01.09.12

2. Spieltag der Bundesliga

Dortmund mit Remis und Schalke siegt bei Afellay-Premiere

Lesen Sie hier die Zusammenfassung aller Bundesliga-Partien des zweiten Spieltags. Schalke und Leverkusen gewinnen. Dortmund mit Remis.

Foto: dpa

Bastian Schweinsteiger ist wieder da: Der Nationalspieler köpfte beim 6:1-Sieg des FC Bayern München gegen den VfB Stuttgart das Tor zum Endstand

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Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat gegen Borussia Mönchengladbach den ersten Punktverlust hinnehmen müssen: Das Niederrhein-Derby endete in Düsseldorf leistungsgerecht und etwas enttäuschend 0:0. Die favorisierten Gladbacher dominierten, taten aber zu wenig für einen Sieg.

Das erste Bundesliga-Heimspiel der Fortuna nach 15 Jahren und drei Monaten fand wegen eines Teilausschluß-Urteils der DFB-Gerichtsbarkeit nach den Vorfällen in der Relegation vor nur 29.999 Zuschauern statt. Die sahen ein zähes Spiel, in dem Mönchengladbach aktiver war, drei Tage nach dem Scheitern in der Qualifikation zur Champions League in Kiew aber mit den Kräften haushalten musste.

Borussia Mönchengladbach begann druckvoller, von einer Müdigkeit aufgrund der internationalen Beanspruchung war zunächst nichts zu spüren. Die Fortuna-Spieler dagegen waren spürbar nervös und voller Respekt vor dem Gegner. Bezeichnend dafür waren die Fehlgriffe von Düsseldorfs Torhüter Fabian Giefer, der gleich zu Beginn drei Schüsse ohne Bedrängnis abprallen ließ. Mit Tobias Levels, Johannes van den Bergh und Andrej Voronin standen insgesamt drei ehemalige Mönchengladbacher in der Startformation der Fortuna.

Nach 23 Minuten erspielte sich der Aufsteiger die erste Möglichkeit: Robbie Kruse wollte Axel Bellinghausen bedienen, doch der Neuzugang aus Augsburg verpasste den Ball vor dem gegnerischen Tor knapp. In der 29. Minute rettete Fabian Giefer seine Mannschaft vor dem Rückstand. Borussias Angreifer Luuk de Jong überraschte die Düsseldorfer Abwehr mit einem Seitfallzieher, doch Giefer war mit einem sehr guten Reflex zu Stelle. Andrej Voronin war in der ersten Halbzeit der aktivste Akteur der Düsseldorfer, aber die Abwehr der Borussia stand durchgehend sicher.

Das Niederrhein-Derby fand in Düsseldorf vor nur insgesamt 29.999 Zuschauern statt. Der Grund ist ein Urteil des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), wonach der Aufsteiger die ersten beiden Heimspiele gegen Mönchengladbach und Freiburg nur unter Teilausschluss der Fans austragen darf. Am 15. Mai waren Fortuna-Fans vor dem Spielschluss der zweiten Relegationspartie gegen Hertha BSC Berlin auf den Platz gestürmt. Zuvor hatten zahlreiche Anhänger Pyrotechnik gezündet und auf den Rasen geworfen. Dass nur so wenige Zuschauer in der insgesamt 51.000 Fans fassenden Arena waren, fiel jedoch erst auf den zweiten Blick auf: Viele der Sitzschalen sind farbig, so wurde optisch der Eindruck erweckt, die Plätze seien besetzt. Als der Stadionsprecher die Zuschauerzahl bekannt gab, gab es ein gellendes Pfeifkonzert von den Rängen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte trauten sich die Düsseldorfer etwas mehr. In der 50. Minute passte Johannes van den Bergh in den Rücken der Mönchengladbacher Abwehr, aber Mittelfeldspieler Adam Bodzek war zu langsam im Strafraum und kam deshalb nicht an den Ball heran. Nach einer Stunde reagierte Norbert Meier: Der Coach, der sowohl als Spieler wie auch als Trainer in Diensten der Mönchengladbacher stand, wechselte Stefan Reisinger aus und brachte Dani Schahin, den zweifachen Torschützen beim Auswärtssieg in der Auftaktbegegnung in Augsburg.

Das tat der Offensive des Aufsteigers gut. Vor allem der ukrainische EM-Teilnehmer Andrej Voronin sorgte auch in der Schlussphase immer wieder für Unruhe in der gegnerischen Abwehr. In der 78. Minute tauchte Dani Schahin vor Marc-Andre ter Stegen auf, der Kopfball des Düsseldorfers flog jedoch über das Tor. Insgesamt zeichnete sich das torlose Unentschieden früh ab – beide waren nicht bereit, große Risiken einzugehen.

Dortmund nur mit Remis gegen Nürnberg

Die Fans wollten die Spieler des 1. FC Nürnberg gar nicht gehen lassen. Lange, sehr lange standen die Profis auf dem Platz und ließen sich für das 1:1 (1:1) gegen Borussia Dortmund feiern. Der Gegner befand sich da schon lange in der Kabine. Für den Deutschen Meister war die Fortsetzung der Erfolgsserie kein Grund zum Feiern. 30 Bundesligaspiele sind die Westfalen nun zwar ungeschlagen, aber die Leistung ließ auch in der zweiten Partie der Saison noch zu wünschen übrig.

"Wir waren deutlich überlegen, aber in den entscheidenden Situationen nicht zielstrebig genug", sagte Kapitän Sebastian Kehl. Die Franken waren vor 50.000 Zuschauern im ausverkaufen Nürnberger Stadion durch Tomas Pekhart in Führung (31. Minute) gegangen, ehe Jakub Blaszczykowski (40.) noch in der ersten Halbzeit der Ausgleich gelang.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp sagte: "Es ist sehr schwer gewesen, hier heute Fußball zu spielen. Wir haben zu wenige Torchancen gehabt bei unserem vielen Ballbesitz. Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis zufrieden."

Die Angriffsreihen blieben zunächst ohne große Wirkung, zu vorsichtig agierten beide Mannschaften, zu sehr bedacht darauf, die Räume eng machen. Der Fußballer des Jahres, Marco Reus, konnte sich im Zentrum der Dortmunder kaum in Szene setzen, weil Timmy Simons nicht von seiner Seite wich. Dem nach einer guten Stunde eingewechselten Mario Götze erging es nicht viel anders. Ohne die Inspiration aus der Mitte wirkten die Westfalen behäbig. Die Passivität ermutigte die Franken, Nürnberg traute sich immer öfter, die eigene Hälfte zu verlassen. In der 29. Minute hatte Mak die bis dahin beste Chance der Partie, aber der Slowake bekam den Ball nach einem Zuspiel von Hiroshi Kiyotake im Strafraum nicht unter Kontrolle. Zwei Minuten später machten es die Nürnberger besser. Kiyotake trat einen Eckball hoch in den Strafraum, dort schraubte sich Pekhart in die Luft, höher als sein Bewacher Mats Hummels, und köpfte den Ball zum 1:0 ins Tor (31.).

Der Rückstand war ein kleiner Weckruf für die Dortmunder, sie erhöhten nun das Tempo, und so entwickelte sich doch noch ein etwas schwungvolleres Spiel. Zunächst scheiterte Robert Lewandowski, als er den Ball zehn Meter vor dem Tor nicht richtig traf. Dann aber profitierte Blaszczykowski von einer kurzen Orientierungslosigkeit in der Nürnberger Abwehr. Torhüter Raphael Schäfer kam bei einer Flanke von Marcel Schmelzer zu spät aus dem Tor – und Perisic deshalb an den Ball. Sein Schuss ging allerdings nur an die Latte, prallte dann aber zurück ins Feld, wo Blaszczykowski goldrichtig stand und gefühlvoll in die lange Ecke zum 1:1 schoss (40.).

Nach der Pause kämpfte Nürnberg leidenschaftlich und hatte gegen den manchmal zu lässig auftretenden Meister sogar gute Chancen durch Pekhart (55.) und Mak (86.), die Erfolgsserie der Westfalen zu beenden. Dortmund hatte Pech in der 63. Minute, als Pinola den Kopfball von Hummels auf der Linie klärte. In der 81. Minute parierte Schäfer einen Distanzschuss des eingewechselten Julian Schieber.

Schalke tut sich schwer beim 3:1 gegen Augsburg

Glanzlos und mühevoll, aber erfolgreich: Der FC Schalke 04 hat nach einer schwachen ersten Spielhälfte beim Heimspielauftakt gegen den FC Augsburg doch noch einen souveränen und standesgemäßen Erfolg eingefahren. Das Team von Trainer Huub Stevens gewann am Sonnabend mit 3:1 (1:0) gegen die Schwaben und hat sich mit vier Punkten bereits in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga festgesetzt – vor dem Erzrivalen Borussia Dortmund.

Vor 60.582 Zuschauern in der Arena dauerte es bis zur 33. Minute, ehe der Revierclub durch den starken Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos in Führung ging. Jermaine Jones (46.) und Klaas-Jan Huntelaar (72.) markierten die weiteren Treffer zum Arbeitssieg gegen das engagierte Team von Markus Weinzierl, das aber vor dem Tor nicht kaltschnäuzig genug war. Augsburg kam am 2. Spieltag durch den eingewechselten Torsten Oehrl (79.) zwar noch zum ersten Saisontor, steckt aber als Tabellen-17 schon jetzt im Überlebenskampf.

"Wir müssen die Fehler minimieren", klagte FCA-Torhüter Simon Jentzsch über die "Scheiß-Situation": "Wir wussten, dass es eine schwere Saison wird." Mit seiner Elf war Weinzierl über weite Strecken zufrieden, nicht aber mit der Ausbeute. "Ich habe uns die ersten 30 Minuten ordentlich gesehen. Da haben wir es dem Gegner schwer gemacht. Aber die Konsequenz und Konzentration vor dem Tor hat bei uns noch gefehlt. Wir müssen unsere Chancen besser nutzen."

Der tags zuvor vom FC Barcelona ausgeliehene Außenstürmer Ibrahim Afellay saß bei Schalke zunächst auf der Bank, durfte aber zum Schluss noch zehn Minuten Arena-Luft schnuppern. Jefferson Farfan zeigte bei seinem Saisondebüt nach überwundener Knieverletzung eine tolle Leistung und bereitete alle drei Tore vor. Torhüter Timo Hildebrand hatte sich im Abschlusstraining eine Kapsel- und Außenbandverletzung im Knie zugezogen, fällt einige Wochen aus und wurde durch Lars Unnerstall ersetzt, der kaum geprüft wurde.

Die nach der 0:2-Auftaktschlappe gegen Düsseldorf auf zwei Positionen veränderten Augsburger versteckten sich beim Favoriten keineswegs und hatten sogar die erste Chance des Spiels durch Aristide Bance (10.). Doch Papadopoulos grätschte im letzten Moment dazwischen und verhinderte so einen möglichen Rückstand.

Die hochgelobte Offensive der Königsblauen fand überhaupt nicht statt. Behäbig schoben sich die Schalker den Ball zu. Und wenn es mal schnell gehen sollte, landete das Spielgerät beim gut gestaffelten Gegner. "Mit der ersten Hälfte bin ich überhaupt nicht zufrieden. Wir hatten zu viele Ballverluste und keinen Zug zum Tor", monierte Stevens. Umso überraschender, dass nach einer guten halben Stunde die Führung gelang – bezeichnenderweise durch eine Standardsituation. Papadopoulos stieg zwei Tage nach seinem Treuebekenntnis zum Verein nach einer Farfan-Ecke am höchsten und versenkte den Ball per Kopf.

Stevens dürfte seine fast lethargisch spielende Elf in der Pause ordentlich wachgerüttelt haben: Nur 37 Sekunden nach Wiederanpfiff stand es 2:0. Roman Neustädter schob den eroberten Ball zu Farfan, der Peruaner schickte Jones – und der schloss mit einem platzierten Schuss ins lange Eck ab. Die beste Chance zum Anschlusstreffer hatte Knowledge Musona (51.) bei einem Volleyschuss über das Tor. Immerhin hatte die Partie deutlich an Klasse gewonnen. Am Ende konnten die Schalke-Fans gar das zweite Saisontor von Huntelaar und die späte Einwechslung von Neuzugang Afellay bejubeln, ehe Oehrl auch seiner Elf ein kleines Erfolgserlebnis verschaffte. "Wenn man 3:0 führt, muss man das ruhiger nach Hause bringen", sagte Stevens.

Hoffenheim zerlegt sich selbst

Markus Babbel konnte einem fürwahr leidtun: Mit den Händen in den Hosentaschen tigerte der Hoffenheimer Trainer rat- und rastlos entlang der Auswechselbank von links nach rechts. Die Frankfurter Fans sangen aus vollem Halse die Vereinshymne, beim Hoffenheimer Anhang dagegen herrschte Totenstille. 0:4 (0:2) hatte die TSG ihr Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Frankfurt verloren.

Alex Meier (39. Minute, 83./Foulelfmeter), Pirmin Schwegler (43.) und Martin Lanig (90.) erzielten die Tore für die Eintracht. Während die Frankfurter sich mit dem zweiten Sieg vorerst als Überraschungsmannschaft der Liga herauskristallisiert haben, ist der Fehlstart von Hoffenheim perfekt. "Wenn man drei Pflichtspiele hat und jedes Mal als Verlierer vom Platz geht, muss man von einem Fehlstart sprechen", sagte Babbel nach dem Spiel.

Dass die Nerven beim Europa-League-Aspiranten blank liegen, zeigten die Platzverweise für Sejad Salihovic und Stephan Schröck (70./73.). "Frankfurt hat zwei ganz eklige Tore gemacht. Danach haben wir die Ordnung verloren", sagte Hoffenheims Abwehrspieler Marvin Compper und ergänzte: "Wir können froh sein, dass es am Ende nur 0:4 ausging. Jetzt müssen wir zusammenhalten und Ruhe bewahren." Ganz anders dagegen die Stimmung beim Gegner: "Natürlich ist die Euphorie groß. Wir wussten, dass wir mit einem Sieg den Traumstart perfekt machen können", sagte Bastian Oczipka.

Babbel änderte seine Mannschaft trotz der Niederlage am vergangenen Wochenende nur auf einer Position: Der vor der Saison von der SpVgg Greuther Fürth gekommene Schröck durfte seine Bundesliga-Premiere feiern, während der Kapitän der vergangenen Saison, Andreas Beck, komplett aus dem Kader gestrichen wurde. Schröcks Debüt endete mit Gelb-Rot in der 73. Spielminute, als sich die Hoffenheimer nur noch mit Fouls gegen die Frankfurter zu wehren wussten. Dabei waren die Hausherren zunächst besser ins Spiel gekommen.

Mittelfeldspieler Roberto Firmino stach dabei besonders hervor. Die erste Gelegenheit hatte Boris Vukcevic, der in der zweiten Minute nach Zuspiel von Firmino zu zögerlich vor dem Frankfurter Tor agierte. Acht Minuten später setzte Firmino einen Distanzschuss knapp über die Latte. Kurz darauf legte der Brasilianer für Eren Derdiyok auf, der jedoch ebenso vergab (13.) wie Kevin Volland nach einem perfekten Steilpass von Firmino (20.). Die schlechte Chancenauswertung hielt die Gäste im Spiel.

Die von Trainer Armin Veh im Vergleich zum ersten Spieltag unverändert ins Spiel gegangene Frankfurter Elf bekam die Partie dann jedoch besser in den Griff. Nach einem zu kurzen Rückpass von Vukcevic konnte Tim Wiese vor dem heraneilenden Olivier Occean retten (31.). Acht Minuten später war er jedoch machtlos. Takashi Inui hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt und Alex Meier bedient. Dessen flache Direktabnahme aus 20 Metern Torentfernung fälschte Innenverteidiger Marvin Compper unhaltbar zum 1:0 ab (39.).

Kurz vor dem Halbzeitpfiff glückte Frankfurts Kapitän Pirmin Schwegler ein Traumtor. Der Schweizer erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball und konnte unbedrängt auf das Tor von Tim Wiese zulaufen. Aus etwa 25 Metern drosch er den Ball in das rechte obere Toreck. Ex-Nationaltorwart Tim Wiese stand bei dem Treffer zu weit vor der Torlinie und konnte nicht abwehren.

Nach der Pause blieb Frankfurt gefährlich, Hoffenheim war ratlos und wusste sich nur mit Fouls zu helfen. Meier hätte in der 60. Minute gar auf 3:0 erhöhen müssen, verfehlte das Tor von Wiese jedoch aus kürzester Distanz. Auch die Einwechslung von Salihovic machte das Kreativspiel von Hoffenheim nicht besser. Im Gegenteil: Schiedsrichter Michael Weiner schickte den Bosnier nach nur vier Minuten mit Gelb-Rot wieder vom Platz. Ebenfalls aufgrund wiederholten Foulspiels musste Schröck ihm drei Minuten später folgen. Danach hatte Frankfurt leichtes Spiel mit den Hoffenheimern, die mit hängenden Schultern und zwei Mann weniger nicht zurück ins Spiel fanden. Nach Foul von Kevin Volland an Bastian Oczipka stellte Meier per Elfmeter das 3:0 her. Lanig besorgte den Endstand.

Bayer siegt am Tag nach dem Ende im Buhlen um Schürrle

Am Tag nach dem Ende im Buhlen um Nationalspieler Andre Schürrle fand Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga den Weg in die Erfolgsspur. Die Werkself feierte mit dem 2:0 (1:0) gegen den SC Freiburg den ersten Saisonsieg und betrieb Wiedergutmachung für die Auftaktniederlage bei Eintracht Frankfurt (1:2). Die von Christian Streich trainierten Gäste aus Freiburg liegen mit einem Punkt vom 1:1 gegen den FSV Mainz 05 im unteren Tabellendrittel.

Der in die Startelf gerückte Gonzalo Castro brachte Leverkusen vor 23.635 Zuschauern früh auf Kurs (8.). Neuzugang Philipp Wollscheid erzielte im zweiten Liga-Spiel für Leverkusen das 2:0 (55.). Von EM-Teilnehmer Schürrle, für den Leverkusen noch am letzten Tag der Sommer-Transferperiode am Freitag ein Angebot von Champions-League-Sieger FC Chelsea von angeblich 25 Millionen Euro erhalten haben soll, war kaum etwas zu sehen.

"Es war ein richtig gutes Spiel", lobte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler seine Mannschaft, merkte freilich an: "Wir hätten noch das eine oder andere Tor mehr machen müssen. Wir haben gut nach vorn gespielt. Und hinten haben wir kaum etwas zugelassen." Freiburgs Stürmer Max Kruse, einer der Leidtragenden der konzentrierten Defensivarbeit der Gastgeber, meinte: "Wir hatten uns natürlich mehr vorgenommen, dann haben wir aber schnelle Gegentore zu Beginn beider Halbzeiten kassiert – da ist dann gegen Leverkusen nicht viel zu machen."

Leverkusens Trainer-Duo Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä nahmen auf der rechten Seite zwei Änderungen vor. Neuzugang Daniel Carvajal, der für fünf Millionen Euro Ablösesumme aus der Reserve von Real Madrid kam, machte auf der rechten Verteidigerposition sein Pflichtspieldebüt. Und Castro kam für Karim Bellarabi. Das zahlte sich sofort aus. Leverkusen übernahm von Beginn an das Kommando und setzte die Freiburger unter Druck.

Dabei hätte Stefan Kießling Bayer in Führung bringen müssen. Der Stürmer umspielte Freiburgs Keeper Oliver Baumann, doch den schwachen Abschluss konnte Freiburgs Fallou Diagne vor der Linie klären. Die folgende Szene brachte aber die Führung. Einen Kopfball von Kießling nach Flanke von Nationalspieler Lars Bender konnte Baumann nur nach vorne abwehren. Castro drückt den Ball per Kopf aus einem Meter über die Linie.

Die Gastgeber konnten aus ihrer Feldüberlegenheit und weiteren Chancen wie der von Kießling (42.) aber kein Kapital mehr schlagen. Freiburg kam nur selten in den Leverkusener Strafraum. Ein Kopfball von Sebastian Freis, der für Julian Schuster von Beginn an spielte, strich am kurzen Eck vorbei.

Nach dem Wechsel blieb der Europa-League-Teilnehmer aus Leverkusen, der am 20. September zum Auftakt seiner internationalen Saison Metalist Charkiw zu Gast hat, weiter am Drücker. Nach zehn Minuten war eine Ecke von Castro der Ausgangspunkt zum 2:0 von Innenverteidiger Wollscheid, der den Ball per Kopf wuchtig über die Linie drückte. In der Szene zuvor war Kießling erneut per Kopf am guten Gästekeeper Baumann gescheitert.

Die meisten Angriffe der Werkself liefen über die rechte Seite, auf der Carvajal einen guten Eindruck hinterließ und offenbar die erhoffte Verstärkung darstellt. Andre Schürrle, der offenbar angetan war von der Offerte aus England, aber von Sportdirektor Rudi Völler ein "No" bekam, war über weite Strecken unauffällig – und wurde in der 82. Minute ausgewechselt.

(abendblatt.de/dpa/dapd)

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