Tennis
Petkovic vor Comeback - "Keine Wunder erwarten"
Die 24-jährige Andrea Petkovic wird ab Sonntag beim Hartplatz-Turnier in New Haven im US-Bundesstaat Connecticut an den Start gehen.
Frankfurt/Main. Am Mittwoch steigt Andrea Petkovic in den Flieger Richtung USA - es ist so etwas wie eine Reise ins Ungewisse. Knapp vier Monate hat die vom Verletzungspech verfolgte Darmstädterin nach einer Sprunggelenk-OP pausieren müssen, nachdem sie zu Beginn des Jahres bereits 105 Tage wegen einer Rückenblessur ausgefallen war. Ihre Teilnahme an allen drei bisherigen Grand-Slam-Turnieren 2012 sowie bei Olympia musste "Petko" schweren Herzens absagen. Erst acht Matches hat die 24-Jährige seit Januar absolviert.
Nun also wieder ein Comeback, das auch für den Pechvogel selbst Antworten auf quälende Fragen geben soll. Ab Sonntag wird Petkovic beim Hartplatz-Turnier in New Haven im US-Bundesstaat Connecticut an den Start gehen.
Nach einer abschließenden Untersuchung am operierten rechten Knöchel konnte in diesen Tagen grünes Licht gegeben werden. "Wir dürfen keine Wunder erwarten, aber ich freue mich sehr auf ihre Rückkehr. Andrea hat sich zum Glück die Zeit genommen, die sie zur Genesung brauchte. Sie hat der Tennisszene gefehlt", sagte Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner am Dienstag.
+++ Die Tennisdamen siegen weiter +++
In den vergangenen Wochen hatte Petkovic in der Schüttler-Waske-Academy auf der Offenbacher Rosenhöhe für ihre Rückkehr geschuftet. Zwei Tage nach Ende des Premier-Turniers in New Haven beginnen die US Open in New York (27. August bis 09. September), das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres. Und die letzte Chance für die Hoffnungsträgerin, nach einem Jahr Abstinenz endlich wieder Major-Luft zu schnuppern.
Petkovic hat großen Respekt vor dem Comeback. "Zwei Dinge machen mir Angst: Dass sich das Tennis so weiterentwickelt hat, ich in der Weltspitze nicht mehr mitkomme und dass ich keinen Wille mehr habe, mich nochmal durch die Reha zu quälen, sollte ich mich erneut verletzen", hatte sie unlängst betont.
Petkovic hatte zuletzt ihre Olympia-Teilnahme absagen müssen, weil sie sich noch nicht hundertprozentig fit gefühlt hatte. Am 26. April war die konstanteste Grand-Slam-Spielerin 2011 im Match gegen Australian-Open-Siegerin Wiktoria Asarenka (Weißrussland) in Stuttgart umgeknickt und hatte sich einen doppelten Bänderriss zugezogen.
Erst vier Tage vor dem Fehltritt hatte "Petko" bei der Fed-Cup-Partie gegen Australien (2:3) ihr Comeback nach dreimonatiger Zwangspause wegen eines Ermüdungsbruches im Iliosakralgelenk gefeiert. Die Hessin hat in dieser Saison auf die Australian Open, die French Open und Wimbledon verzichten müssen, nachdem sie im vergangenen Jahr bei drei der vier Grand-Slam-Turniere im Viertelfinale gestanden hatte.
Von Platz zehn ist Petkovic auf Rang 27 der Weltrangliste abgerutscht. Doch bereits vor dem neuerlichen Rückschlag hatte sie erklärt, dass sie sich vom "Ranglistendenken" komplett gelöst habe. "Ich will jetzt versuchen, die großen Titel zu gewinnen", meinte die Einser-Abiturientin.
Bei den US Open könnte sich ein Kreis schließen. In Flushing Meadows hatte 2011 die Pechsträhne von Petkovic begonnen. Damals hatte sie mit einem eingerissenen Meniskus gespielt und war trotz allem erst in der Runde der letzten Acht an Caroline Wozniacki (Dänemark) gescheitert. Auch danach hatte der Musik-Freak weiter auf die Zähne gebissen und mit dem lädierten Knie in Peking das Finale erreicht. Als Ersatzspielerin qualifizierte sich Petkovic schließlich für das Saisonfinale der besten acht Profis in Istanbul, kam am Bosporus aber nicht zum Einsatz.
















