17.08.12

Deutschland gegen Argentinien

Nach Platzverweis: Keeper Zieler für ein Spiel gesperrt

Nach einer Notbremse sah Ron-Robert Zieler in der 30. Minute die Rote Karte. Nun bestätigte das DFB-Sportgericht die Mindestsperre.

Foto: dpa/DPA
Bitterer Abgang: Ron-Robert Zieler verlässt den Platz nach seiner Roten Karte
Bitterer Abgang: Ron-Robert Zieler verlässt den Platz nach seiner Roten Karte

Frankfurt/Main. Nationalmannschaftstorwart Ron-Robert Zieler ist nach seiner Roten Karte im Testspiel gegen Argentinien (1:3) wie erwartet für ein Spiel gesperrt worden. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verhängte das Mindeststrafmaß am Freitag. Somit kann Zieler im nächsten Testspiel der DFB-Auswahl am 14. November in Amsterdam gegen die Niederlande nicht mitwirken.

Für den Auftakt in der WM-Qualifikation mit den Spielen am 7. September in Hannover gegen die Färöer und vier Tage später in Wien gegen Österreich ist der Schlussmann von Hannover 96 aber einsatzberechtigt. Auch bei den folgenden Pflichtpartien in Irland (12. Oktober) und gegen Schweden in Berlin (16. Oktober) könnte der 23-Jährige mitwirken. Die Sperre gilt nur für Freundschaftsspiele.

+++ Generaldebatte nach der Kahn-Kritik +++

Zieler hatte am Mittwoch in Frankfurt den angeschlagenen Stammtorwart Manuel Neuer im DFB-Tor vertreten. Nach einem Foulspiel an José Sosa im Strafraum zeigte ihm Schiedsrichter Jonas Eriksson aus Schweden in der 30. Minute die Rote Karte. Für die nun erfolgte Sperre ist nach den FIFA-Regularien der nationale Verband zuständig.

Mit Material von dpa

Die deutschen Spieler in der Einzelkritik
Ron-Robert Zieler: Für den Vertreter von Manuel Neuer war das zweite Länderspiel ein kurzes Vergnügen. Zuvor kaum geprüft, wurde der Torhüter von Hannover 96 nach einer halben Stunde wegen einer Notbremse des Feldes verwiesen.
Jerome Boateng: Der Münchner rückte nach dem Ausscheiden von Mats Hummels von der rechten Außenbahn ins Abwehrzentrum. Auf beiden Positionen wirkte Boateng zu oft zögerlich und fahrig im Zweikampf.
Mats Hummels (bis 25.): Nach einem Zusammenprall mit Gonzalo Higuain musste der Dortmunder bereits in der 25. Minute mit einer leichten Halswirbelverrenkung vom Feld. Zuvor hatte er in seinen Abwehraktionen nicht immer souverän gewirkt.
Holger Badstuber: Der 23-Jährige agierte nicht immer souverän, aber ein wenig sicherer als seine defensiven Nebenleute. Am Spielaufbau beteiligte er sich aber nur selten.
Marcel Schmelzer: Der Dortmunder ersetzte Kapitän Philipp Lahm, der am Mittwochnachmittag erstmals Vater geworden war, auf der linken defensiven Außenbahn. Nach vorn hatte der 24-Jährige einige gute Aktionen, hinten war er nicht immer stabil.
Lars Bender (bis 74.): Der Leverkusener engte den Aktionsradius von Weltfußballer Lionel Messi nur phasenweise gekonnt ein. Im Spiel nach vorn setzte der zweite Sechser neben Sami Khedira kaum Akzente. Beim 0:2 kam er gegen Messi zu spät.
Sami Khedira (bis 69.): In Abwesenheit von Bastian Schweinsteiger versuchte der 25-Jährige, das Kommando im Mittelfeld zu übernehmen. Zuweilen gelang dies dem Profi von Real Madrid ansprechend - allerdings hatte er beim Eigentor Pech.
Thomas Müller (bis 32.): Der 22-Jährige trat bis zu seiner frühen Auswechslung kaum in Erscheinung. Bundestrainer Joachim Löw nahm den Münchner nach Zielers Platzverweis vom Feld und brachte Torhüter Marc-Andre ter Stegen ins Spiel.
Mesut Özil (bis 69.): Der Regisseur war nur selten Dreh- und Angelpunkt des deutschen Spiels. Der Stratege von Real Madrid ließ sein Können zwar hin und wieder aufblitzen, ist aber noch ein Stück von seiner Topform entfernt.
Marco Reus: Der Flügelspieler, der vor dem Anpfiff als "Fußballer des Jahres" ausgezeichnet wurde, war bester deutscher Spieler und meldete Ansprüche auf einen Stammplatz an. Mit einem Pfostenschuss (49.) sorgte der Dortmunder auch für die beste Chance seines Teams.
Miroslav Klose (bis 62.): Der 34-Jährige führte die DFB-Elf in seinem 122. Länderspiel als Kapitän aufs Feld und war mehr Vorbereiter als Torjäger. Klose leitete einige Angriffe gefährlich ein, kam selbst aber kaum gefährlich zum Zuge.
Benedikt Höwedes (ab 25.): Der Schalker kam für Hummels und übernahm die rechte Abwehrseite. Nachdrücklich für einen Stammplatz empfehlen konnte sich der 24-Jährige aufgrund einiger Nachlässigkeiten und Schwächen im Stellungsspiel aber nicht – trotz seines ersten Länderspieltores.
Marc-Andre ter Stegen (ab 32.): Der 20-Jährige feierte in seinem zweiten Länderspiel einen Traumeinstand. Kaum zehn Sekunden auf dem Feld hielt der Mönchengladbacher Messis Elfmeter. Bei den Gegentoren schien er machtlos.
Andre Schürrle (ab 62.): Der Leverkusener sorgte nach seiner Hereinnahme für frischen Wind in Deutschlands Offensive und zeigte guten Zug zum Tor.
Toni Kroos (ab 69.): Der Münchener konnte dem Spiel keine Wendung mehr geben.
Ilkay Gündogan (ab 69.): Der 21 Jahre alte Dortmunder sammelte in seinem dritten Länderspiel weitere internationale Erfahrung.
Mario Götze (ab 74.): Der Dortmunder muss sich seiner Verletzung und der Reservistenrolle bei der EM langsam wieder an die Stammelf heranarbeiten. Seine Vorlage zum 1:3 war ein guter Anfang.
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