Davis-Cup-Team braucht nach 0:2 ein kleines Wunder
Nach zwei Niederlagen am ersten Tag soll Rückkehrer Haas die Wende bringen
Bamberg. Das hatten sie sich alle ganz anders vorgestellt. Doch nun droht das Tennisheimspiel gegen Argentinien für das deutsche Davis-Cup-Team zum Albtraum zu werden. Gegen den Vorjahresfinalisten liegt die Auswahl von Teamchef Patrik Kühnen nach dem Eröffnungstag fast aussichtslos mit 0:2 zurück. Das Erreichen des Viertelfinals ist in weite Ferne gerückt.
Im Auftaktmatch wollte dem Bayreuther Philipp Petzschner gegen Juan Mónaco einfach nichts gelingen. Sang- und klanglos musste sich der 27 Jahre alte Bayreuther dem argentinischen Topspieler mit 3:6, 3:6, 3:6 geschlagen geben. Sich selbst gab der Doppelspezialist dafür die "Schulnote mangelhaft". Anschließend hielt die deutsche Nummer eins, Florian Mayer, vor rund 3800 Zuschauern dem Druck des Gewinnenmüssens nicht stand und unterlag dem einstigen Weltranglistendritten David Nalbandian trotz Satzführung mit 6:2, 0:6, 1:6, 6:7 (5:7).
Dem mit Spannung erwarteten Davis-Cup-Comeback von Tommy Haas nach mehr als vier Jahren kommt in der Erstrundenpartie somit Endspielcharakter zu. Gelingt an Kühnens 46. Geburtstag gegen Juan Ignacio Chela und Eduardo Schwank kein Sieg im Doppel (Sonnabend, 14 Uhr; bild.de live), muss das deutsche Team im September in einem Relegationsmatch um den Verbleib in der ersten Weltgruppe spielen.
Doch dazu soll es nicht kommen. Petzschner hat noch Hoffnung, an der Seite von Haas die Trendwende einleiten zu können. "Ich freue mich drauf, mit Tommy zu spielen", sagte die Nummer 56 der Welt. Er selbst werde die Enttäuschung gegen Mónaco wegstecken, versicherte Petzschner: "Ich glaube nicht, dass man mich aufbauen muss." Und das, obwohl im ersten Aufeinandertreffen mit Mónaco für ihn der dritte Einzelsieg im Davis Cup nie in Reichweite war. Zwar hatten sich die deutschen Spieler bei der Eröffnungszeremonie noch mit dem Hit "Thunder" der Hardrocker AC/DC Mut gemacht, doch der Optimismus wich schnell der Ernüchterung. Früh geriet Petzschner mit 0:4 in Rückstand - das Unheil gegen den starken Mónaco nahm seinen Lauf.
Nach Petzschners Pleite schien Mayer mit tollem Tennis neue Begeisterung bei den deutschen Fans entfachen zu können. Doch nach dem souverän gewonnenen ersten Satz riss plötzlich der Faden, und auf einmal zeigte auch Nalbandian seine Klasse. Der Weltranglisten-21. traf fast alles und holte sich im Eiltempo die nächsten beiden Durchgänge. Zwar kämpfte sich Mayer im vierten Satz zurück, doch selbst eine 4:1-Führung reichte nicht mehr. Nalbandian gelang mit solidem Grundlinientennis das Rebreak zum 4:4, ließ die Gaucho-Delegation im Tiebreak enthusiastisch jubeln und sorgte für Frust bei der deutschen Mannschaft.







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