Schachelschweine gegen den Trend
U-18-Aktion: Beispielhaftes Engagement von 100 jungen Leuten. Die Jugendlichen erledigen die gesamte Vereinsarbeit.
Hamburg. ,Die Arbeit macht nicht der Dumme, sondern dumm ist, wer die Arbeit nicht macht.' Es ist ein bemerkenswertes Motto, das sich die Schulschachgruppe des Gymnasiums Uhlenhorst-Barmbek (GUB) zu eigen gemacht hat. Bemerkenswert ist auch ihr Name: SC Schachelschweine. In einer Zeit, in der viele junge Leute für ein ehrenamtliches Engagement im Verein nicht mehr so recht zu begeistern sind, trotzen die Schachelschweine dem Trend. Und wie! Die komplette Vereinsarbeit wird von Jugendlichen erledigt.
Auf Grund der vom Senat beschlossenen Schließung ihrer Schule droht den Schachspielern nun allerdings der Nachwuchs wegzubrechen. "Mit dem GUB wurde uns unser Standbein genommen. Jedes Jahr sind wir dort durch die fünften Klassen gegangen, haben uns vorgestellt und neue Mitglieder geworben", erklärt Fabian Thiele (19), Vorsitzender der Schachelschweine. Mehr als 100 Schüler, das sind 20 Prozent der GUB-Schülerschaft, machen bei der Schachgruppe mit. Nun suchen Fabian und seine Mitstreiter händeringend nach einer neuen Schule, der sie sich anschließen können.
"Wenn man keine Anfänger hat, dann hat man in sechs oder sieben Jahren auch keinen Vorstand mehr", sagt der Student. An der TU Harburg studiert er Allgemeine Ingenieurswissenschaften - auf englisch. Trotz der zu bewältigenden Probleme ist ihm um die Zukunft der bald 50 Jahre alten Schulschachgruppe nicht bange: "Die Schulen, denen wir unser Konzept bisher vorgestellt haben, waren alle total begeistert. Wir organisieren uns selbst und belasten keinen Etat. Da freut sich jeder Schulleiter." Ist die Suche nach einem Kooperationspartner auch noch im Gange, so ist die neue Heimat doch schon gefunden. Nach zähem Ringen mit der Bildungsbehörde wurde den Schachelschweinen in den Kellerräumen des Hauses Finkenau 42, nahe Mundsburg, gerade ein neues Zuhause gegeben. Umzug und Renovierung erledigte die Gruppe in Eigenregie.
Die hohe Einsatzbereitschaft der Mitglieder wird durch den obligatorischen Besuch verschiedener Lehrgänge gefördert. "Wir nennen es unseren Generationenvertrag", sagt Anna Hillberg (17) und führt aus: "Die 14jährigen machen ihre Ausbildung zum Sportassistenten bei der Hamburger Sportjugend. Sobald man 16 ist, wird man zu den Jugendgruppenleiterkursen geschickt und mit 17 zum Übungsleiterkurs Breitensport."
Anna gehört dem letzten Jahrgang an, der noch am GUB sein Abi machen darf. Sie ist sich sicher: Wer früh lernt, Verantwortung zu übernehmen, wächst an seinen Aufgaben. "Früher hat man ein paar Tische getragen, später die Eröffnungsrede gehalten, und irgendwann organisiert man das Turnier selbst."








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