06.05.12

Nach Skandal-Nacht in München

Gesperrter Boxer Chisora will mit Haye in den Ring

Mit einem Wechsel in einen anderen Boxverband will Chisora seine Sperre nach der Schlägerei in München umgehen und gegen Haye boxen.

Foto: REUTERS
Der ehemalige Weltmeister David Haye (r.) schlägt auf Dereck Chisora ein
Der ehemalige Weltmeister David Haye (r.) schlägt auf Dereck Chisora ein

Hamburg. Der gesperrte Profi-Boxer Dereck Chisora will in zwei Monaten unter Missachtung aller Sanktionen wieder kämpfen. Gegner soll sein britischer Landsmann David Haye sein, mit dem er sich nach dem WM-Kampf gegen Vitali Klitschko vor drei Monaten in München eine blutige Schlägerei geliefert hatte. Das berichtete bild.de unter Berufung auf englische Quellen. Chisora war im März vom britischen Verband suspendiert worden. Ex-Weltmeister Haye besitzt ebenfalls keine Boxlizenz. Die hatte er im Herbst 2011 abgegeben.

Beide Ahtleten sollen von einem bislang nicht genannten ausländischen Verband Lizenzen erhalten. Damit will Chisora die Suspendierung umgehen. Geboxt werden soll am 14. Juli im Fußballstadion des englischen Zweitligisten West Ham United in London, bestätigte Promoter Kalle Sauerland. Die ARD will live übertragen. Am kommenden Dienstag soll der Plan der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Übertragende TV-Sender versprechen sich gewaltige Quoten und Einnahmen.

"Ein Unding", sagte Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), und beklagte fehlende Moral. Er hatte sich für eine drastische Bestrafung Chisoras stark gemacht. Chisora hatte schon vor der Prügelei Skandale produziert: Erst ohrfeigte er Vitali Klitschko und einen Tag später bespuckte er dessen Bruder Wladimir.

"Man stelle sich vor: Ein Sportler wird wegen Dopings gesperrt. Der sucht sich dann einen anderen Verband und darf wieder starten", sagte Pütz. Der BDB-Präsident schließt aus, dass ein im Europaverband EBU organisierter nationaler Verband die Lizenzen erteilt. "Von den seriösen Verbänden wird es keine Zulassung geben." Im zahlreichen Ländern, auch in Deutschland, existieren neben dem dortigen Top-Verband kleinere Box-Organisationen, die sich der Rechtsprechung der EBU nicht unterwerfen. Auch die erteilen Lizenzen. (abendblatt.de/dpa)

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