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Sport

Rudern: Hamburger Olympiahoffnung will nun doch mit Verband kooperieren

Ole Rückbrodts Rolle rückwärts

Hamburg. Für Ole Rückbrodt waren die letzten Wochen die wohl schwierigsten seiner bisherigen Ruderlaufbahn. Der große Traum des Vizeweltmeisters im Leichtgewichtsachter schien zu zerplatzen, der erhoffte Start im Vierer bei den Olympischen Spielen in Peking rückte in immer weitere Ferne. Nun könnte sich das Blatt vielleicht doch noch wenden.

Gemeinsam mit seinem Bruder Martin (beide Der Hamburger und Germania Ruder Club), Joel El Qualqili (Potsdamer RC Germania) und Lutz Ackermann (Osnabrücker RV) wollte sich der 24-Jährige mit Heimtrainerin Rita Hendes individuell auf die anstehende Olympiaqualifikation (Mitte Juni in Posen) vorbereiten. Der Deutsche Ruderverband (DRV) setzt jedoch auf zentrale Maßnahmen für die Vierer-Kandidaten. Die Fronten verhärteten sich, bis der DRV die "Rebellen" kurzerhand aus dem Bundeskader strich. "Wir trainieren weiter, auch wenn ich die Chance, dass ich in Peking starte, derzeit bei fünf Prozent sehe", sagte Ole Rückbrodt dem Abendblatt noch im Dezember. Zuletzt zweifelte er mehr und mehr an den Erfolgsaussichten in der isolierten Position.

Derweil versuchte Rückbrodts Klub vermittelnd tätig zu werden, Gespräche mit den Athleten wurden geführt. Noch am Dienstagabend saßen die Vereinsvertreter Wolfdieter Schumacher und Dirk Schildhauer über eine Stunde mit Ole und Martin Rückbrodt sowie Renko Schmidt, Manager des "Team Hamburg Beijing" und Ruder-Stützpunktleiter, zusammen. Das Ergebnis: Schmidt wird offiziell beim Verband anfragen, ob Ole Rückbrodt, El Qualqili und Ackermann eine neue Chance bekommen, wenn sie uneingeschränkt an dem DRV-Projekt teilnehmen. Martin Rückbrodt (21) will dagegen künftig im Schwergewichtsbereich starten und sich auf Olympia 2012 konzentrieren

"Von der Leistung her fühle ich mich bereit für Peking", sagt Ole Rückbrodt. "Ich wollte meinen Traum einfach nicht aufgeben." Nun vollzieht er mit seinen Teamkollegen eine Rolle rückwärts, die Schmidt positiv aufgenommen hat: "Es ist augenscheinlich, dass die Athleten ihre Situation noch einmal überdacht haben. Die Reaktion des Verbands darauf kann ich allerdings nicht einschätzen." Zuletzt hatte sich der DRV hart gezeigt. Vieles könnte auch vom Ausgang der Vorstandswahlen im März abhängen. Ole Rückbrodt drohen deshalb weitere schwere Wochen, in denen er um seinen Traum bangen muss.dst

 

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