HAMBURG. Wenn heute in Berlin die Vertreter aller 15 Vereine der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zusammenkommen, geht es ans Eingemachte. Die Zukunft der Liga steht auf dem Spiel. Angesichts sinkender Zuschauerzahlen und einer schwindenden öffentlichen Wahrnehmung der Schlittschuh-Cracks könnten auf der Gesellschafterversammlung (Fehl-)Entscheidungen der Vergangenheit wie die Abschaffung des Abstieges revidiert werden.
Hamburg Freezers-Notizen
Nicht nur im Inland werden die Geschehnisse in der Hauptstadt daher mit Interesse verfolgt. Auch in Salzburg, wo die Red Bulls von Energy-Drink-Milliardär Dietrich Mateschitz mit einer Aufnahme in die DEL liebäugeln, schauen die Verantwortlichen nach Berlin. "Die Mehrzahl der DEL-Klubs sähe mehr Vor- als Nachteile darin, wenn die Red Bulls in der DEL spielen würden", sagt Hardy Nilsson, Koordinator für internationale Angelegenheiten bei den Österreichern.
Allerdings weiß auch der ehemalige Meistertrainer, dass es für die DEL dringendere Fragen als die Ausdehnung auf die Alpenrepublik gibt. Zum Beispiel die nach der optimalen Größe. Die Verschlankung des auf 56 Hauptrundenpartien pro Team aufgeblähten Spielplans wird angestrebt. Das spricht gegen ein zusätzliches Team aus dem Nachbarland.
"Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich gegen die Aufnahme ausländischer Klubs", bezieht Thomas Eichin Stellung. Der Geschäftsführer der Kölner Haie gehört mit seinen Amtskollegen aus Düsseldorf und Mannheim zu den treibenden Reformkräften in Sachen Abstiegsregelung: "Zum einen ist es ein Weg, die Liga zu reduzieren, zum anderen bringt es Spannung und höhere Akzeptanz bei Fans und Medien." Zuletzt fand dieser Ansatz in der DEL mehr und mehr Unterstützer, nachdem 2005 nur die DEG Metro Stars gegen die Abschaffung des Abstiegs gestimmt und sich die Haie sowie die Adler Mannheim enthalten hatten. Die anderen Klubs hatten aus Gründen der Planungssicherheit damals für einen "Closed Shop" votiert. Gleichzeitig wurde die Aufstockung der Liga von 14 auf 16 Klubs bis zum Jahr 2008 beschlossen.


