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Sport

VOLLEYBALL: HAMBURGERIN FREUT SICH AUF WM

"Maggi" in Japan

Am Dienstag spielen die deutschen Frauen zum Auftakt gegen die Dominikanische Republik - mit Margareta Kozuch.

Tokio/Hamburg - Heute wird Margareta Kozuch wieder ihre Klamotten in Taschen und Koffer stecken. Die vorletzte Etappe ihrer Weltreise wird die 20 Jahre alte Hamburgerin mit der Volleyball-Nationalmannschaft nach Sapporo führen. Dort schlägt das Team am Dienstag zum Auftakt der WM-Vorrunde gegen die Dominikanische Republik auf. Die Frauen aus der Karibik sind Zehnte der Weltrangliste, die Deutschen 18. Der TV-Sender Arena überträgt live von 5.50 Uhr MEZ an. Christina Benecke (31) ist die zweite Hamburgerin im 12er-Kader.

In den vergangenen Tagen in Tokio hat Margareta Kozuch "wunderschöne Bilder einer anderen Kultur" genossen, die ihr auch nach einer Woche Akklimatisierung "immer noch fremd" erscheint. Mit ihren 1,87 Meter, ihren langen Beinen und ihrer Modelfigur ist sie auch in Japan der Blickfang. Komplimente aber blockt sie ab wie den Volleyball am Netz. Sie errötet leicht. Der Mittelpunkt ist ihre Position nicht. "Maggi", sagt Helmut von Soosten, "stellt stets das Team an erste Stelle, niemals sich selbst." Von Soosten ist Kozuchs Trainer beim Bundesligaklub NA.Hamburg (früher Fischbek). Bei der WM assistiert er dem deutschen Chefcoach Giovanni Guidetti, einem Italiener.

Ihr Talent ist Hamburgs Sportlerin des Jahres nie zu Kopf gestiegen. Das bestandene Abitur gibt ihr in dieser Saison erstmals die Möglichkeit, wie ein Profi zu trainieren - mehr als 20 Stunden in der Woche. 2007 möchte sie nach Italien wechseln, in die beste Frauenliga der Welt. Der Bundestrainer unterstützt ihre Pläne.

Die WM krönt für Margareta Kozuch ein turbulentes Jahr. "In den vergangenen Monaten ist viel auf sie eingestürzt. Sie hat ihre Unbekümmertheit verloren", hat von Soosten beobachtet. Der zurückgetretene polnische Nationaltrainer Andrzej Niemczyk, ein Freund ihres Vaters, hatte sie in die Heimat ihrer Eltern zu locken versucht. Teile ihrer Familie wohnen weiter in Polen, Margareta Kozuch besucht sie oft. Niemczyks Angebot hatte sie im Frühjahr in eine Identitätskrise gestürzt. Den Halt hat sie jetzt wieder gefunden, im bekennenden Spagat zwischen Polen und Deutschland, den beiden Kulturen, die sie geprägt haben. Auf die WM kann sie sich deshalb freuen: "Jedes Spiel dort wird sicher ein Erlebnis für mich werden."

 

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