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Sport

Judo

Münsterberg und Schitov hoffen auf Medaillen

Sechs Judoka vom TH Eilbeck treten bei den deutschen Meisterschaften in Potsdam an. Unter ihnen die 19-Jährigen Münsterberg und Schitov.

Die Judokas Maxim Shitov (blau) und Max Münsterberg (Weiss) greifen bei den Europameisterschaften in Potsdam nach einer Medaille
Foto: Roland Magunia

Hamburg/Potsdam. Sich gegenseitig zu beschreiben – das ist wohl die leichteste Aufgabe, die Maxim Schitov und Max Münsterberg in den vergangenen Tagen zu bewältigen hatten. Max sei ein entspannter und sehr selbstbewusster Typ, der niemals etwas Schlechtes über die Menschen sage, betont Schitov. Und auch Münsterberg hat nur Gutes über seinen Freund zu berichten: „Er ist technisch überragend – auch wenn er bei Wettkämpfen meist ziemlich nervös ist.“

Die Nervosität wird an diesem Wochenende erneut eine bedeutende Rolle spielen. Die beiden 19-jährigen Judoka vom TH Eilbeck treten bei den deutschen Meisterschaften in Potsdam an – und zwar erstmals in der Herrenklasse. Entsprechend intensiv war auch die Vorbereitung auf das Turnier. „Manchmal fragt man sich schon, wofür man das alles macht“, sagt Schitov, der in der 66-Kilogramm-Gewichtsklasse antritt und wie Münsterberg zweimal täglich mehrere Stunden trainiert und immer wieder an Technik, Kraft und Ausdauer gearbeitet hat. Der Lohn, das betonen die beiden C-Kader-Athleten, sei die Mühe letztlich aber wert – auch wenn er ausschließlich symbolischer Natur sei.

Eine Medaille, Lob von Freunden und Bekannten – reich wird man beim Judo lediglich an Erfahrung und Anerkennung. „Das große Geld kann man mit dem Sport sicherlich nicht verdienen“, sagt Schitov, „aber das ist auch nicht entscheidend.“ Vielmehr gehe es darum, zu zeigen, dass man im Leben etwas erreicht habe. Und dafür eignen sich Medaillen nun einmal besonders gut.

Im Zimmer von Maxim Schitov hängen bereits eine Menge blecherne Auszeichnungen. Der gebürtige Russe, der vor zehn Jahren mit seiner Familie nach Hamburg zog und erst seit 2010 einen deutschen Pass besitzt, wohnt noch immer in Stellau bei seinen Eltern und möchte nach bestandenem Abitur im Wintersemester ein Maschinenbaustudium in der Hansestadt beginnen. Das Fernziel allerdings, der große Traum, auf den er jeden Tag hinarbeitet, sind die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. „Das ist das wichtigste Ereignis, ein Kindheitstraum“, pflichtet Max Münsterberg seinem Freund und ehemaligen Schulkollegen der Eliteschule des Sports bei.

+++ Judoka lassen Trainer hochleben +++

Münsterberg startet an diesem Sonntag in der 81-Kilogramm-Gewichtsklasse und muss es im ersten Jahr bei den Herren mit Größen wie Olympiasieger Ole Bischof und Sven Maresch aufnehmen. „Anders als bei den Junioren sind die meisten Kämpfer echte Powerpakete und haben unheimlich muskulöse Arme“, sagt Münsterberg anerkennend, „da muss ich mit meinen dünnen Ärmchen wohl oder übel noch zulegen.“ Immerhin: Bei den deutschen Meisterschaften treten die Judo-Stars Bischof und Maresch in diesem Jahr nicht an, weil sie sich individuell und im Kampf um das einzige Olympiaticket in ihrer Gewichtsklasse auf die diesjährigen Sommerspiele in London vorbereiten. Gute Chancen also für Münsterberg, sich in Potsdam Bundestrainer Detlef Ultsch zu präsentieren und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. „Eine Medaille ist schon das Ziel in Potsdam“, sagt der angehende Bankkaufmann und U20-Vize-Europameister selbstbewusst.

Diese Zuversicht teilen auch die Verantwortlichen des TH Eilbeck. „Max und Maxim haben beste Chancen, ganz vorne mitzumischen“, sagt Trainer Slavko Tekic, „sie sind deutschlandweit die besten Techniker ihrer Leistungsklasse und haben in der Bundesliga bereits gestandene Judoka besiegt.“

Glückbringer brauchen die 19-Jährigen nicht zum Erfolg. Der Zusammenhalt im Team und die gegenseitige Unterstützung seien genug Ansporn, sagen sie. Wenn sie ihre Gegner so gut einschätzen können wie sich und ihre Freunde, steht dem Triumph von Münsterberg und Schitov wohl kaum etwas im Wege.

 

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