Champions-League-Qualifikation
Gladbach droht im Kampf um Königsklasse schweres Los
Die Borussia träumt schon vom FC Barcelona, doch zunächst muss die Qualifikation überstanden werden. Am Freitag wird in Nyon ausgelost.
Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach träumt schon vom FC Barcelona oder Real Madrid, doch vor Duellen mit Europas Edelklubs muss der Fußball-Bundesligist einen dicken Brocken aus dem Weg räumen. Russlands Vizmeister Spartak Moskau und der SC Braga aus Portugal, 2011 Finalist in der Europa League, gehören zu den fünf Teams, die der ungesetzten Borussia am Freitag in Nyon (12.00 Uhr/Sky) zugelost werden können. Im Topf als Gegner für die Play-offs zur Champions League befinden sich zudem Dynamo Kiew (Ukraine), Panathinaikos Athen (Griechenland) und der FC Kopenhagen (Dänemark).
+++ Luuk de Jong will Gladbach-Millionen mit Toren zurückzahlen +++
"Alle Teams sind große Kaliber, einen Wunschgegner gibt es nicht. Wir lassen uns überraschen und werden unser Bestmögliches bringen, um die Qualifikation zu schaffen", sagt Sportdirektor Max Eberl, der zu Borussias fünfköpfiger Delegation in Nyon gehört. Der fünfmalige deutsche Meister gibt nach 16 Jahren sein Comeback auf der europäischen Bühne und hat daher den schlechtesten Uefa-Klubkoeffizienten aller Teilnehmer.
Mit dem Erreichen der Gruppenphase würde der zweimalige Uefa-Pokal-Sieger nicht nur den vierten Platz der vergangenen Saison veredeln, sondern auch kräftig Kasse machen. "Champions League oder Europa League, das ist ein Unterschied von mehreren Millionen Euro", sagt Eberl. Planen will und kann Borussias Ex-Profi jedoch nicht mit den Einnahmen aus der Königsklasse: "Natürlich hätte jeder Verein lieber mehr Geld. Es wäre aber vermessen, mit Geld zu planen, das uns gar nicht zur Verfügung steht."
Eingekauft hat Eberl zuletzt allerdings kräftig - auch, um die Gruppenphase zu erreichen. Allein Stürmer Luuk de Jong kostete mindestens 12 Millionen Euro und ist der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte. Immerhin: Der Niederländer ist einer der wenigen Gladbacher mit Champions-League-Erfahrung, traf 2010 sogar für Twente Enschede gegen Werder Bremen. "Das ist das höchste Level, das es gibt. Für den Verein und die Fans wäre der Einzug in die Gruppenphase fantastisch", sagt der 21-Jährige.
Auch für Granit Xhaka (8,5 Millionen) und Alvaro Dominguez (7) griff die Borussia tief in die Tasche. "Auf internationalem Niveau ist unsere Mannschaft noch nicht so erfahren. Wir sollten jedes Spiel genießen, jede Begegnung wird ein Highlight", sagt der Schweizer Xhaka. Stürmer Mike Hanke verspricht derweil, das "letzte Hemd" für die Königsklasse zu geben: "Die Play-offs werden etwas ganz Besonderes. Dieser Verein lebt."
Gespielt wird am 21./22. sowie 28./29. August. Zumindest den Fans ist es fast schon egal, wie dann der Gegner heißt. Ob Moskau oder Braga: Ein Flugzeug zum Auswärtsspiel haben die Gladbach-Anhänger schon vor der Auslosung gechartert, ein zweites ist fast ausgebucht.

















