26.08.08

Boxen: Weltmeisterin Susi Kentikian wurde eingebürgert

Endlich passt die Hymne

Ganz in Schwarz war sie gekleidet, was auf den ersten Blick zum freudigen Anlass der Zusammenkunft nicht so recht passen wollte. Doch wer das...

Foto: dpa
Susi Kentikian zeigt stolz die Einbürgerungsurkunde.

Hamburg. Ganz in Schwarz war sie gekleidet, was auf den ersten Blick zum freudigen Anlass der Zusammenkunft nicht so recht passen wollte. Doch wer das Strahlen in Susi Kentikians Gesicht sah, als sie aus den Händen von Sportsenatorin Karin von Welck die Einbürgerungsurkunde entgegennahm, der wusste, dass die Farbwahl lediglich modischer Vorliebe geschuldet war. "Ich bin sehr froh, dass ich jetzt deutsche Staatsbürgerin bin", sagte die 20 Jahre alte Fliegengewichts-Weltmeisterin aus dem Hamburger Profistall Spotlight.

Acht Monate hatte die Armenierin, die im Alter von vier Jahren als Kriegsflüchtling mit ihrer Familie nach Deutschland kam, auf den deutschen Pass warten müssen. Die Einbürgerungsurkunde, ausgestellt auf den vollen Namen Susianna Levonovna Kentikian, ist zwar auf den 10. Juni datiert, allerdings fand sich wegen Fußball-EM, Olympia und Sommerpause kein geeigneter Termin, um eine feierliche Übergabe zu organisieren. Diese jedoch war Senatorin von Welck wichtig, "weil Frau Kentikian ein großes Vorbild für die Jugend ist und wir sehr stolz sind, dass sie Bürgerin unserer Stadt ist".

Einen kurzen Rechtschreibtest musste die 1,53 m kleine Faustkämpferin absolvieren. Auf einen Sprachtest verzichteten die Behörden, da Kentikian durch Interviews in Funk und Fernsehen mehrfach ihre Deutschkenntnisse nachgewiesen hat. Die Sportlerin hat nun nur noch zwei Wünsche. Zum einen, dass auch ihre Familie bald eingebürgert werden kann. Zum anderen, dass ihrem Antrag auf Genehmigung einer doppelten Staatsbürgerschaft stattgegeben wird. "Ich bin Deutschland unendlich dankbar, aber im Herzen bin ich eben auch Armenierin. Deshalb möchte ich beide Pässe haben", sagte sie. Eine Entscheidung soll innerhalb der nächsten Wochen getroffen werden.

Was sich durch die Einbürgerung für sie ändern werde, konnte Kentikian schnell beantworten: "Endlich passt die Hymne, die vor meinen Kämpfen gespielt wird. Bisher fand ich es irgendwie nicht richtig, wenn die deutsche Hymne für mich aufgelegt wurde." Das Deutschlandlied wird zum nächsten Mal am Freitag für die in 21 Profikämpfen unbesiegte "Killer Queen" gespielt. In Düsseldorf verteidigt sie ihre Titel gegen Hagar Shmoulefeld Finer (22.30 Uhr, ProSieben live). Die Israelin ist in Deutschland bekannt, seit sie Regina Halmich in deren letztem Kampf am 30. November 2007 nur nach Punkten unterlag. Überhaupt erlitt die 23-Jährige keine ihrer sechs Niederlagen (aus 27 Profikämpfen) vorzeitig. "Sie boxt einen sehr offensiven Stil. Ich muss auf ihre gefährlichen Schwinger aufpassen", sagt Kentikian, "aber grundsätzlich glaube ich, dass sie sehr gut zu mir passt." Genau wie die neue Hymne und der neue Ausweis in ihrer Handtasche.

bj
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