12.07.12

Bundesliga

FC Bayern handelt nur, wenn Sammer und Heynckes wollen

Die Bundesliga macht Sommerpause, die Transfers der Verein bestimmen die Schlagzeilen. Der BVB ist komplett, viele andere fangen erst an.

Foto: Bongarts/Getty Images/Getty
SpVgg Unterhaching v Bayern Muenchen - Friendly Match
Matthias Sammer, der neue Sportdirektor des FC Bayern München, verfolgte den 1:0-Sieg gegen Drittligist Unterhaching

Düsseldorf. An Nebeneffekten hat der Erfolgsmensch Jürgen Klopp offensichtlich richtig Spaß. Sein Arbeitgeber, der deutsche Fußball-Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund, hat die Personalplanungen für die kommende Saison bereits vor dem Trainingsstart und dem Beginn der Transferperiode abgeschlossen. Damit gibt es in der Sache nichts mehr zu spekulieren. "Den Journalisten wird damit die eine oder andere Spielwiese genommen", sagte der 45-Jährige.

+++ Transferstopp für Sammer - Robben bleibt "zu hundert Prozent" +++

In der Tat hat der BVB frühzeitig Tatsachen geschaffen für die kommende Saison. Bereits im Januar wurde der Königstransfer Marco Reus bekannt, der für 17,1 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach zurückkehrt. Fast aufgewogen wurden dieser erste zweistellige Transfer rund sieben Jahre nach der drohenden Pleite durch den Verkauf von Shinji Kagawa. Kleine, aber nicht unwesentliche Ergänzungen wie Julian Schieber kamen dazu – das war's.

Martinez angeblich ein Wunschkandidat in München

Die angenehme und runde Situation in Dortmund dürfte den Vorzeige-Klub Bayern München nach der zweiten Saison in Folge ohne Titel weiter ordentlich nerven. Genauso wie die Tatsache noch nachwirkt, dass man beim Reus-Poker den Kürzeren gezogen hat. Da wirkte der Paukenschlag mit der Präsentation des neuen Sportdirektors Matthias Sammer einen Tag nach dem EM-Finale wie ein Befreiungsschlag. Der ehemalige DFB-Sportdirektor ist in ein hervorragendes Arbeitsfeld eingezogen. Ob er an dem mit fast 30 Millionen Euro und Spielern wie Xerdan Shaqiri, Mario Mandzukic oder Claudio Pizarro bereits ordentlich aufgerüsteten Kader noch etwas verändern will, ist noch offen.

"Ich bin nicht sicher, ob noch ein Spieler kommt. Wenn aber Jupp Heynckes und Matthias Sammer noch Bedarf sehen, haben sie das Okay von Karl Hopfner (Finanzvorstand/Anm. d. Red.) und mir", sagte immerhin Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Javi Martinez von Athletic Bilbao soll ein Wunschkandidat sein. Die Forderungen von angeblich 40 Millionen Euro stehen aber wohl außerhalb jeglicher Diskussion.

Auch bei Borussia Mönchengladbach soll noch etwas passieren. Der Überraschungsklub hat neben Dortmund und den Bayern am kräftigsten auf dem Transfermarkt zugeschlagen, auf dem bis zum Donnerstag rund 145 Millionen Euro von den 18 Bundesligisten ausgegeben wurden. Das Geld für Reus und den nach München abgewanderten Dante (rund 5 Millionen Euro) wurde investiert, was auch Trainer Lucien Favre zum Verbleib bewegte: in Granit Xhaka (8,5), dem Spanier Alvaro Dominguez (7) und Peniel Mlapa (2,5). An Luuk de Jong von Twente Enschede ist die Borussia noch interessiert. Sportdirektor Max Eberl sagte im "kicker", dass man die "Investitionen rein aus der Kraft des Vereins" stemme. Aus dem Fenster lehnen will man sich nicht. "Platz elf müssen wir mit diesem Kader erreichen. Platz acht wäre ein sehr gutes Ergebnis", sagte Eberl.

Auf Schalke muss erst Platz geschaffen werden

Da denkt man auf Schalke bereits anders, man will weiter oben mitspielen. Dort aber sitzt der Knoten noch fest in Sachen Transfers. Tranquillo Barnetta und Roman Neustädter sind aber die einzigen Neuzugänge bislang. Und Torschützenkönig Klaas-Jan Huntelaar hatte bereits weitere Stars gefordert. Der Niederländer soll seinen Vertrag über 2013 hinaus verlängern. Nun sind den Schalkern angesichts der Verbindlichkeiten von über 160 Millionen Euro und des Konsolidierungskurses die Hände gebunden. Erst müssen Spieler verkauft werden, dann können neue geholt werden. Aber bislang hat sich noch niemand für einen Edu, Vasileios Pliatsikas oder Jose Manuel Jurado gemeldet.

Das sind Sorgen auf einem hohen Niveau. Der VfB Stuttgart verkaufte unter anderem Julian Schieber für rund sechs Millionen und kann das Geld nicht investieren. Die Schwaben, die die Qualifikation für die Europa League erfolgreich überstehen wollen, sind zum Sparen verdonnert worden. Der Spieler-Etat soll um zehn auf 40 Millionen Euro gedrückt werden. Vielleicht holen sich die Bosse um Fredi Bobic ein paar Tipps beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. Der hat 17 neue Spieler verpflichtet und dafür geschätzte 1,1 Millionen Euro ausgegeben.

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