Trainer Holger Stanislawski präsentiert sich locker
St. Paulis Null steht wieder
St. Paulis Trainer Holger Stanislawski ist die Erleichterung nach dem 2:0-Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern deutlich anzumerken. Dazu hat auch die Abwehr beigetragen. Marcel Eger (Foto) und Co. sorgten endlich mal wieder für ein "Zu null"-Spiel.
Hamburg. Holger Stanislawski wirkte nach dem befreienden 2:0-Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern wie ausgewechselt. St. Paulis Trainer nahm sich nach dem Schlusspfiff viel Zeit für die Medienvertreter, scherzte und gab trotz mahnender Worte ("Wir dürfen uns auf diesem Erfolg nicht ausruhen") seinen Spielern für den gestrigen Dienstag frei. Die hatten sich ihren Sabbattag aufgrund ihrer starken Defensivleistung gegen die sonst so stürmischen "Roten Teufel" redlich verdient. Nach zuvor vier Niederlagen mit neun Gegentoren sorgte ausgerechnet St. Paulis Wackelabwehr - statistisch immer noch die viertschlechteste der Zweiten Liga - für lange vermisste Glücksgefühle am Millerntor.
"Unsere Defensive war der Schlüssel zum Sieg", sagte Torhüter Mathias Hain, der sich über das fünfte Zu-Null-Spiel der Saison freuen durfte. Zuletzt hatte St. Pauli am 30. November gegen den FC Ingolstadt 90 Minuten ohne Gegentreffer überstanden. Und obwohl auch gegen Kaiserslautern mit den Linksverteidigern Jan-Philipp Kalla und Benjamin Weigelt (beide Muskelfaserriss) sowie dem kurzfristig an einer Grippe erkrankten Mittelfeldabräumer Fabian Boll drei Defensivspieler ausfielen, später auch noch die verletzten Fabio Morena (Verhärtung der Gesäßmuskulatur) und Marc Gouiffe a Goufan (wird nach Außenmeniskus-Abriss operiert) ersetzt werden mussten, präsentierte sich Stanislawskis Mannschaft in der Abwehr stark verbessert. "Wir haben uns einfach wieder auf unsere Grundtugenden besonnen. Anstatt Situationen spielerisch zu lösen, haben wir sie kämpferisch bewältigt", erklärte Mittelfeldstaubsauger Timo Schultz. "Es freut mich, dass die Jungs das umgesetzt haben, was wir zuvor in etlichen Sitzungen besprochen hatten", zeigte sich Stanislawski über die Lernwilligkeit seiner Profis begeistert.
Ob die neue Kompaktheit in der Defensive auch gegen die zuletzt zahnlosen Löwen von 1860 München Bestand hat, wird sich am Sonntag (14 Uhr/Premiere) zeigen. "Das ist auch eine Frage des Willens", kündigte der genesene Innenverteidiger Marcel Eger an, der aufgrund von Morenas Verletzung gegen Kaiserslautern sein Comeback früher als geplant geben musste. In der Hinrunde hatte Eger mit Ralph Gunesch ein starkes Pärchen in der Innenverteidigung gebildet. "Solange wir elf gesunde Spieler zur Verfügung haben, bin ich zufrieden", stapelt Stanislawski nach den erneuten Ausfällen in der Defensive bewusst tief. Doch natürlich hofft auch er, dass gegen 1860 erneut die Null steht. Denn zwei Spiele in Folge hat St. Pauli in dieser Saison bislang nicht ohne Gegentor überstanden. Noch nicht.







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