Streitthema: Sportschule Sachsenwald
Neuer Vorwurf: HSB hat Verkauf bereits eingeleitet
HAMBURG. Im Kampf um den Erhalt der Sportschule Sachsenwald verhärten sich die Fronten immer mehr. Die Mutmaßung von Klaus-Peter Kohl, der Hamburger Sportbund (HSB) wolle durch Umwidmung des Geländes in Bauland bei einem Verkauf maximalen Erlös erzielen, hat neue Nahrung erhalten. Unternehmensberater Carsten von Have-Holst, Mitstreiter des an der Übernahme der Einrichtung interessierten Chefs der Universum Box-Promotion, erhebt den Vorwurf, der HSB habe bereits einen Verkauf der Anlage eingeleitet und rede nun die Zahlen absichtlich schlecht, um die Schließung forcieren zu können.
Hintergrund der Vorwürfe ist ein HSB-interner Vorgang, der im Protokoll der Mitgliederversammlung vom 24. Juni dieses Jahres dokumentiert ist. Im Zuge der im März vorgenommenen Auflösung eines Pachtvertrages mit der TSG Bergedorf, die für die Benutzung der Tennisanlage auf dem Gelände ein nicht kündbares Nutzungsrecht besaß, dafür aber eine Pacht von geschätzten 20 000 Euro jährlich zahlte, hat der HSB 300 000 Euro in bar an die TSG gezahlt.
Have-Holst stellt sich nun folgende Frage: "Wie kann es sein, dass der HSB, der immer vorgibt, kein Geld zu haben, auf einmal 300 000 Euro in bar zahlen kann?" Seine Vermutung: Entgegen anderslautender Aussagen habe der Verband mit einem potenziellen Käufer des Geländes bereits einen Deal geschlossen. Es sei übliches Geschäftsgebahren, dass ein Interessent einen Vorschuss zahlt, um den Vertragsabschluss zu erleichtern. Mit dem Geld habe der HSB die TSG Bergedorf ausgezahlt. Zudem verbreite der HSB absichtlich, die Schule sei zu weniger als 50 Prozent belegt, um die Schließung zu rechtfertigen. Dabei liege die Auslastung bei 69,4 Prozent.
HSB-Präsident Günter Ploß bringen diese Vorwürfe auf die Palme. "Wir werden juristische Schritte wegen Rufschädigung einleiten. Es gibt keinen Investor und keinen Deal. Die 300 000 Euro sind HSB-Mittel, die wir durch Einsparungen freimachen konnten. Den Pachtvertrag mit der TSG mussten wir auflösen, um Handlungsspielraum zu haben. Wir tun weiter alles, um die Schule zu erhalten und hoffen, dass unser für Donnerstag geplantes Treffen mit Herrn Kohl stattfinden kann", sagt er.
Das jedoch ist unsicher. Kohl hat die dem HSB seit Ende November vorliegende Machbarkeitsstudie zum Erhalt der Schule, die ihm für Oktober avisiert worden war, noch immer nicht vorliegen. "Vom HSB hat mich nie jemand informiert, dass es Verzögerungen gibt. Diese Hinhaltetaktik hat Methode", glaubt er. Ploß wiederum gibt vor, seit drei Monaten auf einen Anruf von Kohl zu warten. Auf dieser Gesprächsbasis können die Fronten nicht aufweichen.






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