21.07.12

Sport-Spektakel in Hamburg

Drei Top-Ten-Plätze für Deutsche Triathleten

Generalprobe für Olympia: Steffen Justus aus Saarbrücken konnte beim Hamburger Triathlon am Sonnabend den dritten Rang erreichen.

Foto: dpa/DPA
Triathlon ITU World Championship-Männer
Der Deutsche Steffen Justus kommt bei der Dextro Energy Triathlon ITU World Championship der Männer am Sonnabend in Hamburg als Dritter ins Ziel

Hamburg. Die deutschen Triathlon-Männer haben bei ihrer Generalprobe für Olympia mit drei Top-Ten-Plätzen überzeugt. Bei dem als Sprintwettbewerb ausgetragenen fünften Rennen der WM-Serie am Sonnabendabend in Hamburg belegten Steffen Justus aus Saarbrücken Rang drei, Maik Petzold aus Bautzen wurde Fünfter und Olympiasieger Jan Frodeno aus Saarbrücken kam als Neunter ins Ziel. "So ein Sprint ist ganz schön krass, das war am Anschlag", gab Justus nach dem Härtetest über 750 Meter Schwimmen in der Binnenalster, 20 Kilometer auf dem Rad und fünf Kilometer Laufen rund um den von Tausenden Zuschauern umsäumten Rathausmarkt zu. Der für seine läuferischen Qualitäten bekannte 32-Jährige musste am Ende zu Murray und Sanchez abreißen lassen.

Nach den Wettkämpfen können Sie hier auf abendblatt.de Fotos von allen Teilnehmern ansehen. Der Abendblatt-Fotograf wird die Sportler an der Wechselzone, kurz nachdem sie das Wasser verlassen haben, fotografieren.

+++ Alle Teilnehmer vom Sonnabend im Bild +++

Justus, der das erste Rennen der WM-Serie im April in Sydney über die doppelt so lange Olympische Distanz gewonnen hatte, kam mit elf Sekunden Rückstand auf Sieger Richard Murray ins Ziel. Für den Südafrikaner wurden 51:48 Minuten gestoppt. Murray distanzierte im Schlussspurt den zweimaligen Weltmeister Javier Gomez aus Spanien (plus 5). Maik Petzold fehlten 17 Sekunden auf den Sieger, Jan Frodeno 21 Sekunden. "Das war ein sehr, sehr guter weiterer Schritt", kommentierte der lange verletzte Frodeno sein Ergebnis. "Ich bin glücklich, dass es ganz gut geklappt hat." Bis zum 7. August haben die Triathleten noch Zeit, sich auf das Rennen um die olympischen Medaillen im Hyde Park vorzubereiten.

Zum guten Gesamtergebnis für die Deutsche Triathlon-Union trugen auch Jonathan Zipf aus Saarbrücken als 16. und Christian Prochnow aus Potsdam als 17. bei. Die Frauen am Sonntag (16.06 Uhr) um WM-Punkte. Am Start sind auch die drei deutschen Olympiateilnehmerinnen Svenja Bazlen (Freiburg), Anja Dittmer (Neubrandenburg) und Anne Haug (München).

Alle Bilder, alle Sperrungen

Die einen beklagen gesperrte Straßen und versperrte Zugänge ihrer Geschäfte, die anderen freuen sich auf ein großes Sport-Spektakel. Während am Sonnabend und Sonntag die besten Triathleten der Welt in der Hamburger Innenstadt um Prämien von 170 000 Dollar (rund 138 000 Euro) und Punkte für ihre Weltmeisterschaftsserie schwimmen, Rad fahren und laufen, werden sie wieder von 150 000 bis 200 000 Zuschauern angefeuert und beim Zieleinlauf auf dem Rathausmarkt gefeiert. Das ist auch der Grund, warum die Hamburger Rennen bei den Athleten von allen acht Veranstaltungen der Weltserie am höchsten im Kurs stehen. "Hamburg ist für uns nach den Olympischen Spielen in London der emotionale Höhepunkt des Jahres", sagt Olympiasieger Jan Frodeno, 30, aus Saarbrücken.

Es sind aber wie bei allen Veranstaltungen des Hamburger Formats nicht nur die Spitzensportler, die zwei Tage lang für beste Unterhaltung sorgen. Hamburg bietet den größten Triathlon der Welt, weil sich regelmäßig auch 10.000 Jedermänner über verschiedene Distanzen vom Schiffsanleger am Jungfernstieg in die Binnenalster stürzen.

Das macht ein Großteil der Faszination dieses Events aus - was allerorts zur Nachahmung anregte, aber bislang nirgendwo den Erfolg zeitigte wie in Hamburg. "Es ist diese einzigartige Mischung aus der Sportbegeisterung der Hamburger und der Schönheit der Stadt, die anderswo nur schwer zu kopieren ist", sagt Frank Bertling, Geschäftsführer der veranstaltenden Hamburger Agentur Upsolut.

Der durchgängige Erfolg des Triathlons, er findet jetzt im elften Jahr statt, hat dann auch die Diskussionen weitgehend verstummen lassen, ob es angemessen ist, für ein Sportereignis die Innenstadt zwei Tage lang zu sperren. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen: Gastronomen und Hoteliers profitieren von dieser Art Veranstaltungen am meisten, in einigen anderen Läden und Kaufhäusern in der City geht dagegen der Umsatz zurück. Das gleicht sich an den nächsten Wochenenden allerdings aus. Deshalb bleibt inzwischen größerer Protest aus.

+++ Hier sehen Sie alle Streckenabschnitte und Straßensperrungen während des Triathlons +++

Gern würde Upsolut die Veranstaltung aber auf drei Tage ausdehnen, um der gestiegenen Nachfrage der Jedermänner vor allem auf der Sprintdistanz (500 Meter Schwimmen, 22 Kilometer Rad fahren, fünf Kilometer Laufen) nachzukommen. "Zwei Tage sind ein guter Kompromiss, wir können damit hervorragend leben", sagt Upsolut-Manager Bertling, "ein dritter Tag wäre im Augenblick Stadt und City-Management nur schwer vermittelbar."

Die Zurückhaltung der Agentur hat einen guten Grund. In den nächsten Jahren, angedacht ist 2017, soll in Hamburg das "Große Finale" der Weltmeisterschaftsserie stattfinden. Integriert darin sind die Weltmeisterschaften in allen Altersklassen. Als Hamburg 2007 erstmals die WM durchführte, war die Innenstadt vom Donnerstag bis zum Sonntag gesperrt. Das löste damals erhebliche Widerstände aus, plötzlich wurden generell Sportveranstaltungen in der Innenstadt infrage gestellt.

+++ Ein Wettkampf für die ganze Familie +++
+++ 10.000 Starter: Triathlon-Elite zu Gast in Hamburg +++

Das tut nun niemand mehr, dennoch wissen alle Beteiligten vorsichtig mit diesem sensiblen Thema umzugehen. "Möglich wäre es, einen Teil der WM-Rennen in die Randbezirke auszulagern", sagt Bertling, "damit würde aber auch ein Teil der Attraktivität verloren gehen." Eine Entscheidung über die WM muss in den nächsten zwei Jahren getroffen werden. Das Budget würde sich dann von jetzt 1,2 auf rund 2,5 Millionen Euro mehr als verdoppeln, was ohne Zuschüsse der Stadt nicht zu finanzieren wäre. Die wären vermutlich zu bekommen, weil der Senat gern auch internationale Meisterschaften nach Hamburg holen möchte.

Eine Triathlon-WM ist im Vergleich zu einer Schwimm-WM, die zwischen 40 und 45 Millionen Euro kostet, ein Schnäppchen. Zudem produziert sie schönere Bilder von der Stadt, weil sie im Freien - und dazu noch an Hamburgs attraktivsten Plätzen - ausgetragen wird. Schon jetzt berichten TV-Stationen aus 160 Ländern vom Hamburger City-Triathlon. Das ist die beste Werbung für die Stadt - und eine preiswerte dazu.

Informationen zu den Straßensperrungen am Freitag, Sonnabend und Sonntag finden Sie auch unter www.hamburg-triathlon.org oder rufen Sie die Verkehrshotline der Polizei an: 040/428 65 65 65.

Nach den Wettkämpfen können Sie hier hier Fotos von allen Teilnehmern ansehen. Der Abendblatt-Fotograf wird die Sportler an der Wechselzone, kurz nachdem sie das Wasser verlassen haben, fotografieren.

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Foto: Abendblatt Grafik Frank Hasse
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