Bundesliga
Lärm-Attacke: Hoffenheim entschuldigt sich beim BVB
„Die Entschuldigung ist bei uns eingegangen", sagte BVB-Chef Watzke am Freitag. Der Vorfall vor einer Woche wurde zu einem echten Skandal.
Hoffenheim-Mätzen Dietmar Hopp wird in den Stadien der Bundesliga häufig beleidigt
Foto: dapd
Hoffenheim . Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim hat sich für die Lärm-Attacke auf die Fans von Borussia Dortmund offiziell beim Deutschen Meister entschuldigt. „Die Entschuldigung ist bei uns eingegangen“, sagte Dortmunds Vorstandschef Hans-Joachim Watzke am Freitag. Watzke hat nach eigener Aussage nach dem Eingang der Entschuldigung ein Telefongespräch mit Hoffenheims Geschäftsführer Frank Briel geführt. „Ich habe ihm erklärt, dass die Sache für den BVB damit erledigt ist“, sagte Watzke. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hatte für die Vorkommnisse beim Meisterschaftsspiel in Hoffenheim (0:1) am vergangenen Sonnabend eine Entschuldigung verlangt. Dieser Forderung kam der Verein jetzt nach.
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Lärm-Attacke: Tonart zwischen Dortmund und Hoffenheim wird rauer
Zweifel an der Einzeltäter-Version, dazu die Forderung nach einer angemessenen Bestrafung und Entschuldigung: In der Affäre um die Lärm-Attacke wird die Tonart zwischen dem deutschen Fußball-Meister Borussia Dortmund und 1899 Hoffenheim rauer. „Ich hoffe, dass die Angelegenheit angemessen sanktioniert wird und dass sich der Zustand bei denen, die darunter zu leiden hatten, verbessert. Außerdem sollte es eine Entschuldigung wert sein. Ich habe viel gelesen, aber eine klassische Entschuldigung war nicht dabei“, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (Sonnabend, 15.30 Uhr).
Unterdessen äußerte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Zweifel an der Einzeltäter-Darstellung. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei Borussia Dortmund so funktionieren würde“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Nachrichtenagentur dapd. Beim Spiel der Borussia am vergangenen Samstag bei 1899 Hoffenheim kam zum wiederholten Mal ein über dem Gästeblock installierter Sender zum Einsatz, der mit lauten Tönen die Sprechchöre der Gästefans gegen 1899-Mäzen Dietmar Hopp stören sollte.
Ein Klub-Mitarbeiter hatte die Verantwortung übernommen. Die Staatsanwaltschaft Heidelberg ist mit dem Fall befasst und behandelt mehrere Anzeigen, der DFB-Kontrollausschuss ermittelt.
Mehrere Fans haben inzwischen Anzeige wegen Körperverletzung bei der Polizei gestellt. „Wir haben es auf der Bank gehört, wussten aber nicht, was es ist. Wenn wir es hören, muss es relativ laut gewesen sein“, ergänzte Klopp, der kritisierte, dass die Aktion zum Teil aus Hoffenheimer Sicht als Lapalie heruntergespielt worden war. „Ich halte die Sprechgesänge für wenig angemessen. Das sind überspitzte Formulierungen, die laut herausgebrüllt werden. In gewissem Maße muss man das im Fußball aber akzeptieren, dass es passieren kann. Herr Hopp war nicht der erste, der darunter zu leiden hatte. Wenn aber die anderen Dinge (Anm. d. Red.: die Beschallung gegnerischer Fans) Einzug halten, dann haben wir ein grundlegendes Problem“, sagte Klopp.
Denn offensichtlich hatte die Beschallung in Hoffenheim System. Wie sich herausstellte, waren fünf Spiele von diesen Attacken betroffen. Watzke begründete seine Zweifel an der Einzeltäter-Darstellung mit den Maßen des Stör-Senders. „So klein war die Kiste ja auch nicht. Aber wenn man das so sagt, habe ich erstmal keine Veranlassung, das so nicht zu glauben“, erklärte der 52-Jährige. Daher sei die „Sache insofern abgehakt, als dass sich der DFB-Kontrollausschuss damit befasst. Und die sind ja objektiver.“
1899 bekräftigte am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Gastspiel beim FC Augsburg aber nochmals, dass weder Geschäftsführung, Präsidium noch Hopp involviert gewesen seien. Manager Ernst Tanner, der mit einer Geldstrafe durch den DFB rechnet, sprach von einem „Imageschaden“ für den Klub und äußerte sich „irritiert“ über die Diskussion in der Öffentlichkeit.
Wie die „angemessene Bestrafung“ aussehen sollte, ließ Klopp offen. „Ich habe schon für weniger schlimme Dinge relativ hohe Geldstrafen zahlen müssen“, sagte der Trainer.
Watzke und Hopp haben ihr Verhältnis vor wenigen Monaten in einem persönlichen Gespräch auf eine „normale“ Ebene gehievt. Der BVB-Boss hatte in der Vergangenheit massiv die Transferpolitik des Milliardärs kritisiert, BVB-Fans hatten Hopp im Zuge dessen immer wieder übel beschimpft („Sohn einer Hure“). Auf die Frage, ob der Vorfall und das Ergebnis der Untersuchung einen Einfluss auf das Verhältnis habe, sagte Watzke: „Natürlich hat das einen gewissen Einfluss auf alles. Auf der anderen Seite hätte ich mir gewünscht, dass unsere Fans ihren Protest gegen das Modell Hoffenheim etwas kreativer artikuliert hätten als mit dieser stumpfsinnigen Beleidigung.“
Watzke betonte in diesem Zusammenhang, dass er sich keineswegs bei Hopp entschuldigt habe. „Ich hatte einen natürlichen Interessenkonflikt, der sich abgemildert hat, da Hoffenheim inzwischen einen wirtschaftlich vernünftigen Kurs eingeschlagen hat. Es gab Gegensätze, die ich des Öfteren auch überspitzt ausgeführt habe. Da war aber nie eine Beleidigung dabei, wofür ich mich entschuldigen müsste. Wenn sich jemand bemüßigt gefühlt hat, deshalb Herrn Hopp auf übelste Weise zu beschimpfen, kann ich nichts dafür. Aber es tut mir leid, dass es passiert ist.“








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