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Sport

Sieglose Phase

St. Pauli: Jetzt kommt Drobo-Ampem auf die linke Tour

Ungewissheit prägt die Lage. Nach vier sieglosen Spielen in Folge und der vernichtenden Kritik von Trainer Holger Stanislawski gibt es beim FC St.


Foto: Fishing4

Hamburg. Ungewissheit prägt die Lage. Nach vier sieglosen Spielen in Folge und der vernichtenden Kritik von Trainer Holger Stanislawski gibt es beim FC St. Pauli kaum Spieler, die sich sicher sein können, am Montag im Zweitliga-Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern in der Startelf zu stehen. Sorgen, die sich Davidson Drobo-Ampem wohl nicht zu machen braucht. Drobo-wer?

Der 20-Jährige erhielt aufgrund der dramatischen Personalnot in der Abwehr - alle drei Linksverteidiger sind verletzt, Innenverteidiger Marcel Eger fällt ebenfalls weiter aus - am letzten Spieltag eine Einsatzchance. Und nutzte sie bei seinem Profi-Debüt eindrucksvoll. Nach der Verletzung von Benjamin Weigelt war er in Oberhausen beim Stand von 0:3 in der 24. Minute ins kalte Wasser geworfen worden und hatte eine nahezu fehlerfreie Partie gespielt. "Das war nicht einfach, bei diesem Ergebnis eingewechselt zu werden. Er hat seine Sache gut gemacht", freut sich auch Stanislawski über einen der wenigen Lichtblicke in diesen tristen Tagen, "er hat bewiesen, dass er eine Alternative ist".

Die Meinung hatte der Trainer nicht exklusiv. Bevor die Abendblatt-User "Drobo" online mit absoluter Mehrheit zum Spieler des Spiels wählten, hatte der gebürtige Ghanaer von Familie, Freunden und Bekannten bereits den nötigen Lesestoff für die Rückfahrt auf sein Handy geliefert bekommen. 40 ungelesene SMS leuchteten auf seinem Display auf. Arbeit, die er ebenso gerne verrichtete wie zuvor 67 Minuten lang auf dem Platz. "Ich war schon als Jugendspieler Fan vom FC St. Pauli. Deshalb war es für mich schon eine Ehre, gegen Fürth auf der Bank sitzen zu dürfen", sagt der mittlere von drei Brüdern, der mit seiner Familie im Alter von vier Jahren aus Ghanas Hauptstadt Accra nach Hamburg zog und über den SC Hamm und Vorwärts/Wacker Billstedt als A-Jugendlicher 2006 zum FC St. Pauli kam.

Und auf der vierstündigen Heimreise fand er dann auch endlich Zeit, um einmal kräftig durchzuatmen. "Natürlich war mit der Einwechslung für mich ein Traum in Erfüllung gegangen, aber in der ersten Minute konnte ich kaum atmen, so nervös war ich", gesteht Drobo-Ampem, der in dieser Saison gar nicht mit einem Debüt im Profiteam gerechnet hatte: "Nee, ich hatte mich selbst nicht auf dem Zettel. Das kam für mich schon alles sehr überraschend."

Seine Konzentration galt bislang der U23, mit der er als Innenverteidiger aktuell den Aufstieg in die Regionalliga anpeilt, und seinem eigentlichen Beruf. Nach dem Abitur (Notenschnitt 2,5) und einer kurzen Orientierungsphase hatte sich Drobo-Ampem, der noch bei seinen Eltern in Barmbek lebt, mit Erfolg um eine Ausbildungsstelle als Groß- und Außenhandelskaufmann beworben.

Einen Profi-Vertrag hat er (noch) nicht. Und so mussten die Verantwortlichen bei seinen Vorgesetzten noch ein wenig Überzeugungsarbeit leisten, um ihrem neuen Linksverteidiger ein tägliches Training zu ermöglichen. Anders als für das Ligaspiel gegen den FCK war seine Präsenz auf dem Trainingsplatz in dieser Woche nämlich zunächst fraglich gewesen.lwö

 

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