Boxen
Schulz trifft Schulz
Der ehemalige Profiboxer Axel Schulz schrieb mit dem deutschen Amateurmeister Lukas Schulz aus Hamburg in Norderstedt Autogramme. Axel Schulz’ Tipp an den Namensvetter: „Immer wieder aufstehen!“
Hamburg. "Als ich vor zwei Jahren meinen Comebackkampf gegen Brian Minto verloren habe, dachten alle, ich sei weg vom Fenster", sagt Axel Schulz. Doch ganz in Vergessenheit geraten ist der ehemalige Profiboxer aus Berlin nicht. Er hat immer noch Fans, die ein Autogramm von ihm haben wollen und die den 1,91 m großen Mann fürs heimische Album fotografieren möchten.
Schulz selbst freut sich darüber. "Ich bin wirklich erstaunt, wie viele Leute sich auch nach dem Ende meiner Boxkarriere für mich interessieren", sagt der 39-Jährige.
Im Fegro-Markt in Norderstedt hat Schulz am späten Freitagnachmittag eine Autogrammstunde gegeben. Umringt von einem Sortiment aus Wintermänteln und Glühweinautomaten, Fußmatten und Turnschuhen. Die Bühne des Axel Schulz ist längst nicht mehr der große Boxring, die Arena, in der Tausende von Menschen Platz finden. Doch das stört den ehemaligen Schwergewichtler, der drei WM-Kämpfe bestritten und verloren hat, anscheinend nicht. Im Gegenteil. Immer wieder streckt der sportlich gekleidete Mützenträger Schulz seine Faust in die Höhe und posiert wie einst im Ring nach dem Sieg. Für jeden hat er ein Lächeln, Berührungsängste sind ihm fremd.
Schulz steht, wie einst zu seinen aktiven Zeiten, im Mittelpunkt. Und das, obwohl eine One-Man-Show eigentlich nicht geplant war. Im Fokus der Veranstaltung stand nämlich noch ein anderer Boxer: Lukas Schulz, der Namensvetter des ‚großen Axel’. In Straubing hat der 27-Jährige erstmals seit 44 Jahren wieder einen deutschen Meistertitel im Amateurboxen für Hamburg erkämpft und wurde im Fegro-Markt dafür geehrt. "Vor mir ist es nur Jürgen Blin gelungen, den Titel nach Hamburg zu holen", sagt Lukas Schulz nicht ohne Stolz. Doch viele Autogramme muss der junge Mann im Gegensatz zu seinem Namensvetter Axel Schulz trotz der historischen Leistung nicht schreiben. Das könnte sich ändern, sollte sich der junge Boxer demnächst dafür entscheiden, ins Profilager zu wechseln. "Es war immer mein Traum mit dem Sport irgendwann Geld zu verdienen", sagt Lukas Schulz, der außerdem Informatik studiert. "Bis Ende des Jahres werde ich mich entscheiden, wie und wo es für mich weitergehen wird. Ich habe verschiedene Angebote und werde sehen, was sich ergibt."
Ex-Profi Axel Schulz gibt dem Hamburger Amateurboxer dennoch einen entscheidenden Tipp mit auf den Weg: "Wichtig ist, dass man auch nach Niederlagen immer wieder aufsteht. Man darf den Kopf niemals hängen lassen und muss zu dem stehen, was man macht", sagt der Berliner.
Er selbst hat nach dem gescheiterten Comebackversuch 2006 alles daran gesetzt vor allem im Bereich Charity Fuß zu fassen. "Als Botschafter der Laureus Stiftung setzte ich mich für Kinder und Jugendliche ein. Hilfsprojekte sind ein fester Bestandteil in meinem Leben geworden." Der nächste Termin nach dem Besuch im Fegro-Markt Norderstedt führt Axel Schulz deshalb auch nach Portugal zu einem Charity-Golf-Turnier. "Dort fliege ich gemeinsam mit meiner Frau, meiner Tochter und der 88-jährigen Oma hin." Vollkommen Weg vom Fenster ist Axel Schulz also tatsächlich nicht.






Branchenbuch Hamburg
Abendblatt auf Facebook
100. Geburtstag
Axel Springer








