06.09.12

WM 2014

Es gibt noch viel zu tun: Brasilien macht Tempo

Während in Europa die WM-Qualifikation beginnt, laufen die Vorbereitungen im Austragungsland Brasilien bereits auf Hochtouren.

Foto: dpa/DPA
Noch gibt es für das Ausrichterland der WM 2014 Brasilien viel zu tun: Hier stehen der Generalsekretär der Fifa Jerome Valcke (2.v.l.) und der frühere brasilianische Stürmerstar Ronaldo (2.v.r.) umgeben von Offiziellen vor der Baustelle in Cuiaba, auf der pünktlich zur WM 2014 das Arena Pantanal Stadion stehen soll
Noch gibt es für das Ausrichterland der WM 2014 Brasilien viel zu tun: Hier stehen der Generalsekretär der Fifa Jerome Valcke (2.v.l.) und der frühere brasilianische Stürmerstar Ronaldo (2.v.r.) umgeben von Offiziellen vor der Baustelle in Cuiaba, auf der pünktlich zur WM 2014 das Arena Pantanal Stadion stehen soll

Rio de Janeiro. Die Fifa ist mit dem Vorlauf zur WM 2014 mittlerweile zufrieden. Misstöne zwischen dem Fußball-Weltverband und Gastgeber Brasilien sind selten geworden. Rund neun Monate vor dem Confederations Cup 2013 und knapp zwei Jahre vor der WM hat Brasilien den Takt erhöht. "Wir liegen im Zeitplan. Es gibt zwar noch viel Arbeit, aber wir arbeiten auch viel", versicherte Sportminister Aldo Rebelo diese Woche. Tatsächlich kommt der Stadien-Bau aller Orten deutlich voran. Dagegen hinken Verkehrs- und Hotelprojekte noch hinterher. Und auch sportlich muss der Rekordweltmeister noch zulegen.

Auf Brasiliens prominentester Baustelle, dem Maracanã-Stadion in Rio, ist die Grundsanierung zu 62 Prozent abgeschlossen. Das Dach wird komplett erneuert, und das 62 Jahre alte Stadion erhält neue Ränge, VIP-Logen und Restaurants. Im Maracanã werden das WM-Endspiel und das Confed-Cup-Finale ausgetragen. 79 000 Sitzplätze sind vorgesehen, davon 75 000 überdacht. Die Kosten werden zum Schluss wohl bei einer Milliarde Reais (rund 389 Mio Euro) ankommen, obwohl die Summe zuletzt unter 900 Millionen Reais gedeckelt wurde.

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FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke besucht Brasilien inzwischen im Zwei-Monats-Takt. Gemeinsam mit Ex-Stürmer Ronaldo, der im lokalen WM-Komitee sitzt, inspiziert er nach und nach die zwölf Ausrichterstädte. Im August war er in Manaus (Bundesstaat Amazonas) und Cuiabá (Mato Grosso), im Oktober kommt er wieder. "Ob das FIFA-Team, das lokale WM-Komitee, die Regierung, die Austragungsorte oder die Bundesstaaten – wir haben unseren Rhythmus gefunden und gehen im gleichen Takt", resümierte Valcke mit Blick auf den WM-Slogan "Alle im gleichen Rhythmus".

Die Popularität der WM im Land des fünffachen Weltmeisters lässt sich an der hohen Nachfrage am Freiwilligen-Programm ablesen. Bislang bewarben sich insgesamt fast 110 000 Freiwillige für einen Einsatz beim Confed-Cup und bei der WM. Das ist ein Rekord. Zum Vergleich: Bei der WM in Südafrika (2010) gingen 70 000 Bewerbungen ein und in Deutschland (2006) waren es 48 000. Das zeige, wie ungeduldig die Fußball-Gemeinde auf die WM im "Fußball-Mekka" Brasilien warte, sagte Valcke.

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Mit Ungeduld warten allerdings viele auch auf Fortschritte bei Infrastrukturprojekten. Im Mai hatten 41 von 101 der Fifa zugesicherten Vorhaben noch nicht begonnen. Viele Flughäfen müssen ausgebaut und modernisiert werden. Die großen Airports in São Paulo und Rio sind an ihren Grenzen oder schon darüber. Das Flugzeug wird 2014 das zentrale Fortbewegungsmittel für Fans und Teams sein. Zwischen São Paulo und dem WM-Ort Manaus liegen rund 4000 Kilometer oder etwa vier Flugstunden.

Auch in den Städten herrschen oft chaotische Verkehrsverhältnisse. Stundenlange Staus lähmen täglich die Millionen-Metropolen des Landes. Der Ausbau von Extra-Busspuren und U-Bahnnetzen kommt nur langsam voran. Weiterer kritischer Punkt sind die vielerorts zu knappen Hotelkapazitäten.

Sorgen bereitet vielen Brasilianern aber auch die fußballerische Leistung ihrer Nationalelf, denn die Seleção ist mitnichten in WM-Form. Fifa-Weltranglistenplatz 12 ist wenig schmeichelhaft und der erträumte Titel Nummer sechs liegt noch in weiter Ferne. Das Team von Trainer Mano Menezes verpasste in London erneut Olympia-Gold und bis zum Confed-Cup muss sich die Mannschaft nun mit Testspielen wachhalten. Dazu gibt es am Freitag die nächste Chance gegen Südafrika. Am Montag heißt der Gegner dann China.

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