Eishockey: Team wirbt auf und abseits des Eises für sich
Das andere Gesicht der Freezers
Hamburg. Die Hamburg Freezers zeigen in diesen Tagen ein anderes Gesicht als lange Zeit in dieser Saison - und das nicht nur auf dem Eis. Sportlich befindet sich das Team von Trainer Bill Stewart nach drei Siegen in Folge weiter im Rennen um den Einzug in die Play-off-Qualifikation. Doch das allein scheint den Machern nicht Werbung genug für die heiße Phase der Spielzeit zu sein. Seit gestern sieht man Kapitän Alexander Barta, Verteidiger Stephan Retzer und Stürmer François Fortier überall in der Stadt auf Plakaten, mit denen sie um Unterstützung für den Kampf um den Einzug in die Play-offs buhlen. Kurzerhand wurden dafür 2500 Wahlaufsteller, schwerpunktmäßig der CDU, überklebt.
Offiziell will man bei den Freezers von einer Kampagne nichts wissen, denn ganz astrein ist die Aktion nicht. Streng genommen handelt es sich nämlich um Sachbeschädigung wie sie im Vorfeld der Bürgerschaftswahl häufiger vorkam. Weil viele Plakate gestohlen oder beschädigt worden waren, hatte der CDU-Ortsverband Wandsbek unlängst sogar ein Sicherheitsunternehmen mit der Bewachung seiner Werbetafeln beauftragt.
Warum nun ausgerechnet Wahlsieger Ole von Beust nicht mehr seine Wähler anlächeln darf und nun beispielsweise an der Amsinckstraße die Freezers-Spieler ihre Entschlossenheit demonstrieren, lässt Raum für Spekulationen. Mit Andreas Mattner und Klaus-Peter Hesse unterstützen zwei einflussreiche CDU-Politiker den Klub. Von einer Tolerierung der Aktion seitens der Partei wollten beide auf Anfrage aber nichts wissen. "Sehr viel Freude wird man an den Plakaten ohnehin nicht haben", erklärte Hesse. "Denn innerhalb dieser Woche müssen die Parteien ihre Schilder wieder einsammeln."
Spätestens wenn die Freezers gegen Köln (Freitag, 19.30 Uhr) und Wolfsburg (Sonntag, 14.30 Uhr) gleich zweimal in der heimischen Color-Line-Arena antreten, müssen die Akzente also wieder auf dem Eis gesetzt werden. "Ihr seid unser Rückhalt", wendet sich Retzer auf seinem Plakat an die Fans. Immerhin 11 000 haben ihre Unterstützung für Freitag schon fest eingeplant.






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