Tennis
Kerber schon mit 50 Saison-Siegen - auch Haas stark
Angelique Kerber steht im Achtelfinale von Cincinnati und fühlt sich gerüstet für die US Open. Auch Tommy Haas ist weiter in bestechender Form.
Cincinnati/Frankfurt. Angelique Kerber gewinnt oft. Keine andere Tennisspielerin im Circuit hat in diesem Jahr bereits soviele Siege auf dem Konto wie die deutsche Nummer eins. Keine Maria Scharapowa, keine Wiktoria Asarenka, keine Serena Williams konnten 2012 die Schallmauer von 50 Erfolgen durchbrechen. Kerber schon.
Dank eines 3:6, 6:1, 6:2 gegen die Ungarin Timea Babos erreichte die Weltranglistensiebte aus Kiel beim Premier-Turnier in Cincinnati das Achtelfinale und fühlt sich nach ihrem Jubiläumssieg gerüstet für die US Open in New York (27. August bis 9. September). "Trotz des verlorenen ersten Satzes bin ich ruhig geblieben und konnte mich ins Match reinkämpfen", sagte Wimbledon-Halbfinalistin Kerber. Im Big Apple könnte sich für sie ein Traum erfüllen: "Ein Grand-Slam-Titel wäre mir wichtiger, als die Führende der Weltrangliste zu sein", sagte Kerber.
Auch Tommy Haas präsentiert sich kurz vor dem letzten Major-Turnier des Jahres weiterhin in bestechender Form. Der 34-Jährige wehrte in Cincinnati gegen David Nalbandian (Argentinien) im zweiten Satz sogar einen Matchball ab, ehe er das Erstrundenmatch in 3:22 Stunden noch mit 6:7 (0:7), 7:6 (7:4), 6:3 gewann. Haas schraubte seine Saisonbilanz auf 34:14 Siege. Am Mittwoch wartete gleich der zweite Argentinier auf den Halle-Sieger: Der frühere US-Open-Gewinner Juan Martin del Potro. Florian Mayer (Bayreuth) traf auf den Russen Nikolai Dawidenko.
+++ Nach Görges, Haas und Bartels: Auch Kerber weiter +++
Kerber indes hat weiterhin gut lachen. Obwohl es gerade auch die kleinen Erfolge abseits des Courts sind, die der Linkshänderin immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Bei der Ankunft in Cincinnati in diesen Tagen zum Beispiel fehlte ihr Gepäck. Einfach stehengeblieben in Chicago.
Doch eine gewonnene Wette gegen ihren Coach Torben Beltz machte den Ärger glatt vergessen. Obwohl der Wetterbericht für "Cincy" eigentlich keinen Niederschlag prophezeite, setzte Kerber auf Regen - und gewann. Das Abendessen ging auf die Rechnung des Trainers.
Die 24-Jährige ist ein Gewinner-Typ. Und seit fast genau einem Jahr weiß "Angie" das auch. Damals Anfang September 2011 in Flushing Meadows war ihr mit dem sensationellen Erreichen des Halbfinals der Durchbruch gelungen. Es war der Auftakt einer wundersamen Reise, in deren Verlauf Kerber binnen zwölf Monaten 100 Ranglistenplätze gutmachte.
"Seit damals hat sich eine Menge verändert. Ich bin eine andere Spielerin geworden. Ich versuche, mich einfach immer auf den nächsten Punkt zu konzentrieren. Aber ich bin noch derselbe Mensch, dieselbe Angelique wie vor einem Jahr", schrieb sie in ihrem Cincinnati-Blog für die WTA.
In der Runde der letzten 16 trifft Kerber am Donnerstag auf auf Dominika Cibulkova (Slowakei/Nr. 11) oder Andrea Hlavackova (Tschechien). Neben der deutschen Nummer eins sind bei dem mit 2.168.400 Millionen Dollar dotierten Hardplatzturnier der Premier-Serie auch noch Julia Görges (Bad Oldesloe) und Mona Barthel (Bad Segeberg) im Rennen.
Im Viertelfinale könnte Kerber ein Duell mit der Weltranglistenvierten Serena Williams (USA) drohen. Die Olympia- und Wimbledonsiegerin ist mit 35 Erfolgen in den vergangenen 36 Matches die Spielerin der Stunde. Trotzdem hat die Überfliegerin derzeit ganz andere Probleme. In ihrem Auftaktmatch gegen die Griechin Eleni Daniilidou (6:3, 6:4) unterliefen Williams 44 unerzwungene Fehler.
"Das ist schockierend, das ist unprofessionell", haderte die 30-Jährige, die auch Mühe hatte, ihre imposante Mähne zu bändigen: "Es war windig, ich habe meine Haar mit einem Gummi zusammenbinden müssen. Aber ich lasse es derzeit einfach wachsen, ganz natürlich. Das macht Spaß."

















