Bundesliga
BVB-"Professor" Klopp stichelt gegen den FC Bayern
Der Trainer des BVB bezeichnet die Bayern schlicht als "Klub im Süden", in dem das Konzept der Vereinsfamilie anders praktiziert werde.
Köln. Borussia Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp hat den Studenten der Sporthochschule in Köln im Rahmen eines launigen Vortrags Mut zugesprochen und sich selbst als leuchtendes Beispiel für den Nachwuchs bezeichnet. Er sei die "Fleisch gewordene Zuversicht", meinte der studierte Sportwissenschaftler. Denn: "Wenn ich irgendwas werden konnte, kann das jeder. Das ist ein Fakt." Er habe überlegt, wie er seinen Vortrag nennen könnte. "Wenn ich mir so überlege, was Euch passieren könnte, wäre es vielleicht: Sport studieren und trotzdem erfolgreich."
Auch vor kleinen Sticheleien gegen Vizemeister FC Bayern München machte Klopp nicht Halt. Auf die Frage, wie man zweimal in Folge Deutscher Meister wird, nannte Klopp das Konzept der Vereins-Familie, die über allem stehe. Bei dem "Klub aus dem Süden", wie Klopp die Bayern bezeichnete, werde dieses Prinzip offenbar "anders praktiziert".
Klopp opferte seinen freien Tag für den Besuch in Köln und stand den Studenten insgesamt zwei Stunden Rede und Antwort. Der gebürtige Stuttgarter wurde mit viel Applaus bedacht und sorgte immer wieder für Lacher. So sei er überrascht gewesen, dass so viele Interessierte gekommen seien: "Vor allem in Köln, wo Fußball ja nicht ein so positiv besetztes Thema ist."
Auf die Frage einer Zuhörerin, wann er den Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln "rette", meinte der 45 Jahre alte Klopp dann auch: "Ein Schönheitschirurg würde sagen: 'Tut mir leid, Enthauptungen nehme ich nicht vor.'"
Champions League "nicht mehr der gefühlte Abenteuerurlaub"
Nach dem Aus in der Gruppenphase der vergangenen Champions-League-Saison traut Klopp den Fußballprofis des BVB 2012/2013 wesentlich mehr zu. "Das bedeutet nicht, dass wir uns nun auch schon im Halbfinale oder gar im Finale sehen. Nein, wir sind einfach klarer und fühlen uns dieser Geschichte jetzt zugehöriger als im letzten Jahr. Und das ist, wie ich finde, bereits eine wichtige Erkenntnis", sagte Klopp dem Internetportal ran.de.
"Für uns ist Champions League immer noch etwas Besonderes. Aber sie ist nicht mehr der gefühlte Abenteuerurlaub, sondern ein Top-Wettbewerb, in dem wir uns richtig gut aufgehoben fühlen. Mannschaften, gegen die wir in der Liga gewonnen haben, haben in der Champions League sehr erfolgreich gespielt. Bayern war im Finale, Schalke ist weit gekommen", erläuterte Klopp.
In der zurückliegenden Königsklassen-Spielzeit hatte Borussia Dortmund in der Gruppenphase gegen den FC Arsenal, Olympique Marseille und Olympiakos Piräus mit nur vier Punkten den letzten Platz belegt und war vorzeitig ausgeschieden.
Mit Material von dpa und sid
















