Handball: Der HSV auf Reisen
In der Fremde zu einer Einheit werden
Viermal sind die Hamburger auswärts gefordert. Doch die missliche Situation könnte sich zum Vorteil wenden.
Hamburg. Man müsste an dieser Stelle Guillaume Gille zitieren, weil es eine spontane und ehrliche Meinungsäußerung war, aber dieses Wort gehört nun mal nicht in eine seriöse Zeitung. Fassen wir die Aussage des Kapitäns des HSV Hamburg einmal so zusammen: Vier Auswärtsspiele hintereinander binnen elf Tagen seien eine eher unerfreuliche Angelegenheit. Aber, so der französische Olympiasieger: "Wir müssen damit umgehen, und wir können das auch."
Vier Tage nach dem Champions-League-Erfolg beim FC Kopenhagen geht die Handball-Bundesligamannschaft am morgigen Mittwoch bei Roter Stern Belgrad erneut in der europäischen Eliteklasse fremd. Am Sonnabend ist in Halle (Westfalen) Tabellenführer TBV Lemgo der Gegner, nächsten Dienstag geht es in Großwallstadt um den Einzug ins Viertelfinale des DHB-Pokals. Lange Dienstreisen, in denen nach dem schwachen Meisterschaftsstart mit 7:7 Punkten einiges auf dem Spiel steht.
"Wir sind kaum noch zu Hause", stöhnt Linkshänder Krzysztof Lijewski, "aber wir können jetzt auswärts viel Selbstvertrauen mitnehmen." In der Fremde will die Mannschaft, die bisher auf dem Feld miteinander fremdelte, zur Einheit zusammenwachsen. Statt nach Hause geht es deshalb am Donnerstag über München und Hannover nach Halle, wo Coach Martin Schwalb ein zweitägiges Trainingslager angesetzt hat (einzig Arne Niemeyer und Oleg Velyky fehlen).
"Zur Ruhe kommen, Kräfte sammeln, Lemgo schlagen", das hat Geschäftsführer Peter Krebs als Reiseziel ausgegeben. Schon in Dänemark konnte der Geschäftsführer beobachten, "dass die Kommunikation immer besser wird". Das Ergebnis war hinterher auch an der Anzeigetafel abzulesen.
"Die Harmonie im Zusammenspiel ist noch nicht da", stellt Kapitän Gille fest. "Aber ich weiß, welche Qualität in der Mannschaft steckt. Sie hat den Willen, sich da herauszukämpfen."
Das Wettkampfprogramm könnte für die angekratzte HSV-Seele gerade recht kommen. Beim Gruppenletzten Belgrad sollten die Hamburger morgen leichtes Spiel haben. Und gegen Lemgo und Großwallstadt, wo der HSV in der Meisterschaft verlor, wäre ein großer Wurf fast eine Überraschung. Krebs: "Da fahren wir als Außenseiter hin."















