25.05.12

Skandal um Relegation

Rehhagel sagt vor Bundesgericht aus: "Es war Chaos"

Vor dem DFB-Sportgericht soll entschieden werden, ob Düsseldorf aufsteigt, oder ob es eine Wiederholung des Spiels gegen Hertha BSC gibt.

Foto: REUTERS
Otto Rehhagel (rechts) und Hertha-Präsident Werner Gegenbauer vor dem Bundesgericht in Frankfurt am Main
Otto Rehhagel (rechts) und Hertha-Präsident Werner Gegenbauer vor dem Bundesgericht in Frankfurt am Main

Berlin/Frankfurt/Main. Für Herthas Trainer Otto Rehhagel war das Ende des Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf ohne Zweifel irregulär. "Es war Chaos. Es war ein Ausnahmezustand", sagte Rehhagel am Freitag vor dem Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt am Main im Rahmen der Revisionsverhandlung um die Wertung des Spiels am 15. Mai. "Als es zum Sturm kam, habe ich mir gedacht: Otto, jetzt wird's gefährlich. Ich habe mir einen Ausweg gesucht", sagte der 73-Jährige. Das zähe juristische Ringen ging nach der siebenstündigen Verhandlung eine Woche zuvor vor dem DFB-Sportgericht in zweiter Instanz weiter.

Rehhagel betonte vor allem den angeschlagenen psychischen Zustand seiner Spieler nach dem Platzsturm: "Die Leute in der Kabine waren paralysiert. Ich konnte meiner Tätigkeit als Fußballlehrer nicht mehr nachkommen. Für mich war das alles irregulär." Auf die Frage, ob er Angst hatte, antwortete Rehhagel: "Ich habe 1943 bei der Bombardierung der Amerikaner in Essen im Keller gesessen, da hatte ich Angst."

Herthas Anwalt Christoph Schickhardt hatte vor der Aussage Rehhagels 16 Fotos vorgelegt, auf denen angeblich Vermummte und gewaltbereite Fans zu erkennen sein sollen. Der Vorsitzende Richter Goetz Eilers hatte schon während der Verhandlung Zweifel an der Berliner Beweisführung und führte an: "Die Unterbrechung in der Schlussphase ist zum Teil auch von Hertha-Fans verursacht worden."

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Zuvor hatte bereits unter anderem Fifa-Schiedsrichter Wolfgang Stark ausgesagt. "Ich hatte keine Angst vor den Zuschauern", sagte er. Zudem bestätigte der 42-Jährige, dass ihn niemand aufgefordert habe, das Spiel fortzusetzen. Er sei bei der Bewertung während der Unterbrechung der Einschätzung der Polizei gefolgt. "Ich muss auf die Polizei vertrauen, wenn sie mir sagt, dass die Sicherheit gewährleistet sei", sagte Stark.

Der Sicherheitsbeauftragte des DFB für dieses Spiel, Ralf Ziewer, habe ebenfalls keine aggressiven Zuschauer auf dem Platz wahrgenommen. "Ich habe keine Vermummten auf den Platz rennen sehen. Die Düsseldorfer Fans, die ich gesehen habe, waren nicht aggressiv", sagte Ziewer. Auch Götz Bender, bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die Spielplanung zuständig, widersprach einer der Kernaussagen der Berliner Verteidigung, dass gewaltbereite Fans die Spieler eingeschüchtert hätten. "Ich habe keine gewaltbereiten Fans wahrgenommen", sagte Ziewer.

Seit Freitagmittag verhandelt das DFB-Bundesgericht den Einspruch von Hertha BSC gegen die Wertung des Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf am 15. Mai 2012. Die Berliner waren mit ihrem Einspruch in erster Instanz vor dem DFB-Sportgericht gescheitert. Mit einem Urteil wird nicht vor dem Abend gerechnet. (dapd)

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