Euro Hockey League
UHC-Herren stehen nach Penalty-Krimi im Finale
Die "Uhlen" setzten sich mit 4:3 im EHC-Halbfinale gegen den KHC Dragons aus Belgien durch und stehen am Sonntag zum vierten Mal im Endspiel.
Amstelveen. Amstelveen Nico Jacobi hatte gerade den entscheidenden Penalty gegen Charles Vandeweghe gehalten, als er sich einem noch viel größeren Problem gegenübersah. Alle seine Teamkollegen vom Uhlenhorster HC rannten auf den Nationaltorhüter zu und wollten ihn dafür feiern, dass er ihnen mit seinen Paraden den Weg ins Endspiel der Euro Hockey League (EHL) geebnet hatte. Ja-cobi lief einige Meter, dann hatte ihn die Meute eingeholt und begrub den Helden des Tages unter sich.
Mit 4:3 (2:2, 0:2) hatten sich die UHC-Hockeyherren im EHL-Halbfinale im niederländischen Nationalstadion vor 3000 Besuchern, darunter mindestens 300 aus Hamburg, gegen Belgiens Top-klub KHC Dragons durchgesetzt. Damit steht die Auswahl von Cheftrainer Mar-tin Schultze zum vierten Mal im fünf-ten Jahr des EHL-Bestehens im End-spiel, wo am Sonntag (14.30 Uhr) Gast-geber H&BC Amsterdam wartet, der im zweiten Halbfinale HC Rotterdam mit 3:0 besiegte. Gegen Amsterdam hat der UHC noch keine Partie bestritten, im vierten Endspiel ist es der vierte niederländische Gegner nach Wassenaar (1:0 n.V. 2008), Bloemendaal (4:5 2009) und Rotterdam (3:1 2010). "Dass wir die Chance haben, zum dritten Mal den EHL-Titel zu gewinnen, macht mich stolz", sagte Schultze.
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Nach der ersten Halbzeit hatte es danach nicht ausgesehen. 0:2 lagen die "Uhlen" nach Treffern von Florent van Aubel (7.) und Felix Denayer (35.) in Rückstand, und das völlig verdient. Lethargisch hatten sie gewirkt, lang-sam im Spielaufbau, uninspiriert im Offensivspiel, und in der Defensive nicht zupackend genug gegen die Geg-ner, die einmal mehr unter Beweis stellten, dass der Hockeysport in Bel-gien Weltspitzenniveau erreicht hat. Das Geschehen der ersten Hälfte darf deshalb durchaus auch der deutschen Nationalmannschaft, die bei den Olym-pischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August) zum Auftakt auf Belgi-en trifft, als Warnung gelten. "Wir haben keinen Zugriff auf die Partie bekommen, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen", sagte Schultze.
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Das Bild änderte sich jedoch im zwei-ten Durchgang, spätestens nachdem Na-tionalspieler Moritz Fürste in der 40. Minute eine Hereingabe von Marco Milt-kau ins Tor blockte und so das Signal zum Aufbruch gab. Fortan war der UHC überlegen, kam durch Patrick Breiten-stein (59.) verdient zum Ausgleich und erzwang, auch dank Jacobis Paraden bei zwei Ecken kurz vor Schluss, die Ver-längerung, in der auf beiden Seiten keine großen Torchancen zu verzeichnen waren. Im Penaltyschießen trafen Mo-ritz Fürste und Alexander Perdoni, während Jacobi nur den Schuss Arthur van Dorens passieren ließ. "Ich bin froh, dass wir trotz der schwachen ersten Hälfte noch gewonnen haben. Jetzt freuen wir uns auf das End-spiel", sagte Matchwinner Jacobi.
Die Damen des UHC nutzten am späten Sonnabendnachmittag die Chance, das Europapokal-Finalwochenende mit einem Erfolgserlebnis abzuschließen. Nachdem sie am Freitag durch ein 4:5 im Penal-tyschießen gegen Hollands Vizemeister HC Laren das Finale verpasst hatten, bezwangen sie im Spiel um Platz drei den Club de Campo aus Madrid 3:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung. Die Tore für die Auswahl von Cheftrainer Kais Al Saadi erzielten die Nationalstürmerin-nen Eileen Hoffmann (7./77.) und Lisa Hahn (78.), für die Spanierinnen war Olalla Pineiro (31.) erfolgreich. Hahn vergab in der 69. Minute einen an ihr selbst verwirkten Siebenmeter.















