Ausblick
2012 - Ein Sportjahr zwischen Hoffen und Bangen
Dem deutschen Sport stehen 2012 vor allem zwei Highlights ins Haus: die Fußball-EM sowie die Olympischen Sommerspiele in London.
2012 - Ein Sportjahr zwischen Hoffen und Bangen
Foto: dpa/DPA
KÖLN. 2012 - das wird für die Sportfans ein Jahr des Hoffens und Bangens, hoffen auf den ersehnten EM-Titel der Fußball-Nationalmannschaft, bangen um das Abschneiden des kleinsten deutsche Olympia-Teams seit der Wiedervereinigung bei den Sommerspielen in London. Aber auch darüber hinaus stehen im Schaltjahr neben rund 50 Welt- und 40 Europameisterschaften noch zahlreiche Highlights an. Schafft Sebastian Vettel den Titel-Hattrick in der Formel 1, können sich die Handballer für Olympia qualifizieren, gelingt Basketball-Superstar Dirk Nowitzki mit den Dallas Mavericks erneut der große Coup? Das sind nur drei von vielen Fragen, die in den kommenden zwölf Monaten beantwortet werden.
23 Spieler, ein Trainer, ein Ziel: Europameister 2012. Mit frischem und kreativem Fußball will Joachim Löw Deutschland in der Ukraine und Polen zum ersten Titel seit 16 Jahren führen. Damals war Berti Vogts mit seinen Mannen Europameister geworden. Nicht nur für viele heimische Fans, auch für die internationalen Experten ist die deutsche Elf nach ihrer souveränen Rekord-Qualifikation neben Titelverteidiger und Weltmeister Spanien der große Favorit.
Einen leichten Aufgalopp wird es für die Turniermannschaft Deutschland nicht geben, sie muss direkt hellwach sein. In einer Krachergruppe treffen die Löw-Schützlinge auf Portugal (9.6.), Vizeweltmeister Niederlande (13.6.) und Dänemark (17.6.). Wer sich aber hier durchsetzt, kann auch am Ende Großes vollbringen. Dies wollen einen Monat später die deutschen Sportler bei Olympia, das zum dritten Mal nach 1908 und 1948 in London stattfindet. Doch neben der Masse nach dem Scheitern etlicher Ballsportarten fehlt womöglich auch die Klasse, um wie vier Jahre zuvor Rang fünf in der Nationenwertung (16 Gold/41 Medaillen) zu schaffen.
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Rauschender Sportler-Empfang: Eine olympische Idee
«Für die deutsche Mannschaft werden die Sommerspiele in London noch sehr viel härter als Peking 2008. Bei den anderen Nationen waren nie so viel Geld und Know-how im Spiel. Die Spitzennationen sind viel enger zusammengerückt, und es gibt immer mehr Länder, die Medaillen gewinnen», sagte Thomas Bach in böser Vorahnung. Die Mannschaftsgröße wird wohl bei weniger als 400 Sportlern liegen. Diese Grenze könnte jedoch noch überschritten werden, wenn sich die Handballer von Bundestrainer Martin Heuberger über die EM im Januar noch ein Olympia-Ticket sichern wollen. In Serbien werden zwei Plätze für Quali-Turniere vergeben.
Aber neben den Teams (bislang nur beide Hockey-Mannschaften dabei) schwächeln auch einige Peking-Sieger. So müssen die Fechter Britta Heidemann und Benjamin Kleibrink ernsthaft um ihre Qualifikation bangen. Judoka Ole Bischof hinkt der alten Form hinterher, und Gewichtheber Matthias Steiner muss nach seiner Knie-OP wieder mächtig «Eisen fressen». Gespannt darf man darauf sein, ob Peking-Doppelsiegerin Britta Steffen nach einem ähnlich schwachen Auftritt wie bei der WM dieses Mal lieber die Flucht nach vorn ergreifen würde statt wieder abzureisen.
Ihren letzten großen Auftritt auf deutschem Boden hat Deutschlands Sportlerin des Jahres. Bei der Biathlon-WM in Ruhpolding im Februar/März möchte Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner ihre großartige Karriere mit weiteren Goldmedaillen krönen. Nach dem Saisonende stellt sie im zarten Sportler-Alter von 25 Jahren ihr Gewehr in die Ecke und will sich fortan ihrem Freund und der Familie widmen. Obwohl acht Jahre älter, hat Neuners Pendant als Sportler des Jahres noch große Ziele. Nowitzki will in der verkürzten Saison mit den Dallas Mavericks wieder NBA-Champion werden.
Wieder ganz oben stehen will auch wieder Deutschlands Vorfahrer Sebastian Vettel. Der Heppenheimer gilt in seinem Red Bull auch in der am 18. März in Melbourne beginnenden Saison als Topfavorit. Fraglich ist, ob Mercedes mit Rekordchampion Michael Schumacher und Nico Rosberg den Anschluss an die Topteams Red Bull, Ferrari und McLaren-Mercedes schafft. Trotz seines WM-Titels geht Motorradpilot Stefan Bradl die neue Saison mit bescheideneren Erwartungen an. Nach seinem Aufstieg von der Moto2-Klasse in die MotoGP will der Zahlinger vor allem Erfahrungen sammeln. Erste Testfahrten stimmten zuversichtlich.
Große Hoffnungen macht sich auch das deutsche Tennis, vor allem bei den Frauen. Das Power-Quartett mit Andrea Petkovic, Sabine Lisicki, Julia Görges und Angelique Kerber will den Fed Cup gewinnen, zum Auftakt wartet im Februar Tschechien mit Wimbledonsiegerin Petra Kvitova. Auf die deutschen Herren wartet zum Davis-Cup-Auftakt in Bamberg Argentinien, das im vergangenen Finale Spanien unterlegen war. (sid/abendblatt.de)







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