"Riesin" Janne darf nach Riesa
Hamburg. Wenn morgen in Riesa die Kurzbahn-Europameisterschaften beginnen, ist auch eine Schwimmerin am Start, die die Lust an ihrem Sport längst verloren hatte: Janne Schäfer aus dem Hamburger Topteam von Trainer Dirk Lange.
Als vor fünf Monaten die Nationalmannschaft für die Langbahn-EM in Berlin nominiert wurde, fehlte ihr Name auf der Starterliste. Dabei war die 21-Jährige zu diesem Zeitpunkt die schnellste Brustschwimmerin Deutschlands. "Ich war drauf und dran, alles hinzuschmeißen", erinnert sich Janne Schäfer, die seinerzeit weinend aus der Alsterschwimmhalle geflüchtet war. "An dieser Sache habe ich noch immer zu knabbern, weil ich die Entscheidung des Bundestrainers bis heute nicht verstehen kann."
Sich dennoch wieder aufgerappelt zu haben, bezeichnet sie als "großen Schritt" in ihrem Leben als Sportlerin. Dass sich die Psychologiestudentin nicht von ihren Emotionen hat herunterziehen lassen, mag auch an ihrer Disziplin liegen. "Brustschwimmer sind Freaks, ein Völkchen für sich", sagt Janne selbst. Weil Brustschwimmen technisch sehr anspruchsvoll sei und deshalb als schwierigste aller Stilarten gelte.
Dabei sind ihre körperlichen Voraussetzungen alles andere als optimal. Mit einem Gardemaß von 1,90 Meter würde sie eher als Hochspringerin oder Basketballerin durchgehen. Brustschwimmer sind hingegen in der Regel klein und kompakt.
Hauptgrund für diese "Übergröße" sind ihre rekordverdächtigen Beine. Sicher ein Erbe ihres Vaters Klemens, der als Volleyballer beim HSV deutscher Meister und Nationalspieler war. 124 Zentimeter messen ihre Beine vom Hacken bis zum Hüftknochen. Damit fehlen Janne nur zwei Zentimeter zur Britin Sam Stacey, die im Guinness-Buch der Rekorde mit 126,36 cm vermerkt ist. Allerdings bei einer Körpergröße von 2,08 m.
Auf alle Fälle hat Janne die mit Abstand längsten Beine unter den Eliteschwimmern dieser Welt. Ob ihr das bei der EM in Riese viel nutzt, ist fraglich. "Die besten Brustschwimmer der Welt sind in Europa zu Hause", weiß die deutsche Meisterin über 50 m. Dennoch träumt sie von einer Medaille. "Wenn schon nicht im Einzel, dann vielleicht in der Lagenstaffel."






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