25.07.12

Fussball-Bundesliga

142 Millionen: Trikotbrust so wertvoll wie nie zuvor

Bis zu 142 Millionen Euro nehmen die 18 Erstligisten durch Trikotwerbung ein. Bremen und Nürnberg stehen allerdings noch ohne Sponsor da.

Foto: dpa/DPA
Viele der 18 Bundesligisten haben zur Saison 2012/13 ihr Trikotdesign geändert. Hier gibt es alle Trikots der Bundesligisten zum Durchklicken
Viele der 18 Bundesligisten haben zur Saison 2012/13 ihr Trikotdesign geändert. Hier gibt es alle Trikots der Bundesligisten zum Durchklicken

München. Von hektischer Betriebsamkeit ist bei Werder Bremen und beim 1. FC Nürnberg nichts zu spüren. Die beiden Fußball-Bundesligisten haben zwar noch keinen Trikotsponsor für die neue Saison - doch die Sport-Vorstände Klaus Allofs und Martin Bader sind fest davon überzeugt, dass sie am 24. August nicht mit blanker Brust starten werden. Nach wie vor ist die Werbung auf den Trikots der Stars heiß begehrt. Bis zu 142 Millionen Euro nehmen die 18 Vereine alleine dadurch ein.

An die Spitzenreiter der Liste, an Bayern München (bis zu 25 Millionen Euro), den VfL Wolfsburg (mindestens 20 Millionen) und Schalke 04 (bis zu 18), kommt Altmeister Nürnberg zwar lange nicht heran. Bader ist aber "sicher, dass wir die gewünschten vier Millionen plus bekommen". Beim 1. FCN, auf dessen roten Dress derzeit noch "Wir sind der Club" steht, laufen Gespräche mit mehreren Unternehmen.

Grundsätzlich sei es angesichts der hohen Attraktivität der Bundesliga "nicht schwierig", den Schriftzug auf dem Trikot zu verkaufen, betonte Bader im SID-Gespräch. Deshalb werde man eines nicht tun: "Dass wir uns unter unserem Preis verkaufen."

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Das muss der SV Werder erst gar nicht. Die Bremer besitzen angeblich eine Klausel im Vertrag mit Vermarkter Infront, der dem Verein acht Millionen Euro pro Jahr garantiert - egal ob ein Unternehmen auf dem Trikot wirbt oder nicht. Es ist genau, die Summe, die Werder auch in den letzten Jahren für die Trikotwerbung kassierte.

Entsprechend entspannt sieht Allofs die Situation. Er sei "fast sicher, dass wir zum Saisonstart einen Sponsor gefunden haben". Man habe da "volles Vertrauen in unseren Vermarkter", ergänzte der Werder-Boss, der in dem momentan noch fehlenden Trikotsponsor auch "keine Schwächung der Marke Werder Bremen" sieht.

Die gibt es in der Tat nicht. Das Werder-Trikot verkauft sich auch ohne Schriftzug, oder vielleicht gerade deshalb, so gut wie lange nicht mehr. Die Bremer bieten immerhin den Service an, dass die Beflockung des neuen Sponsors noch nachträglich vorgenommen werden kann.

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Der dritte Klub, der ohne Trikotwerbung in die Vorbereitung der neuen Spielzeit gestartet war, war Eintracht Frankfurt gewesen. Der Aufsteiger schloss inzwischen mit einer Brauerei (Krombacher) bis

2018 ab. 5,5 Millionen Euro soll der Deal pro Jahr wert sein. Schlusslicht der Liste ist der FC Augsburg mit nur 1,5 Millionen Einnahmen aus diesem Bereich.

Das 16-fache kann dagegen Branchenkrösus FC Bayern einnehmen. Im Erfolgsfall - sprich bei deutscher Meisterschaft - zahlt die Telekom bis zu 25 Millionen Euro. Im Vergleich dazu kann Double-Gewinner Borussia Dortmund (Evonik) nur auf bis zu 15 Millionen kommen. Schwer einzuschätzen ist indes die Summe, die der VfL Wolfsburg von Automobilhersteller VW bekommt. Die Schätzungen reichen von mindestens 20 bis weit über 30 Millionen Euro.

Im November 2011 hatte Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer in Dortmund, schon einmal das Sponsoring in Wolfsburg kritisiert. Würde man die neuen Fair-Play-Regeln der Europäischen Fußball-Union (UEFA) für den Finanzbereich zugrunde legen, müsse der VfL "die Kosten den Erlösen anpassen. Die UEFA wird in Zukunft sehr genau hinschauen, ob Sponsorverträge nach marktüblichen Kriterien gerechnet sind", sagte Watzke damals der WirtschaftsWoche.

Der Wolfsburger Hauptsponsor könne dann nicht sagen: "Wir zahlen jetzt dem VfL 40 Millionen Euro für Trikotwerbung", ergänzte Watzke: "Wolfsburg muss einfach mehr Erlöse generieren. Die Knochenarbeit, die wir jede Woche machen, kommt dann auf diese Klubs auch zu."

Ein einträgliches Geschäft ist die Werbung im deutschen Sport aber allemal. Eine Studie des Fachverbandes Sponsoring (FASPO) hatte unlängst eine Steigerung der Erlöse um 200 Millionen Euro von 2,8 auf 3,0 Milliarden bis 2014 prophezeit. Fußball genießt dabei erwartungsgemäß eine Ausnahmestellung. 81 Prozent der befragten Sponsoren sind demnach 2012 im Fußball aktiv, es folgen mit großem Abstand Basketball (32 Prozent), Handball (28), Eishockey (23) und Reiten (19).

Da wird sich auch für Werder Bremen und den 1. FC Nürnberg ein Trikotsponsor finden lassen... (sid/abendblatt.de)

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