Davis Cup: Doppel
Petzschner und Becker verlieren in vier Sätzen
Philipp Petzschner und Benjamin Becker verloren am Samstag in Hamburg 3:6, 2:6, 6:2, 6:7 (4:7) gegen Chris Guccione und Lleyton Hewitt.
Hamburg. Das deutsche Herren-Tennis steht erstmals seit dem Wiederaufstieg 2005 vor dem Gang in die Zweitklassigkeit. Nach dem Doppel liegt das Davis-Cup-Team von Kapitän Patrik Kühnen 1:2 gegen Australien zurück. Philipp Petzschner (Bayreuth) und Benjamin Becker (Orscholz) unterlagen am Hamburger Rothenbaum gegen Lleyton Hewitt und Chris Guccione 3:6, 2:6, 6:2, 6:7 (4:7). Am Sonntag (11.30 Uhr) müssen beide Einzel gewonnen werden, um den Verbleib in der Weltgruppe zu sichern.
Teamchef Kühnen hatte sich im Vorfeld der Relegation gegen den 28-maligen Champion Australien dazu entschieden, Doppelspezialist Christopher Kas zu Hause zu lassen und auf Becker zu setzen. Becker und Petzschner sollten besser harmonieren als das Olympia-Doppel Petzschner/Kas, Kühnens Plan ging allerdings nicht auf.
Nach einer Ellenbogen-Operation und fast acht Monaten Pause im vergangenen Jahr hat Becker nie zu alter Klasse zurückgefunden. Auch in dieser Saison musste der 31-Jährige immer wieder verletzungsbedingt pausieren. Kühnen fehlten nach dem Zoff mit der etatmäßigen Nummer eins, Philipp Kohlschreiber, und der Absage von Routinier Tommy Haas allerdings auch die Alternativen.
Cedrik-Marcel Stebe (Vaihingen/Enz), der zum Auftakt sein Einzel gegen Bernard Tomic verloren hatte, war schon aufgrund seines schwachen Aufschlags keine Option im Doppel, und Florian Mayer (Bayreuth) hatte zuletzt stets betont, sich die Einsätze mit seinen 28 Jahren besser einteilen zu müssen. Nach dem Sieg am Freitag gegen Hewitt zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich muss der Weltranglisten-25. am Sonntag gegen Tomic erneut punkten.
So war Becker gefordert. Und auch der erwartete Schwachpunkt gegen das Duo aus Down Under, das seinen vierten Sieg im vierten Davis-Cup-Einsatz feierte. Gleich in seinem ersten Aufschlagspiel servierte der 159. der Doppel-Weltrangliste drei Doppelfehler und kassierte damit das entscheidende Break im ersten Durchgang. Auch in Satz zwei und vier gab Becker seinen Aufschlag ab. Petzschner, der an der Seite des Österreicher Jürgen Melzer die US Open 2011 und Wimbledon 2010 gewonnen hatte, allein konnte wenig ausrichten.
Auf der anderen Seite zeigten die Australier, wie ein perfekt abgestimmtes Doppel funktionieren kann. Rechtshänder Lleyton Hewitt ist auch im fortgeschrittenen Tennis-Alter von 31 Jahren noch einer der besten Returnspieler auf der Tour. Linkshänder Chris Guccione hämmerte Aufschläge mit bis zu 220 km/h ins Feld. Da kamen Petzschner und Becker lange nicht einmal in die Nähe eines Breaks. Nur im dritten Durchgang ließ die Konzentration der Australier kurzzeitig nach.
+++Hamburg feiert Mayer trotz Kälte und Querelen+++
Um den drohenden Abstieg doch noch zu verhindern, muss das deutsche Team am dritten Tag über sich hinauswachsen. Zwar ist Mayer nach der "Weltklasse-Leistung" (Kühnen) gegen Hewitt auf dem langsamen Sandplatz auch gegen Tomic favorisiert, beim Stand von 2:2 läge die Bürde dann jedoch auf dem unerfahrenen Stebe, gegen Altmeister Hewitt den entscheidenden Punkt zu holen. Es ist durchaus möglich, dass Kühnen umdenkt und Philipp Petzschner für das Einzel nominiert.















