Hockey: Beide Alster-Teams erreichen die Endrunde in Alsterdorf
Hamburg. Schon drei Minuten vor Abpfiff erhoben sich die Zuschauer in der Hockey-Halle an der Hallerstraße - nicht etwa, um zu gehen, sondern um zu feiern. Das hatte Jo Mahn (44), seit fast 22 Jahren als Spieler und Trainer für den Club an der Alster am Stock, auf seine - relativ - alten Tage auch noch nicht erlebt.
Doch nicht nur der Alster-Anhang unter den 800 Besuchern, auch Mahn war nach dem 14:3 (7:3) im Play-off-Viertelfinale gegen den TuS Lichterfelde begeistert. "Das war unsere beste Saisonleistung", sagte der Coach nach dem Einzug seiner "Truppe" in die deutsche Endrunde in der Sporthalle Hamburg (siehe Infokasten). Die (leisen) Befürchtungen, das Final Four wie im Vorjahr (8:9 gegen den späteren Vizemeister Düsseldorf) zu verpassen, erwiesen sich als unbegründet. Mahn: "Einstellung, Kampfkraft, Verteidigung und Strafecken - heute stimmte fast alles." Vor allem verstand es der bis auf Tobias Hentschel (Oberschenkelzerrung) komplette Nordmeister das Spieltempo gegen den Ost-Zweiten 60 Minuten lang hochzuhalten. Als deren Trainer Hartmut Schröder zu Beginn der zweiten Halbzeit seinen Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers herausnahm, stellten Weltmeister Justus Scharowsky und Altmeister Hendrik Lange (jew. 39. Min) mit einem Doppelschlag zum 9:3 endgültig die Weichen auf Sieg. Die Grundlage hatte Jonathan Fröschle (insgesamt 4 Treffer) mit zwei Strafecken- und einem Siebenmetertor vor der Pause gelegt.
"Unsere verpatzte Feldsaison war für manche vielleicht auch Anreiz zu zeigen, dass sie die Halle doch ernst nehmen", sagte Alster-Präsident Dr. Karl Ness. In der Feldhockey-Bundesliga als Meister nur auf Platz neun, ruhen Hamburgs Endrunden-Hoffnungen jetzt allein auf Alster.
Der Nordzweite UHC, im Freien zielgerichtet auf Play-off-Kurs, verlor sein Indoor-Viertelfinale beim Berliner HC mit 5:13 (1:6). "Wir sind zum Teil nur hinterhergelaufen", erkannte der frühere UHC-Kapitän und jetzige -Betreuer Jörg Schonhardt die Überlegenheit des fixen BHC-Kombinationsspiels an. Nur durch Weltmeister Moritz Fürste (2 Tore) konnte das Team von Martin Schultze zum 1:0 (2. Min) in Führung gehen. Von heute an kann sich der Coach auf die Vorbereitung zur Euro Hockey League konzentrieren, bei der die "Uhlen" zu Ostern im Achtelfinale die letzte deutsche Hoffnung sind.
In Berlin ebenfalls den Kürzeren zogen die HTHC-Damen: Das entthronte Meisterteam unterlag in der Neuauflage des Vorjahresfinals dem BHC mit 4:8. "Der BHC war cleverer, deshalb dürfen wir uns nicht beschweren", sagte HTHC-Trainer Peter Krueger. Sein Team hielt bis zum 2:4 (47.) mit, dann schickte Olympiasiegerin Natascha Keller die Frauen um EM-Torhüterin Kristina Reynolds mit vier Toren nach Hause.
Was das Heimrecht ausmachen kann, hatten vor den Alster-Herren schon die Damen des Clubs erlebt: Erst mit 5:4 (4:4, 1:1) nach Verlängerung setzte sich der Hallen-Europapokalsieger gegen Lichterfelde durch. Nachdem Laura Lembke (2), Ukrike Patschkowski und Friederike Sievers in der Normalspielzeit getroffen hatten, erlöste Rebecca Landshut (66. Min) mit ihrem Siegtor auch Jens George. "Der Druck, dass jeder von uns einen Sieg erwartet, hat uns heute sehr gehemmt", meinte der Alster-Coach. Der erfahrene Präsident Ness ("Mich regt das ja nicht mehr so auf") hofft jetzt, dass auch die Endrunde in Alsterdorf zum Heimvorteil wird und "unsere Anhänger zahlreich dorthin kommen".






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