Team Beijing: Noch 19 Hamburger Olympiakandidaten
Wer folgt Polgar und Spalteholz?
100 Tage vor Beginn der 29. Olympischen Sommerspiele hatte die Stadt ihre möglichen Peking-Reisenden ins Rathaus und anschließend auf eine Barkassenfahrt geladen.
Hamburg. Die einen lachten und scherzten, andere erzählten von ihren Hoffnungen, eine dritte Gruppe gestand ihre Enttäuschung. 100 Tage vor Beginn der 29. Olympischen Sommerspiele hatte die Stadt ihre möglichen Peking-Reisenden ins Rathaus und anschließend auf eine Barkassenfahrt geladen. Ihr Olympiaticket aber haben bisher nur zwei Hamburger virtuell in der Tasche: die Tornado-Segler Johannes Polgar (30) und Florian Spalteholz (31) vom Norddeutschen Regatta-Verein (NRV). Sie qualifizierten sich in der vergangenen Woche vor Hyères (Frankreich). Emotionaler Höhepunkt der Veranstaltung: Erst-, Zweit- und Drittklässler der Schule Slomanstieg (Veddel) hatten für die Spitzensportler im Unterricht individuelle Geschenke gefertigt. Das kam sehr gut an.
Das von der Stiftung Leistungssport, dem Hamburger Sportbund, der Stadt und der Wirtschaft finanzierte Team Hamburg/Beijing beginnt sich allerdings zu lichten. Von 32 Kandidaten, die seit Januar 2007 mit 400 Euro im Monat gefördert wurden, sind 19 übrig geblieben. "Wir verabschieden einige aus dem Team Beijing und hoffen sie im Kader für London 2012 begrüßen zu können", sagte Teammanager Renko Schmidt. Das Versprechen gilt. Hamburgs Spitzensportler sollen weiter systematisch unterstützt werden, auch mit Arbeits-, Ausbildungs- und Studienplätzen. Schmidt: "Bislang konnten wir alle an uns herangetragenen Wünsche erfüllen."
Beste Olympiachancen haben Hamburgs erfolgreiche Mannschaftssportler. Sie müssen sich indes gedulden. Erst Mitte Juli benennen die Bundestrainer im Hockey und Handball ihre China-Fahrer. Stefan Schröder (HSV Handball) droht längeres Warten. Das kennt er von der WM 2007 und der EM 2008: "Wahrscheinlich werde ich nicht zum 14er-Kader gehören, aber ich hoffe, dass ich als Reservist mit nach Peking fliegen darf."
Johannes Polgar und Florian Spalteholz dagegen können ihre Nominierung erst einmal genießen. Heute fahren die beiden Segler mit Windsurf-Rekordweltmeister Björn Dunkerbeck um die Wette - einmal um die Insel Fehmarn. Dunkerbecks Bestzeit für den Törn: 2:54 Stunden. Im Juni wollen sie bei der EM in Griechenland starten. Dort herrschen ähnliche (Leicht-)Windverhältnisse wie im August im Gelben Meer.















