Fussball-Bundesliga
Keine Ausreden in Hamburg: Bayern "müssen gewinnen"
Ribery bemängelte unter der Woche die Qualität der Ersatzbank, Heynckes lässt keine Ausreden gelten: Für die Münchner zählen nur drei Punkte.
Bayern Münchens Mittelfeldmann Franck Ribery bemängelte zuletzt die Qualität der Ersatzspieler
Foto: dpa/DPA
München. Auf den Platz kann es Bayern München diesmal nicht schieben. Weder Kosten noch Mühen hat der HSV gescheut, um für das Duell mit dem deutschen Fußball-Rekordmeister am Sonnabendabend (18.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) beste Bedingungen zu schaffen. Nicht, dass die Bayern sich hinterher wieder beschweren - wie zuletzt in Mönchengladbach. Manch einer war jedoch der Meinung, man hätte das angeschlagene Geläuf auch gerne nach dem Duell mit den Bayern tauschen können. Ein Vorteil ist der neue Rasen gegen technisch versiertere Bayern für den HSV eher nicht.
Nach dem 1:3 zum Rückrundenstart hatte sich Bastian Schweinsteiger über den holprigen Untergrund beklagt, es klang fast wie eine Ausrede. „Bastian denkt schon wie ein Trainer, und er weiß, dass es die angreifende Mannschaft immer schwerer hat“, sagte Heynckes am Freitag: „Der neue Rasen war in Hamburg sicher notwendig.“
Der Belag passt also diesmal, aber vielleicht ist es den Münchnern ja zu kalt? Der Coach lässt auch dies gewiss nicht gelten. „Alles im Leben ist Einstellungssache, ob Hitze oder sibirische Kälte“, sagte er. Sein Rezept gegen den Frost sind beheizbare Sohlen. „Die hatte ich mal in Trondheim mit Leverkusen, da waren es minus 20 Grad. Wenn man warme Füße hat, dann funktioniert auch der Körper.“ Das Allerbeste sei aber: viel Bewegung.
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Die erhofft er sich von seiner Elf, zumal Heynckes zuletzt nicht immer glücklich mit der Lauffreude war, auch Franck Ribery hatte diesen Punkt am Donnerstag angemahnt. Und gerade beim traditionsbeladenen Nord-Süd-Duell in Hamburg wird ein flexibles und kreatives Spiel vonnöten sein, kennt doch HSV-Coach Thorsten Fink seinen Ex-Klub aus dem Effeff. „Er hat beim HSV für Aufbruchstimmung gesorgt“, lobte Heynckes zudem.
Wie man die Rothosen knackt, hat der amtierende Meister Borussia Dortmund vor 14 Tagen eindrucksvoll vorgeführt. Dennoch dürfe man die Leistung des BVB nicht unmittelbar mit jener der Bayern vergleichen, egal wie das Spiel ausgehe. „Es ist ein Unterschied, ob es der erste oder dritte Spieltag der Rückrunde ist. Das 5:1 der Dortmunder ist kein Maßstab, und außerdem ist ein Spiel gegen Bayern noch einmal etwas anderes“, sagte Heynckes. Der 66-Jährige bezog sich auf den „Krösus-Faktor“, eine gern erwähnte These, nach der sich jedes Team gegen den FC Bayern besonders ins Zeug legt.
Vom „Gewinnen-Müssen“ hatte Ribery noch gesprochen, um im Vierkampf an der Tabellenspitze weiter den Rhythmus zu bestimmen. Logisch, denn der Verlust des ersten Platzes entspräche bekanntlich nicht dem Münchner Selbstverständnis. Der Coach ist nach den Trainingseindrücken „zuversichtlich“, seine Elf habe „sehr gut gearbeitet“, trotz erschwerter Bedingungen. Nach dem etwas mühseligen 2:0 gegen den VfL Wolfsburg hofft Heynckes, dass einiges vom vorhandenen „riesigen Steigerungspotenzial“ freigelegt wird.
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Personell haben die Münchner Sorgen in der Defensive. Wegen der Ausfälle von Daniel van Buyten (Mittelfußbruch), Rafinha (Sperre) und auch Breno (Kniebeschwerden) muss der Trainer vor allem auf rechts improvisieren. Anatoli Timoschtschuk dürfte wohl den Zuschlag erhalten. Heynckes wollte nur verraten, dass er „klare Vorstellungen“ habe. Gleichwohl sei es „schade, dass wir wieder ändern müssen“.
Ribery hatte dieser keineswegs optimale Zustand zu leicht kritischen Anmerkungen veranlasst. „Bei zwei oder drei Verletzten haben wir Probleme. Unsere Bank ist nicht gut genug“, sagte der Franzose. Heynckes war ihm deswegen keineswegs böse: „Das hat er unter dem Eindruck der Ausfälle gesagt, ich kann es nachvollziehen.“ Dennoch bedauert der Trainer die Entscheidung des Vereins nicht, ohne Verstärkung in die Rückrunde gegangen zu sein. „Ich halte nichts von Schnellschüssen.“ Planen kann Heynckes mit Arjen Robben, obwohl dessen Frau dieser Tage das dritte Kind erwartet.
Der HSV geht zwar als klarer Außenseiter ins Spiel, möchte aber einen Nimbus wahren. Seit Ende 2006 ist der Bundesliga-Dino in Heimspielen gegen die Bayern unbesiegt. Reißt die Serie diesmal, rückt der Tabellenkeller wieder bedrohlich nahe. „Für uns wird es dann darauf ankommen, die Schwachstellen herauszufinden. Schon einige Mannschaften haben vorgemacht, wie man die Bayern schlagen kann“, sagte Trainer Fink, der auf Verteidiger Jeffrey Bruma verzichten muss und noch um Nationalspieler Dennis Aogo bangt. Ansonsten setzt er wohl auf die Siegerelf vom 2:1 bei Hertha BSC. (sid)








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