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Sport

Sportschule wird verkauft

HSB: Präsident Günter Ploss wiedergewählt

HAMBURG. Der Hamburger Sportbund (HSB) hat sein Personal für die nächsten vier Jahre bestellt. Auf der Mitgliederversammlung im Haus des Sports bestätigten die Vertreter von 129 Vereinen (Klubs im HSB insgesamt: 780) und 28 Verbänden (54) Günter Ploß (58; Walddörfer SV) als Präsidenten. Seine fünf neuen Vizepräsidenten sind: Peter Gründel (59; TSV Stellingen) für Finanzen, Ehrhard Erichsen (67; Harburger SC) für Breitensportentwicklung, Rolf Reincke (42; Altonaer FC) für Leistungssportförderung, Irmelin Otten (36; HEV, GW Eimsbüttel) für Frauen im Sport plus Vereins-/Verbandsentwicklung und Arne Klindt (41; Walddörfer SV) für Sportinfrastruktur. Stefan Karrasch (30; SC Alstertal/Langenhorn), Vorsitzender der Sportjugend, wurde kooptiert.

"Ich gehe mit Optimismus, Tatkraft und Zuversicht in die neue Legislatur", bedankte sich Ploß (9 Gegenstimmen, 35 Enthaltungen) für das Vertrauen. Das Wort Zuversicht kam ihm dabei stolpernd über die Lippen. Finanziell ist der neue Verbandsetat auf Kante genäht. Rund 270 000 Euro weniger Lotto-Toto-Mittel gegenüber 2005 und 600 000 Euro "Konsolidierungsbeiträge" im Rahmen der Vereinbarungen mit der Stadt in diesem und 800 000 Euro in den nächsten Jahren schränken die Handlungsfähigkeit ein. Die Erhöhung der Abgaben von Vereinen und Verbänden für Erwachsene von 1,80 auf 2,00 Euro bringt im Gegenzug nur rund 40 000 Euro neue Einnahmen.

Die Dringlichkeitsanträge des Box- und des Aikido-Verbandes, die Schließung der Sportschule Sachsenwald um ein Jahr auf Ende 2007 zu verschieben, wurden nicht zur Abstimmung zugelassen. Nur 20 Prozent der Anwesenden wollten diese Problematik behandelt wissen. Ploß bekräftigte sein Angebot, neue Nutzungskonzepte für die defizitäre Sportschule zu prüfen. Verträge mit möglichen Käufern seien bisher nicht unterschrieben, Abschlüsse stünden aber bevor. Zwei Interessenten wollen im Juli Kaufangebote für die lukrative Immobilie abgeben. Der Überschuß aus diesem Geschäft, acht bis zehn Millionen Euro, soll in einer Stiftung angelegt werden. Alternativen für die Sportschule in Wentorf (11 244 Übernachtungen im Jahr 2005) werden weiter gesucht.

Sportsenatorin Alexandra Dinges-Dierig (CDU) und Michael Neumann, SPD-Fraktionschef in der Bürgerschaft, hatten in ihren Grußworten die Bedeutung des Sports für die Stadt hervorgeboben, Neumann besonders die des Breitensports. CDU-Sportsprecher Lars Dietrich kündigte an, das geplante Sportfördergesetz in diesem Jahr vorlegen zu wollen. Mahnende Worte an die Politik fand das scheidende HSB-Präsidiumsmitglied Claudia Grabichler: "Der Sport soll immer mehr gesellschaftliche Aufgaben übernehmen und erhält dafür immer weniger Mittel. Vielleicht sollten wir uns künftig auf das reine Sporttreiben beschränken."

  • Ernst Gunter-Waeselmann und Alex Bansner wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Grün-Weiß Hamburg erhielt den Fritz-Bauer-Preis (1000 Euro) für eine Fußballgruppe für Kinder mit Down-Syndrom.rg

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