Herrentennisturnier am Rothenbaum
Deutsche Spieler bekommen harte Gegner zugelost
US-Altmeister John McEnroe lost den deutschen Spielern harte Gegner beim Herrentennisturnier am Rothenbaum zu. Kohlschreiber trifft auf Phau.
Hamburg. Wenige Stunden vor der Auslosung des Hauptfelds beim Herrentennisturnier am Rothenbaum hatten sie noch gescherzt, das nächste gemeinsame Pressegespräch am kommenden Sonntag nach dem Finale machen zu wollen. Als US-Altmeister John McEnroe, der das Turnier an diesem Sonntag (19 Uhr) mit dem Legendenmatch gegen Turnierdirektor Michael Stich eröffnet, dann um 17 Uhr in der Europa-Passage am Jungfernstieg die Lose gezogen hatte, da wussten Tobias Kamke und Julian Reister, dass ihr Weg ins Endspiel schon in der ersten Runde sehr hohe Hürden vorsieht.
Die beiden Lokalmatadoren erwischten zwei der härtesten Gegner, die das 32 Teilnehmer umfassende Feld zu bieten hat. Kamke, 26, der direkt ins Hauptfeld eingezogen war, muss sich mit dem Spanier Nicolas Almagro auseinandersetzen. Dieser ist als Weltranglistenzehnter topgesetzt und war im vergangenen Jahr in Hamburg erst im Finale am Franzosen Gilles Simon gescheitert. Reister, 26, der dank einer Wildcard ins Hauptfeld gerutscht war, trifft auf Almagros an Position fünf gesetzten Landsmann Fernando Verdasco, der 2011 erst im Halbfinale an Almagro gescheitert war. "Das ist eine harte Auslosung, aber ich hoffe auf ein spannendes Match", sagte Kamke, der bislang noch nie gegen Almagro gespielt, sondern nur einmal mit ihm trainiert hat. Auch Reister hat mit Verdasco noch keinerlei Matcherfahrung. "Das ist ein attraktives Spiel für mich, aber natürlich ein schwieriger Gegner", sagte er.
McEnroe, der mit Baseballcap, dunkelblauer Trainingshose, hell gestreiftem Kapuzenshirt und Sneakers ohne Schnürsenkel aussah, als käme er aus dem Bett anstatt direkt vom Flughafen, loste auch den sechs anderen deutschen Profis überwiegend harte Aufgaben zu. So muss sich Tommy Haas in seiner Geburtsstadt zunächst gegen den Slowaken Martin Klizan behaupten, ehe im Achtelfinale bereits Titelverteidiger Simon warten würde. Deutschlands derzeit bester Tennisprofi, der Augsburger Philipp Kohlschreiber, hat ein deutsches Duell mit dem Darmstädter Björn Phau vor sich, der in dieser Woche mit dem Viertelfinaleinzug in Stuttgart Selbstvertrauen tankte. Der Stuttgarter Cedrik-Marcel Stebe ist gegen den Argentinier Juan Monaco klarer Außenseiter. Einzig Matthias Bachinger aus München, der gegen den Niederländer Robin Haase antreten darf, und Florian Mayer (Bayreuth), der gegen einen Qualifikanten spielt, haben auf dem Papier einfache Erstrundenaufgaben zu lösen.
In der Qualifikation werden am Sonntag (11 Uhr) die vier letzten Tickets fürs Hauptfeld vergeben. Dabei sind mit Bastian Knittel (Stuttgart), Kevin Krawietz (Coburg) und dem Kölner Dominik Meffert drei weitere Deutsche im Rennen. Besonders Knittel wusste am heutigen Sonnabend in der ersten Runde mit einem 7:6 (7:2), 6:1-Erfolg über den Argentinier Eduardo Schwank zu glänzen.
Eine weitere Hoffnung, in Hamburg länger als eine Runde im Turnier zu bleiben, bleibt Kamke und Reister im Doppel. Die beiden Freunde, die sich mit Ralph Grambow auch einen Trainer teilen, treten – anders als geplant – doch gemeinsam an, nachdem Kamkes ursprünglich angedachter Partner Florian Mayer wegen einer leichten Zerrung im Rippenbereich auf das Doppel verzichtet und sich ganz auf seinen Einzelstart konzentrieren will. Allerdings treffen die beiden Hamburger auch im Doppel in der ersten Runde gleich auf harte Konkurrenz. Es geht gegen die an Position zwei gesetzte Kombination Alexander Peya/Nenad Zimonjic (Österreich/Serbien).
















