Sportbund
Zustimmung zur neuen Sportförderung
HAMBURG. Ein spürbarer Hauch von Vorwahlkampf wehte bei der Mitgliederversammlung des Hamburger Sportbundes (HSB) durch den Festsaal im Haus des Sports. Mit Bürgerschaftspräsident Berndt Röder, Sportstaatsrat Andreas Ernst, Bernd Reinert (alle CDU), Chef der Regierungsfraktion, SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann und Bürgerschafts-Vizepräsidentin Verena Lappe (auch GAL-Sportsprecherin) waren alle Rathaus-Fraktionen sowie Bundestagsabgeordnete von CDU und SPD vertreten. Sie sprachen Grußworte.
Als es vor dem wichtigsten Tagesordnungspunkt, dem Vertrag zur Absicherung der Sportförderung (TOP 4), Diskussionen unter einigen HSB-Delegierten gab, fanden deren Bedenken nur noch bei Jürgen Schmidt (SPD) Gehör, dem Vorsitzenden des Sportaussschusses der Bürgerschaft. Die anderen Politiker hatten die fünfeinhalbstündige Versammlung da schon verlassen.
Dass die HSB-Vertreter mit 3346 Jastimmen, 114 Neinstimmen bei 522 Enthaltuntungen dem Sportfördervertrag, den Staatsrat Ernst "einen Meilenstein" genannt hatte, zustimmten, überraschte nicht. Dem HSB sind vonseiten der Stadt 6,5 Millionen Euro für 2007 sicher, nach der alten Regelung (15 Prozent der Lotto- und Totogelder) wären es ob der seit 2002 stetig gesunkenen Glücksspieleinnahmen nur 6,235 Millionen Euro gewesen. "Mit dem Sportfördervertrag haben wir eine feste Grundlage für die Sportförderung 2007, 2008 und 2009 geschaffen", sagte HSB-Präsident Günter Ploß zur bis Mitte 2009 geltenden neuen Regelung. Zu den 6,5 Millionen Euro kommen für 2007 noch zweckgebundene 850 000 Euro, etwa für den Leistungssport und den Antidopingkampf oder die Sanierung von Sportanlagen.
Boris Schmidt, Präsident der Basketballer und Geschäftsführer der TSG Bergedorf, forderte das HSB-Präsidium auf, "für den kommenden Vertrag nachzuverhandeln". Letztlich überwog bei der breiten Mehrheit die Überzeugung, dass es zum bereits unterzeichneten Kontrakt keine Alternative gebe. "Die Debatte heute war teils sehr heftig, aber wichtig", urteilte Ploß, der zuvor erklärt hatte: "Wir müssen alle Parteien auf die Vereinbarung festnageln, nicht nur die Regierungspartei." Am Mittwoch soll über die Sportförderung in der Bürgerschaft debattiert und auch entschieden werden.
Die beim HSB gestellten Anträge von Handballern, Amateurboxern und der TSG Bergedorf zur Änderung des Präsidiumsauftrags bzw. zur sofortigen Wiederöffnung der Sportschule Sachsenwald wurden abgelehnt. Das weiter legitimierte HSB-Präsidium will mit der Gemeinde Wentorf, die sich um finanzielle Hilfe und bei der Belegung bemüht, den Fortbestand der HSB-Sportschule sichern.






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