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Sport

Eishockey: Hamburger verlieren auch die zweite Viertelfinalpartie gegen Berlin

Freezers wieder nicht belohnt

Das Team von Trainer Paul Gardner hatte den Meister erneut am Rande einer Niederlage, doch nun schwinden nach dem 2:3 nach Verlängerung die Chancen auf den Einzug ins Halbfinale.


Foto: DDP

Hamburg. Es ist ein Ärgernis, das viele Arbeitnehmer kennen. Sie leisten Überstunden und werden nicht dafür belohnt. So erging es gestern Nachmittag auch den Eishockeyprofis der Hamburg Freezers. Sie mussten in ihrem zweiten Viertelfinalspiel gegen die Eisbären Berlin in die Verlängerung und hatten am Ende nichts in der Hand. Durch einen Treffer von Rankel in der 79. Minute verloren die Freezers nach dem 3:5 vom Freitag erneut, dieses Mal mit 2:3 (1:0, 0:0, 1:2, 0:1).

Hätte die Partie nur wenige Minuten länger gedauert, sie wäre als längste in die Freezers-Geschichte eingegangen. Schon einmal, in den Play-offs der Hamburger Premierensaison 2002/03, hatten die "Eisschränke" nach den 60 regulären Spielminuten noch eine 20-minütige torlose Verlängerung gegen Berlin drangehängt. Damals wurde die Partie im Penaltyschießen zugunsten der Freezers entschieden.

Dieses Mal wäre das Spiel so lange in weiteren 20-Minuten-Schritten verlängert worden, bis eine Mannschaft ein Tor erzielt hätte. Doch dazu kam es nicht, weil sich ausgerechnet der erst in dieser Saison aus Berlin verpflichtete Elia Ostwald eine Strafzeit erlaubte und diese von den Eisbären zur Entscheidung genutzt wurde. "Die Berliner haben mehr Erfahrung. Vielleicht waren sie deshalb in der Verlängerung ein wenig ruhiger", suchte Hamburgs enttäuschter Trainer Paul Gardner nach einer Erklärung für das bittere Ende einer Partie, die die Freezers über weite Strecken kontrolliert hatten.

Die Gäste aus der Hauptstadt präsentierten sich zwar wie schon im ersten Aufeinandertreffen leichtfüßiger, technisch stärker und dadurch kombinationssicherer, doch die Freezers hielten mit viel Kampf dagegen. Gardners Mannen begannen auch deutlich offensiver als noch am Freitag in Berlin, herausgespielte Chancen blieben jedoch zunächst eine Seltenheit. Die erste schöne Kombination nutzte Peter Sarno zur Führung, als er am langen Pfosten freistehend einen Pass von Nationalstürmer John Tripp verwandelte.

Anschließend entwickelte sich eine Partie, die vor allem Taktikfreaks begeisterte und die Berlins Trainer Don Jackson als "vielleicht bestes Duell zweier gleichwertiger Mannschaften" seiner Trainerkarriere analysierte. Für den Otto-Normal-Zuschauer wurde es erst wieder richtig interessant, als die Eisbären Mitte des Abschlussdrittels einen imposanten Zwischenspurt hinlegten und das Spiel durch Tore von Roach und Busch innerhalb von nur 24 Sekunden drehten.

Wie schon in Berlin, als die Freezers sogar noch einen 1:3-Rückstand egalisierten, ließen sich die Hamburger jedoch nicht entmutigen und kamen noch einmal in die Partie zurück. Der zuvor an den beiden Gegentoren nicht schuldlose Paul Manning legte sich die Scheibe in Fußballer-Manier mit dem Schlittschuh vor und traf zum 2:2. Doch kaufen konnte auch er sich dafür nichts.

Den Berlinern fehlen jetzt nur noch zwei Siege, um die Best-of-seven-Serie für sich zu entscheiden. Schon am Freitag könnte dies in Hamburg passieren. In diesem Fall würden den Freezers auch die geleisteten Überstunden noch nachträglich wie ungewollt honoriert - mit Zwangsurlaub in Form einer vorzeitigen Sommerpause.


Tore: 1:0 (11:16) Sarno (Tripp, Karalahti), 1:1 (48:34) Roach (Ustorf, Mulock), 1:2 (48:58) Busch (Walker), 2:2 (51:51) Manning (Brigley, Tripp) 4-4, 2:3 (78:01) Rankel (Robinson, Beaufait) 5-4. Strafminuten: 16/20. SR.: Bauer/Looker (Nürnberg/USA) . Z.: 6835. Play-off-Stand: 0:2 (3:5, 2:3 n.V.).

 

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