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Sport

Gaertner: Wir wanken nicht

Interview

ABENDBLATT: Herr von Gaertner, bringt der Umsatzrückgang den Hamburger Renn-Club ins Wanken?

FRANZ-GÜNTHER VON GAERTNER (75), Präsident des Hamburger Renn-Clubs (HRC): Fröhlich sind wir nicht darüber, an den Kragen aber geht es uns nicht, schließlich haben wir hanseatisch solide kalkuliert. Quantität und Qualität der Rennen stimmte, die Atmosphäre war erneut begeisternd, aber auch wir bekommen das negative wirtschaftliche Umfeld in Deutschland zu spüren.

ABENDBLATT: Müssen im nächsten Jahr die Rennpreise gekürzt werden?

VON GAERTNER: Wenn man vom Sparen spricht, ist das natürlich immer die erste Frage. Beschreiten wir diesen auf den ersten Blick einfachsten Weg, berauben wir uns der eigenen Basis: Üppige Dotierungen locken nun mal die besten Pferde an, das ist eine ganz simple Rechnung. Ich garantiere, dass die Rennpreise im Prinzip nicht angetastet werden.

ABENDBLATT: Irgendwie müssen Sie aber die Umsatzeinbußen wettmachen . . .

VON GAERTNER: Wir werden unsere Organisation noch mehr durchleuchten und knallhart kürzen. Umgekehrt ist es das Gebot der Stunde, zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Zum Beispiel durch neue Sponsoren oder durch höhere Zahlungen der jetzigen Partner. In drei Fällen ist uns das bisher geglückt. Ein weiterer, entscheidender Weg ist die fantasievolle Bewirtschaftung des Geländes.

ABENDBLATT: Was heißt das?

VON GAERTNER: Die Stadt unterstützt uns ja außerordentlich, nur nicht mit Geld. Unser Ziel ist es, Teile der Bahn zu günstigen Erbpachtbedingungen nutzen zu können. Erste Gespräche wurden geführt.

ABENDBLATT: Mit welchem Inhalt?

VON GAERTNER: An der Rennbahnstraße, direkt im Anschluss an das Hotel, könnten wunderbar Büros und Wohnungen errichtet werden. Wir suchen nach einem Investor. Das gilt ebenso für den Innenraum. Meine Vision: Wir bauen eine moderne Halle mit einer Kapazität für 500 bis 2000 Personen. Damit könnten wir während des Derbymeetings noch mehr Firmen anlocken und die Bahn auch in denen anderen Monaten mit Leben erfüllen.

ABENDBLATT: Wer soll das bezahlen?

VON GAERTNER: Genau hier liegt das Problem. Ein solches Zentrum kostet zwölf bis fünfzehn Millionen Euro. Und die haben wir nicht.Interview: jmo

 

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