Volleyballer setzen in Hammergruppe auf Leichtigkeit
Zum Auftakt trifft das Team von Vital Heynen am Sonntag auf Mitfavorit Russland
London. Olympia ist eben kein Alltag. "Puh! Ich bin gerade sehr nervös. So viele Leute - damit habe ich gar nicht gerechnet", gestand der sonst so lässige Volleyball-Schmetterkünstler Georg Grozer angesichts des Trubels am Freitag im Deutschen Haus in London. Beim Blick auf die anstehenden Aufgaben der deutschen Männer war beim Topangreifer Bangemachen nicht mehr angesagt. "Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Aber ich bin nicht zufrieden, wenn wir wieder wie in Peking 2008 Neunter werden. Ich möchte in dieser Gruppe weiterkommen", sagte Grozer.
Am Sonntag (12.30 Uhr) zum Auftakt Medaillenanwärter Russland, danach weitere Topteams wie Olympiasieger USA, Weltmeister Brasilien und Europameister Serbien - leicht ist wahrlich anders. "Wir spielen in einer Hammervorrundengruppe, in der man auch jedes Match verlieren kann", sagt Kapitän Björn Andrae - und macht seinem Team dennoch Mut. "Wenn wir fokussiert sind, ist alles möglich. Wir wissen, was wir können."
Selbstvertrauen können die Männer des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) in London wahrlich gut gebrauchen. Um das erste große Ziel Viertelfinale zu erreichen, muss in der Vorrunde voraussichtlich einer der Hochkaräter geschlagen werden. Allein gegen Tunesien dürfte Bundestrainer Vital Heynen einen Sieg einplanen.
Wie es gehen könnte, zeigten die DVV-Schützlinge vor Kurzem beim erstmaligen Auftritt in der Weltliga-Endrunde. Da wurde Olympiasieger USA in einem Fünfsatzkrimi niedergerungen. "Wenn wir gut spielen, haben wir gezeigt, dass wir auch große Gegner schlagen können", meinte Nationalspieler Max Günthör. "Wir müssen an uns glauben, und es kommt hoffentlich in London der Tag, an dem wir auch einen großen Gegner schlagen."
Den Weltligahöhenflug sollen Grozer und Co. nun bei Olympia fortsetzen. "Wir haben momentan den Flow", sagt Heynen, unter dessen Regie das deutsche Team die lang vermisste Leichtigkeit wiederentdeckt hat. Routinier Andrae sieht im neuen Coach, der den Posten im Februar von Raúl Lozano übernommen hatte, einen Garanten für die jüngsten Erfolge. "Vital Heynen ist offenbar der ideale Konterpart: sehr emotional und kreativ, voller fordernder Energie."













