27.05.12

Schwimm-EM in Ungarn

Britta Steffen führt DSV zu goldenem EM-Abschluss

Zum Abschluss der Europameisterschaften fischten die deutschen Schwimmer noch viermal Edelmetall aus dem Pool von Debrecen.

Foto: AFP
Britta Steffen feut sich nach dem Gold-Lauf
Britta Steffen feut sich nach dem Gold-Lauf

DEBRECEN. Britta Steffen trumpfte mit Doppel-Gold auf, der bisher so enttäuschende Freistilsprinter Marco di Carli zog die Lagenstaffel zu Silber, und Caroline Ruhnau fügte ihre erste Langbahn-Medaille hinzu: Zum Abschluss der Europameisterschaften fischten die deutschen Schwimmer noch viermal Edelmetall aus dem Pool von Debrecen. Mit achtmal Gold, sechsmal Silber und dreimal Bronze verbuchte der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) die beste Bilanz seit der Heim-EM 2002.

Erst siegte Doppel-Olympiasiegerin Steffen souverän über 50 m Freistil und gewann ihre zehnte internationale Goldmedaille auf der Langbahn. In 24,37 Sekunden schwamm die Berlinerin nicht nur so schnell wie seit ihrem Weltrekord bei der WM 2009 (23,73) nicht mehr, sondern schob sich auch in der Jahresweltbestenliste auf den vierten Platz. «Ich dachte, ich hätte gar nicht gewonnen», sagte Steffen, nachdem neben ihr lautstark gejubelt worden war: «Aber dann war es voll schön, auch als ich die Zeit gesehen habe.» Zuvor hatte die 28-Jährige in Debrecen in Abwesenheit ihrer härtesten Olympia-Konkurrenten bereits mit der 4x100-m-Freistilstaffel Gold und über 100 m Silber gewonnen.

63 Minuten später triumphierte sie mit den Europameisterinnen Jenny Mensing (Wiesbaden) und Sarah Poewe (Wuppertal) sowie der Münchnerin Alexandra Wenk auch über 4x100 m Lagen mit EM-Rekord in 3:58,43 Minuten souverän vor Italien und Schweden. Steffens Zeit von 52,74 Sekunden fliegend war eine weitere Steigerung gegenüber der DM, bei der sie über 100 m auf Platz vier der Weltrangliste geschwommen war. «Die Mädels haben mir Flügel verliehen. Ich bin total motiviert, dass ich das Niveau habe, wieder vorne mitzuschwimmen», sagte sie.

Die Männerstaffel schwamm in der Besetzung mit dem Vize-Europameister Helge Meeuw (Magdeburg), dem WM-Dritten Christian vom Lehn (Wuppertal), dem Hamburger Steffen Deibler und di Carli in 3:34,41 Minuten auf den zweiten Rang und verzeichnete damit ihr bestes EM-Ergebnis seit 1999. Gold ging an Italien (3:32,80). «Ich habe mir für die Jungs beide Beine ausgerissen, eins war nicht genug», sagte di Carli, der über 100 m Freistil die Olympia-Norm verpasst hatte.

Poewe feiert zweite EM-Medaille - Di Carli ohne Olympia-Norm

Doppel-Gold: Biedermann grübelt, Steffen strahlt

Ruhnau musste über 50 m Brust in 31,35 Sekunden nur der Tschechin Petra Chocova (31,25) und der Irin Sycerika McMahon (31,27) den Vortritt lassen. «Ich bin sehr zufrieden. Es hat auch nicht viel zu Gold gefehlt», sagte die Essenerin. Die deutsche Meisterin Franziska Hentke verpasste als Fünfte über 200 m Schmetterling in 2:09,01 Minuten beim Sieg der ungarischen Titelverteidigerin Katinka Hosszu (2:07,28) nicht nur eine Medaille, sondern auch die Norm für die Olympischen Spiele.

Der deutsche Rekordhalter Yannick Lebherz, tags zuvor Fünfter über 200 m Rücken, kam über 400 m Lagen gar nicht erst ins Finale. In 4:20,34 Minuten reichte es für den Potsdamer nur zu Platz zehn. «Ich dachte, es geht etwas besser. Nach der DM war ich eine Woche völlig unten. Scheinbar bin ich da noch nicht ganz wieder draußen», sagte Lebherz. Der Essener Jan David Schepers als Zwölfter (4:21,70) und der Berliner Tim Wallburger als 22. (4:26,20) verfehlten zudem die Olympia-Norm. Am Abend gewann Lokalmatador Laszlo Cseh (4:12,17) sein drittes Gold.

Silke Lippok, am Samstag Vize-Europameisterin über 200 m Freistil, schied auf den ungewohnten 400 m als 13. in 4:15,85 Minuten im Vorlauf aus. «Ich bin tot. 400 m sind ein bisschen zu lang. Das macht nicht viel Spaß. Das war zum Quälen und um Wettkampferfahrung zu sammeln», sagte die 18-Jährige aus Pforzheim. Die Freiwasser-WM-Dritte Isabelle Härle trat gar nicht an, nachdem sie über 800 m ihre letzte Olympia-Chance verspielt hatte.

Die Französin Coralie Balmy siegte in 4:05,31 Minuten, Weltmeisterin Federica Pellegrini (Italien) war einen Tag nach ihrem Triumph über 200 m überraschend als Zehnte bereits im Vorlauf gescheitert. Der französische Staffel-Europameister Frederick Bousquet verteidigte über 50 m Freistil seinen Titel von 2010 in 21,80 Sekunden erfolgreich. (sid/abendblatt.de)

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