FC Bayern München
Martinez an der Angel - Guardiola in der Warteschleife
Nach den aufgekommenen Spekulationen um einen Wechsel zum FC Bayern im Sommer 2013 als Nachfolger von Jupp Heynckes hat der Berater von Pep Guardiola einen Kontakt dementiert.
München. Der Weg zu einer Verpflichtung von Star-Trainer Josep Guardiola ist offenbar noch weit, die Verhandlungen über den Transfer des spanischen Nationalspielers Javi Martinez sind dagegen schon weiter fortgeschritten. Fußball-Rekordmeister Bayern München soll dem 23-Jährigen ein lukratives Angebot vorgelegt haben, schrieb die Münchner tz in ihrer Donnerstagausgabe. Martinez sei sehr daran interessiert, während Guardiolas Berater Jose Maria Orobitg den bisherigen Barca-Coach im Fachmagazin kicker zurückhaltend zitiert. "Ich habe mit keinem Verein gesprochen, und ich bin nicht bereit, mich jetzt zu binden", habe der 41-Jährige auf Nachfrage gesagt.
Nach den aufgekommenen Spekulationen um einen Wechsel zum FC Bayern im Sommer 2013 als Nachfolger von Jupp Heynckes, sagte Orobitg, konkrete Verhandlungen hätten nicht stattgefunden. "Nein, auch nicht mit anderen. Das wäre jetzt Zeitverschwendung. Denn Pep weiß ja nicht mal, was er im Frühjahr 2013 machen möchte. Fünf, sechs der großen Vereine haben angefragt, aber Pep will von alledem nichts wissen. Vielleicht sieht das im Februar oder März anders aus", betonte er.
Angeblich möchte Guardiola mit seiner Familie nach New York umziehen. Der Katalane befindet in einer einjährigen schöpferischen Pause. Guardiola habe Orobitg sogar verboten, Kontakt mit Vereinen aufzunehmen,"weil wir sonst all die umlaufenden Gerüchte alimentieren. Aber das ist schwierig, man trifft sich ja auch mal bei einer Gala, und dann heißt es prompt: Da wird verhandelt."
Spaniens Weltmeister-Trainer Vicente del Bosque kann sich derweil gut vorstellen, dass Guardiola nach München kommt. "Guardiola könnte morgen anfangen und würde es super machen. Er spricht gutes Englisch und hätte auch sonst kein Problem, seine Ideen zu vermitteln. Ich würde es begrüßen", sagte der 61-Jährige der Bild-Zeitung.
Real Madrids Mittelfeld-Ass Sami Khedira hatte am Mittwoch ebenfalls einen möglichen Wechsel von Guardiola an die Isar positiv bewertet. "Was er bei Barcelona geleistet hat, ist aller Ehren wert. Er zählt zu den ganz großen Trainern. Bayern ist ein großer Verein, es würde gut passen. Er sucht ja eine neue Herausforderung. Mal schauen, was passiert", hatte der deutsche Nationalspieler in Danzig gesagt.
Bayern-Profi Thomas Müller wollte sich dagegen nicht zu den Spekulationen äußern: "Das sind Vereinsbelange, hier geht es nur um die EM." Auch Holger Badstuber hatte sich zurückgehalten: "Wir haben einen großen Trainer. Was danach kommt, habe ich nicht in der Hand. Das soll das Präsidium regeln."
Am Dienstag hatte es Medienberichte gegeben, wonach Sportdirektor Christian Nerlinger Kontakt zu Pere Guardiola, Bruder des Erfolgstrainers, aufgenommen habe. Pep Guardiola habe sich interessiert gezeigt. Die SZ schrieb, der FC Bayern sei für Guardiola eine von zwei favorisierten Optionen für seine Zukunft. Von der Idee, den Spanier zu holen, sollen Vorstand Karl-Heinz Rummenigge und Nerlinger angetan sein.
Bei Spaniens Defensivstar Martinez ist der FC Bayern bereits über eine bloße Kontaktaufnahme hinaus. Die seit zwei Jahren titelose Bundesliga-Krösus sei bereit, die von Athletic Bilbao gefordete Ablöse von 40 Millionen Euro auf den Tisch zu legen, schrieb die tz. Das Fachmagazin kicker berichtete, es bahne sich eine Transferlösung an. Die Ablöse sei jedoch "weit weg von jener irrwitzigen Forderung".
Die Münchner sollen Martinez inzwischen einen fürstlich entlohnten langfristigen Vertrag angeboten haben, schrieb die spanische Tageszeitung AS. Ein Netto-Jahressalär in Höhe von sieben Millionen Euro stünde zur Debatte. Das Angebot, hieß es aus seinem Umfeld, reize Martinez sehr.
Ein Kauf des Spaniers, der bei der EM in Polen und der Ukraine bislang beim Vorrundensieg gegen Irland (4:0) zum Einsatz, würde die Ankündigung von Präsident Uli Hoeneß unterstreichen. "Wir werden unsere Mannschaft so lange verstärken, bis wir wieder alleine sind. Und: Wir haben das Geld dazu", hatte er gesagt.
Martinez würde sich gewiss auch über eine Zusage von Guardiola freuen. Dieser soll ihn als absolut barcatauglich eingestuft haben. Martinez sei vielseitig, erfolgshungrig und teamorientiert. Auch deshalb zieht ihn der FC Bayern wohl anderen Kandidaten wie dem Franzosen Yann M'Vila (Stade Rennes) oder dem Brasilianer Felipe Melo (Juventus Turin) vor.
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Josep Guardiola im Überblick:
Geboren: 18. Januar 1971 in Santpedor/Spanien
Privates: verheiratet, drei Kinder
Vereine als Spieler:
1984-2001 FC Barcelona
2001-2002 Brescia Calcio
2002-2003 AS Rom
2003 Brescia Calcio
2003-2005 Al-Ahli SC
2006 Dorades de Sinaloa
Nationalmannschaft: 47 Länderspiele für Spanien
Größte Erfolge als Spieler: 6x Spanischer Meister, 2x Spanischer Pokalsieger, Europapokal der Landesmeister 1992, Europapokal der Pokalsieger 1997, Olympiasieger 1992
Vereine als Trainer:
2008-2012 FC Barcelona
Größte Erfolge als Trainer: 3x Spanischer Meister, 1x Spanischer Pokalsieger, Champions-League-Sieger 2009 und 2011, Weltpokalsieger 2009 und 2011 Fifa-Welttrainer des Jahres 2009 und 2011
(dpa/sid/abendblatt.de)

















