FC Bayern: Gibt es bald wieder einen Wechsel?
Poldi hat Frust - Ablenkung beim Boxen
Am Abend, kurz vor Mitternacht, als ihn der alte und neue Box-Weltmeister Felix Sturm nach seinem Triumph über Sebastian Sylvester in den Ring holte, hatte Lukas Podolski sein Lachen wieder gefunden.
Foto: ap
München. Das war in Oberhausen, 632 Kilometer entfernt von der Allianz-Arena in München. Er fühlte sich unter Freunden, 632 Kilometer weg vom tristen Alltag seines Lebens als Fußballprofi beim FC Bayern. In der Allianz-Arena hatte der Nationalstürmer am Nachmittag, es war am Sonnabend kurz nach 17 Uhr, zwar für seinen Arbeitgeber einen Elfmeter zum 3:1-Endstand gegen Arminia Bielefeld verwandelt, doch richtige Freude wollte bei dem 23-Jährigen über seinen dritten Saisontreffer nicht aufkommen. Zu tief saß der Frust, erst nach der Halbzeit von Trainer Jürgen Klinsmann eingewechselt worden zu sein.
Die Bayern haben drei Stürmer: Luca Toni, Miroslav Klose und eben Podolski. Toni ist verletzt und nahm auf der Tribüne Platz. Statt aber nun Podolski in die Startelf zu beordern, wechselte Klinsmann das System. Er ließ gegen Bielefeld zunächst nur mit einer Spitze spielen. Ein weiterer Nadelstich gegen Podolski. Intern gilt er bereits als gescheitert, als Pflegefall, der täglich seine Streicheleinheiten braucht; mehr als eine Katze, wie die Kollegen inzwischen lästern. In der Säbener Straße, der Machtzentrale des deutschen Rekordmeisters, haben Manager Uli Hoeneß und Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge längst beschlossen: Kommt ein akzeptables Angebot für Podolski, und akzeptabel heißt mindestens acht Millionen Euro Ablösesumme, darf er im Winter gehen. Podolski weiß das.
"Es ist ganz normal und legitim, dass ich mir bis zur Winterpause Gedanken machen werde, wie es weitergeht", sagte Podolski noch in München, bevor er nach Oberhausen in seine private Welt flog. Er sei nicht überrascht gewesen, auf der Bank zu sitzen, "aber schon sauer". Klinsmann, der ihn in seiner Zeit als Nationaltrainer (20042006) immer gefördert hatte, hätte ihm vor dem Bielefeldspiel gesagt, er wolle mal etwas Neues ausprobieren. Das misslang. Zur Halbzeit stand es 1:1. Und weil Podolski in der zweiten Hälfte ein ordentliches Spiel ablieferte, lobte ich hinterher sogar Hoeneß: "So wollen wir den Lukas sehen." Auch Podolski befand: "Gegen Bielefeld bin ich gut reingekommen. Eine Vorlage, ein Tor so kann es weitergehen." Beim FC Bayern, darauf deutete trotz der veritablen Vorstellung am Sonnabend alles hin, wohl nicht. Das Schlusswort hat Podolski: "Da muss man die nächsten Wochen und Monate abwarten. Aber die nächsten Spiele sind wichtiger als irgendwelche Spekulationen."







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