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Sport

Motorrad

Weltmeister Bradl steigt nun doch in die MotoGP-Klasse auf

Am vergangenen Wochenende war der Deutsche erstmals Weltmeister in der Moto2-Klasse geworden. Nun fährt er in der Königsklasse.

Hier testet Stefan Bradl schon sein neues Gefährt, eine LCR Honda für die MotoGP-Klasse
Foto: Getty Images/Getty

Leipzig. Erst Weltmeister, jetzt Königsklasse: Nur fünf Tage nach der Krönung zum Moto2-Champion ist mit dem Aufstieg in die MotoGP auch Stefan Bradls zweiter großer Wunsch in Erfüllung gegangen. Der 21-Jährige, der am vergangenen Wochenende erster deutscher Motorrad-Weltmeister seit 1993 wurde, verlässt nach vier Jahren sein Kiefer-Racing-Team und startet 2012 in der Königsklasse für Honda LCR. „Stefan fährt nächste Saison MotoGP. Wir haben gestern Abend per Handschlag einen Jahresvertrag mit Option besiegelt“, sagte Vater Helmut Bradl am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Bradl junior ist damit seit Alex Hofmann 2007 der erste Deutsche in der höchsten Motorrad-Kategorie.

Stefan Bradl hatte am Dienstag und Mittwoch im spanischen Valencia als Anerkennung und Belohnung für seinen Titel bei Honda die bisherige WM-Maschine des Spaniers Toni Elias getestet. LCR-Teamchef Lucio Cecchinello, der sich nach der Saison von Elias getrennt hatte, war begeistert von Bradls Leistungen. „Es waren zwei positive Testtage mit Stefan. Ich bin von seinem Können und wie er das Motorrad studiert beeindruckt. Er hat uns sehr präzises Feedback gegeben, wenn wir bedenken, dass es seine erste Ausfahrt mit einem MotoGP-Motorrad war“, erklärte der Italiener. Bereits im Sommer hatte Bradl mit Cecchinello verhandelt, allerdings waren die Gespräche damals gescheitert.

Bradl feiert den Titel und lässt seine Zukunft offen

Da aber Cecchinellos Top-Kandidat Alvaro Bautista in der Zwischenzeit bei Honda-Gresini unterschrieb und dort den Platz des tödlich verunglückten Marco Simoncelli (Italien) einnimmt, kam Bradl wieder ins Spiel. Dabei hatte der Zahlinger seinen Aufstieg schon ad acta gelegt und mündlich beim Kiefer-Racing-Team für 2012 zugesagt.

Teamchef Stefan Kiefer war von der neuen Entwicklung alles andere als begeistert, wie Vater Bradl berichtete. „Im ersten Moment war die Enttäuschung natürlich groß. Aber sie haben immer gesagt, dass sie uns auf dem Weg in die MotoGP keine Steine in den Weg legen“, erklärte der WM-Zweite von 1991. Ihm und seinem Sohn sei die Entscheidung nicht leicht gefallen: „Wir wären gerne mit dem gesamten Kiefer-Racing-Team in der MotoGP gefahren.“

Aber für den Hauptsponsor des Teams war das finanzielle Risiko zu hoch. Mindestens sechs Millionen Euro hätten aufgebracht werden müssen.

Man werde nun nach einer fairen Lösung suchen und diese auch finden, „denn die letzten vier Jahre haben wir glänzend mit Kiefer zusammen gearbeitet. Aber ich muss an meinen Sohn denken. Und wenn er die Chance zum Aufstieg in die Formel 1 des Motorradsports hat, muss man die wahrnehmen“, sagte Bradl senior. (dpa)

 

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