gut, der Platz war gut. Nur wir waren schlecht." Auffem Platz eben.

 

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